Meteorologe warnt

Wetter in Hochwasser-Gebieten: Neue Sturzfluten und schwere Gewitter drohen

Wetter-Experten warnen erneut vor Unwettern in Teilen von Deutschland. In den von Hochwasser verwüsteten Gebieten können Starkregen und Gewitter besonders gefährlich werden.

Kassel – Nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Teilen Deutschlands müssen sich einige der betroffenen Gebiete erneut auf Unwetter einstellen. Heftiger Starkregen und Hochwasser hatten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ganze Dörfer und Städte verwüstet. Die Aufräumarbeiten dauern an, doch ein Tief bringt erneut Unwetter-Gefahren mit sich. „Es wird nicht jeden treffen, aber dort wo so ein starkes Gewitter ablädt, kann es ganz schön gefährlich werden“, warnt Meteorologe Dominic Jung.

Viele Menschen hatte die Unwetter-Katastrophe am Wochenende überrascht, der Katastrophenschutz steht daher massiv in der Kritik. „Die Flut-Katastrophe kam nicht überraschend wie derzeit sehr oft behauptet wird“, kritisiert auch Jung. „Seit Tagen war klar, dass da etwas Großes im Anmarsch ist. Die Regenmengen wurden schon 3 bis 4 Tage vor dem Ereignis von den Wettermodellen nahezu perfekt erfasst.“ Der Meteorologe warnt jetzt erneut. Denn aus Westen zieht ein Tief in Richtung Deutschland und sorgt ab Samstag (24.07.2021) für eine unbeständige und schwülwarme Wetter-Lage.

Unwetter in Hochwasser-Gebieten – Experte warnt: „Starkregen kann schnell Erdrutsche auslösen“

Ab Samstagmittag kann es im Westen von Deutschland wieder Schauer, Gewitter und Unwetter geben - auch in NRW und Rheinland-Pfalz. Lokal kann es dann auch zu Starkregen mit bis zu 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter kommen, warnt Dominic Jung. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt ab Samstag von Westen her vor einer deutlich zunehmende Gewitterneigung bis hin zum Unwetter.

Die Kyll ist in Erdorf über die Ufer getreten: Besonders im Westen von Deutschland haben starke Regenfälle und Hochwasser für Chaos und Verwüstungen gesorgt.

„Wir erwarten zwar keine flächendeckenden Niederschläge wie vergangenen Mittwoch und Donnerstag, allerdings kann es hier und da regional ordentlich starke Gewitter geben. Eng begrenzt ist dann Startregen möglich. Der birgt die Gefahr lokaler Sturzfluten“, so Jung. Das ist laut dem Meteorologen vor allem in den Flutgebieten gefährlich. Denn dort ist das Erdreich noch aufgeweicht und aufgewühlt, erneuter Starkregen kann daher schnell Erdrutsche auslösen. Und auch die Wasserpegel in Flüssen können schnell wieder ansteigen, was erneut zu Hochwasser führe könnte.

Mittwoch (21.07.2021)21 bis 27 Grad, im Norden weiterhin Wolken und ein paar Regentropfen, im Süden viel Sonne
Donnerstag (22.07.2021)21 bis 30 Grad, im Süden viel Sonne und teils sehr warm, nach Norden weiterhin Wolken
Freitag (23.07.2021)22 bis 32 Grad, meist freundlich und trocken
Samstag (24.07.2021)25 bis 33 Grad, erst Sonne, dann aus Westen Schauer, Gewitter und auch Unwetter
Sonntag (25.07.2021)24 bis 29 Grad, schwülwarm und immer wieder kräftige Gewitter mit Starkregen
Montag (26.07.2021)22 bis 27 Grad, weitere Schauer und Gewitter
Dienstag (27.07.2021)21 bis 28 Grad, die instabile Wetterlage dauert an, weitere Schauer und Gewitter

Bis Freitag (23.07.2021) bleibt die Wetter-Lage in Deutschland zunächst ruhig. Ab Samstag ist dann jedoch erneut mit Unwettern zu rechnen. Das wechselhafte Wetter mit Gewittern und Regen bleibt dann bis in die kommende Woche bestehen. Mit Sommerwetter ist in Deutschland laut Jung zunächst nicht mehr zu rechnen. Auch eine neue Hitzewelle kommt vorerst wohl nicht auf Deutschland zu. (sne)
 

Rubriklistenbild: © Harald Tittel/dpa

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