Weihnachten

Echte Tanne oder Weihnachtsbaum aus Plastik? Diese Variante ist wirklich nachhaltiger

Ein Weihnachtsbaum aus Plastik nadelt nicht, sieht perfekt aus und ist wiederverwendbar – doch sind Plastiktannen auch nachhaltiger als echte Christbäume?

Kassel – Echter Weihnachtsbaum oder doch lieber aus Plastik? Bei dieser Frage gehen die Meinungen oft auseinander. Für viele Menschen gehört eine natürliche Tanne einfach zu Weihnachten dazu und darf nicht fehlen. Es ist eben Tradition. Der Baum wird mit der ganzen Familie ausgesucht und dann bei besinnlicher Weihnachtsmusik geschmückt. Doch nach dem Fest landet die Tanne im Kamin oder in der Tonne. Ist ein Weihnachtsbaum aus Plastik deshalb die bessere Variante?

In den USA sind Plastikbäume keine Besonderheit mehr, in Deutschland kommt dagegen bei vielen Menschen nur eine echte Tanne ins Haus. Rund 23 bis 25 Millionen Bäume werden hier jährlich verkauft und damit natürlich auch gefällt. Aus Liebe zur Umwelt setzen deshalb immer mehr Menschen auf Weihnachtsbäume aus Plastik. Doch ist das wirklich nachhaltiger?

  • Welche Weihnachtsbaumarten gibt es?
  • Nordmanntanne
    Fichte
    Blaufichte
    Rotfichte
    Edeltanne / Nobilistanne
    Colorado-Tanne
    Korktanne
    Fraser-Tanne
    Nikko-Tanne

Weihnachten: Wie nachhaltig ist ein Weihnachtsbaum aus Plastik?

Bei einem Plastikbaum muss natürlich kein Baum sterben, ein Punkt der vermutlich viele von der Imitation überzeugt. Außerdem kann der Weihnachtsbaum aus Plastik nach dem Kauf jedes Jahr wiederverwendet werden. Man spart also bei einer guten Lagerung durchaus Geld. So wird der Plastikbaum vor dem Fest ganz einfach und unkompliziert in der Wohnung aufgestellt und geschmückt – später landet er wieder auf dem Dachboden, im Keller oder der Garage. Die Plastiktanne hat zudem den Vorteil, dass man sich mit diesem Weihnachtsbaum nicht tausende Insekten ins Haus holt. Doch ganz so umweltfreundlich, wie viele vielleicht denken, ist ein Plastikbaum auch nicht.

Weihnachtsbaumplantage: Nordmanntannen, die als Weihnachtsbäume verkauft werden sollen, stehen nebeneinander.

Denn die Ökobilanz von Weihnachtsbäumen aus Plastik ist schlechter, als die natürlicher Bäume, so Ökotest*. „Zwar kann der künstliche Baum immer wieder verwendet werden; da die meisten Plastik-Weihnachtsbäume aber aus Fernost kommen, ist ihr ökologischer Fußabdruck schon allein wegen des langen Transportwegs groß“, heißt es in dem Bericht. Für eine gute Ökobilanz müsste ein Plastikbaum 17 bis 20 Jahre genutzt werden, so Studien – oft landet der künstliche Baum aber schon viel früher in der Tonne. Beim Verbrennen werden dann Giftstoffe frei. Also doch beim klassischen Weihnachtsbaum bleiben?

Weihnachtsbaum kaufen: Echt oder Plastik? Welche Tanne umweltfreundlicher ist

Fakt ist: Baum ist nicht gleich Baum. Generell speichern natürlich alle echten Bäume während sie wachsen CO2. Es gibt allerdings Weihnachtsbäume, die nachhaltiger sind, als andere. Beim Kauf sollte man also auf einige Dinge achten. So kommt nicht jeder Baum auch direkt aus dem Wald um die Ecke. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2019 rund 2,3 Millionen frische Weihnachtsbäume nach Deutschland importiert. Der Großteil kam aus Dänemark. Bei diesen Bäumen spielen natürlich die Transportwege eine Rolle.

Außerdem stammt die beliebteste Weihnachtsbaumart, die Nordmanntanne, ursprünglich aus dem Kaukasus, so Ökotest. Der Baum ist in Deutschland also nicht heimisch. „Die Tannen werden unter dem Einsatz von viel Wasser, Dünger, Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden auf Plantagen herangezogen“, erklärt Ökotest. Sie haben also auch einen hohen Flächenverbrauch. Umweltfreundlicher ist laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine heimische Fichte, Kiefer oder Weißtanne zu nehmen. Diese Bäume sollten aus einer Öko-Weihnachtsbaum-Plantage oder aus dem Wald stammen. 

Interessante und hilfreiche Verbraucher-News*: Weitere Artikel finden Sie auf unserer Themenseite und in unserem wöchentlichen Verbraucher-Newsletter.*

Nachhaltiger Weihnachtsbaum: Echt, Plastik oder doch lieber ein Baum im Topf?

Der Vorteil ist bei Bio-Bäumen: Keine Pestizide und keine Düngung. Dafür sind die Bäume allerdings teilweise teurer, die Nachfrage ist zudem oft größer als das Angebot und „der völlige Verzicht auf mineralische Dünger und Pestizide setzt der optischen Qualität der Bäume Grenzen“, sagt Andreas Bitter, Professor für Forsteinrichtungen der Universität Dresden gegenüber Quarks.de. Also nicht unbedingt hübsch, aber nachhaltiger als die Nordmanntanne vom Supermarkt. Am besten sollte der Christbaum allerdings aus der Region kommen. Die Transportwege sind kurz und die CO2-Belastung somit gering.

Doch was ist mit einem Weihnachtsbaum im Topf? Hier ist der große Nachteil, dass viele Bäume den Wechsel von drinnen nach draußen nicht überstehen. Außerdem brauchen sie viel Pflege. Eine andere gute Alternative sind dagegen selbst gebastelte Christbäume aus Metall oder Holz. Sie sind wieder verwendbar, pflegeleicht und bereiten laut Ökotest auch „beim Entsorgen keine größeren (Umwelt-)Probleme.“ (svw) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Zur Weihnachtszeit steigt die Gefahr von Bränden. Oft liegt es an der verwendeten Beleuchtung. Welche Sicherheits-Tipps Sie bei Ihrem Weihnachtsbaum* beachten sollten.

Rubriklistenbild: © Frank Molter/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.