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Zu klein, kaputt, gefällt nicht: Das gilt beim Umtausch von Geschenken

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Von: Ines Baur

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Erster Adventssamstag in München
Nach Weihnachten geht der Stress für manche erst richtig los. Nämlich beim Geschenke umtauschen. (Symbolbild) © Felix Hörhager/dpa/Symbolbild

Das Weihnachtsfest ist vorbei. Viele wurden reich beschenkt. Doch nicht jedes Präsent hat Freudentränen ausgelöst. Manches trifft so gar nicht den Geschmack oder passt nicht. Dann geht es ans Umtauschen. Sowohl Kundschaft als auch Händler haben Rechte.

München - Der Pullover passt nicht, das Kochbuch gibt es bereits im Haushalt. Viele Geschenke - sind sie noch so gut gemeint - kommen bei den Beschenkten nicht gut an. Welche Rechte haben Verbraucherinnen und Verbraucher bei Rückgabe und Umtausch?

„Trifft das Geschenk absolut nicht den Geschmack oder lag es gleich zweimal unter dem Weihnachtsbaum, haben Sie nicht automatisch ein Recht darauf, es umzutauschen“, informiert die Verbraucherzentrale. Wurde die Ware in einem Ladengeschäft gekauft, ist die Kundschaft auf die Kulanz der Händlerinnen und Händler angewiesen. Wenn beim Kauf nicht schriftlich zusichert wurde, dass das Geschenk umgetauscht werden kann, muss es der entsprechende Shop nicht zurücknehmen, weil es nicht gefällt. Für den modernen Versandhandel gelten etwas andere Regeln. Das berichtet merkur.de.

Geschenke umtauschen nur mit Vereinbarung?

Das gilt für den Umtausch von Geschenken, aus dem Internet

Hat jemand ein Geschenk im Internet gekauft oder telefonisch bestellt, ist die Rückgabe einfacher. Denn fast jeder geschlossene Vertrag im Internet kann innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Den Kauf widerrufen und die Ware zurücksenden ist auch dann möglich, sollte die Ware nicht gefallen. Denn anders als im Laden vor Ort können Kunden die Ware vor dem Kauf nicht prüfen. Um hier auszugleichen, haben sie das Recht, einen Kaufvertrag via Versandhandel ohne Grund zu stornieren. Dazu schreibt die Kundschaft innerhalb von zwei Wochen nach dem Erhalt der Ware dem Händler, dass sie den Kaufvertrag widerruft. Die Ware wird retourniert. Im Gegenzug geht die Bezahlung zurück an die Kundschaft. In Deutschland geht - zugunsten der Verbraucher und zulasten des Klimas - jedes vierte Paket zurück.

Wer es gut meint und Weihnachtsgeschenke zu früh liefern lässt - etwa im November - kann Pech haben. Dann ist nach Heiligabend keine Zeit mehr, das Geschäft zu widerrufen. Letzte Chance, ein ungewolltes Geschenk loszubekommen, können Tausch-Börsen oder Second-Hand-Shops sein. Viele große Händler sind jedoch kulant, was die Rückgabe von Produkten angeht, einige haben zudem erweiterte Rückgabefristen für Weihnachtsgeschenke:

HändlerUmtausch-Frist
Galeria Karstadt KaufhofWeihnachtseinkäufe können bis zum 31.01.23 umgetauscht werden, generell gibt es eine 30-tägige Rückgabegarantie für Online-Einkäufe
Amazon30 Tage
OttoAlle seit dem 01.11.2022 bestellten Artikel des Verkäufers Otto können bis zum 31.01.2023 kostenlos zurückgesendet werden. Für alle anderen Verkäufer gilt eine 30-tägige Rückgabefrist.
Mediamarkt SaturnFür zwischen dem 1.11. und dem 17.12.2022 gekaufte Ware (gilt nicht für Käufe bei Drittanbietern) gilt ein verlängertes Widerrufs- bzw. Umtauschrecht. Die Ware muss bis zum 31.12.2022 zurückgeschickt (rechtzeitige Absendung genügt) oder zurückgegeben werden.

Geschenk umtauschen, weil kaputt oder beschädigt

Das neue iPhone hat eine Macke, die PlayStation funktioniert nicht oder der Reißverschluss an der Ski-Jacke ist kaputt. In solchen Fällen haben die Beschenkten klare Rechte. Bei Neukäufen gibt es die Möglichkeit über zwei Jahre, Ansprüche beim Handel geltend zu machen. Ob die Ware aus dem Internet oder einem Ladengeschäft stammt, spielt dabei keine Rolle.

Geschenke umtauschen, auch der Handel hat Rechte

Händler und Händlerinnen können darauf bestehen, Produkte mit Mängeln reparieren zu lassen oder gegen ein gleichwertiges mangelfreies Produkt zu tauschen, informiert die Verbraucherzentrale. Wenn das nicht gelingt, könnte die Kundschaft den Kaufpreis mindern oder auf eine Rückzahlung bestehen. Kommt es wegen eines Mangels zum Streit, müssen Händler innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kauf beweisen, dass die Ware beim Kauf einwandfrei war.

Geschenk umtauschen und dafür Bargeld bekommen?

„Umtausch heißt Umtausch, weil etwas getauscht wird“, schreibt tagesschau.de. Das heißt: Ware gegen Ware. Nicht Ware gegen Geld. Die meisten Händler wollen ihre Gewinnspanne aus dem ursprünglichen Geschäft halten. Daher tauschen sie meistens gegen andere Ware oder bieten Gutscheine für einen späteren Einkauf an.

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