Nutzer rätseln

Whatsapp-Einstellungen über Nacht geändert? Unheimlicher Kettenbrief kursiert

Auf Whatsapp kursiert ein mysteriöser Kettenbrief, der vor einem heimlichen Update warnt. Doch ist da wirklich etwas dran?

Kassel – Auf Whatsapp wird derzeit ein Kettenbrief herumgeschickt, in dem behauptet wird, der Messenger habe „über Nacht“ seine Einstellungen geändert. Weiter heißt es, die Einstellungen seien dahingehend verändert worden, dass Nutzer von nun an von „jedem“ in eine Gruppe hinzugefügt werden könnten – selbst wenn man die Person nicht kennt und die Nummer nicht abgespeichert hat.

Da sich der Kettenbrief schnell verbreitet, scheint vielen Menschen nicht klar zu sein, dass dahinter nicht die Wahrheit steckt. Wir klären auf.

Whatsapp: Um diesen Kettenbrief handelt es sich

Der Kettenbrief, der von einem ominösen, heimlichen Whatsapp-Update berichtet, reiht sich nahtlos in die schlechten Nachrichten für den Messenger ein: nachdem geplante Änderungen der Datenschutzrichtlinien monatelang für Kritik an Whatsapp gesorgt hatten, sah sich die Facebook-Tochter zeitgleich mehreren Gerüchten ausgesetzt, die von einem verstärkten Datenaustausch zwischen dem Messenger und dem sozialen Netzwerk berichteten.

Die Gerüchte sorgten sogar dafür, dass viele Whatsapp-Nutzer zur Konkurrenz abwanderten, wie etwa Signal. Gefälschte Kettenbriefe kann der Messenger in diesen Zeiten also erst recht nicht gebrauchen. Tatsächlich scheinen viele Menschen folgender Nachricht jedoch Glauben zu schenken:

Auf Whatsapp kursiert derzeit ein ominöser Kettenbrief, der vor einem heimlichen Update warnt. Was ist da dran?

„Falls es noch nicht bekannt ist: WhatsApp hat letzte Nacht seine Einstellungen upgedated, ohne die Nutzer zu informieren!“, heißt es in dem Kettenbrief. „Es hat seine Gruppeneinstellungen verändert und hat dich zu ›jeder‹ hinzugefügt. Das bedeutet, dass jeder WhatsApp Nutzer – auch wenn du ihn nicht kennst – dich ohne dein Wissen und ohne deine Zustimmung zu jeder beliebigen Gruppe hinzufügen kann. Das bedeutet deine Inhalte können angegriffen oder zugespamt werden“.

Kein heimliches Update: Informationen im Whatsapp-Kettenbrief sind falsch

Weiter wird in der Nachricht erklärt, wie man die Einstellungen so konfiguriert, dass einen nur die eigenen Kontakte zu Gruppen hinzufügen können. Auch wenn die Anleitung funktioniert, trägt man bei einer Weiterleitung auch dazu bei, dass Falschinformationen verbreitet werden. Denn tatsächlich wurde die Gruppen-Einstellung von Whatsapp überhaupt nicht verändert – schon gar nicht über Nacht und ohne installiertes Update.

Hinter dem Kettenbrief, der sich derzeit rasch verbreitet, steckt also eine recht simple Erklärung: Schon zuvor war die Einstellung „jeder“ aktiviert, dies wurde von Whatsapp-Nutzern nur offenbar nie wahrgenommen oder nicht als störend empfunden. Werden Menschen per Kettenbrief jedoch darauf aufmerksam gemacht und ihnen erzählt, dass der Messenger klammheimlich und ohne Einverständnis Änderungen vorgenommen hat, werden viele Nutzer aber offenbar aktiv.

Alle weiteren Whatsapp-News finden Sie auf unserer Themenseite.

Zum Vergleich: Dort, wo die Gruppen-Einstellung verändert werden kann, lässt sich auch konfigurieren, wer das eigene Profilbild, den Status und die Info einsehen kann. Davon ist in dem Kettenbrief allerdings nicht die Rede, obwohl auch diese sensiblen Daten vor Unbekannten geschützt werden sollten. Es rät sich also stets, App-Einstellungen ohnehin selbst zu überprüfen, und Informationen aus Kettenbriefen nicht für bare Münze zu nehmen. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © 7aktuell/Imago

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