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Mineralwasser-Hammer: Verkaufsstopp von beliebte Marke in Deutschland

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Von: Karolin Schäfer

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Nestlé stoppt den Verkauf eines beliebten Mineralwassers in Deutschland. (Symbolbild)
Nestlé stoppt den Verkauf eines beliebten Mineralwassers in Deutschland. (Symbolbild) © imago

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé stoppt den Verkauf einer beliebten Mineralwasser-Marke in Deutschland. Was steckt dahinter?

Kassel – Künftig bietet Nestlé in Deutschland und Österreich keine Produkte mehr unter dem Namen „Vittel“ an. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Lebensmittel-Zeitung. Vor allem das stille Mineralwasser der Marke ist hierzulande bekannt. Zudem wurde das Vittel-Wasser auch in vielen gastronomischen Betrieben angeboten.

Wie der Unternehmenssprecher weiter mitteilte, soll damit bereits noch vor Sommer dieses Jahres Schluss sein. Doch was steckt hinter dem Verkaufsstopp?

Nestlé S.A.
SitzVevey, Schweiz
Gründung1866
Umsatz (2020)84,3 Milliarden Schweizer Franken

Nestlé stoppt Verkauf von beliebtem Wasser: Andere Marken rücken in den Fokus

Nestlé begründete das Vorhaben mit „Premiumisierungsbemühungen“ im Wassergeschäft. Vielmehr wolle sich der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt nun auf die Marken San Pellegrino und Acqua Panna fokussieren. In diesem Sinne plane der Konzern die Entwicklung von Premium-Limonaden unter dem Namen San Pellegrino. Gleichzeitig wird in Österreich der Verkauf der Marke Cortex eingestellt.

Im vergangenen Herbst hatte Lidl* den Vertrag mit Vittel-Produkten auslaufen lassen. Bereits seit Jahren soll Vittel in Deutschland straucheln. Das liege der Lebensmittel-Zeitung zufolge unter anderem an den negativen Schlagzeilen des Herstellers.

Vittel wird nicht mehr in Deutschland verkauft – Nestlé erntete Kritik

Seit Jahren steht Nestlé in der Kritik um die Gewinnung des Quellwassers in der französischen Kleinstadt Vittel. Vor allem Anwohnerinnen und Anwohner sowie Naturschützerinnen und -schützer werden laut. In der Kleinstadt soll das Unternehmen für geringe Gebühren jährlich eine Million Kubikmeter Wasser abpumpen, so zdf.de.

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Das Problem: Der Grundwasserspiegel sinke Jahr für Jahr um etwa 30 Zentimeter. Das stünde dem Unternehmenssprecher zufolge aber nicht in Zusammenhang mit dem Aus der Mineralwasser-Marke. Der Konzern sei dennoch weiter „zuversichtlich“ für die Zukunft des Wassergeschäfts in Deutschland.

Vittel-Hersteller Nestlé steht weltweit in der Kritik

Doch nicht nur in Frankreich steht der Schweizer Konzern in der Kritik – Nestlé sorgt weltweit für Schlagzeilen. Das Unternehmen kauft Wasserrechte von staatlichen Behörden, unter anderem in Südafrika, Pakistan und Äthiopien. In Ländern, in denen die Ressource also ohnehin schon knapp ist, pumpt Nestlé Wasser ab und verkauft es in Plastikflaschen. Das Unternehmen entzieht sich allerdings der Verantwortung und wirbt auf der eigenen Webseite mit einem nachhaltigen Management.

Edeka hatte dem Nestlé-Konzern bereits vor Jahren mit einem Boykott* gedroht. Dabei ging es in erster Linie allerdings nicht um Nachhaltigkeit, sondern um günstige Einkaufspreise. (kas) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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