Kurioser Grund

Krebs-Gefahr: Bekannter Zahnpasta-Hersteller fügt unsicheren Stoff hinzu

Zahnpasta: Eine bekannte Marke hat seinem Produkt einen krebsverdächtigen Stoff hinzugefügt.
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Zahnpasta: Eine bekannte Marke hat seinem Produkt einen krebsverdächtigen Stoff hinzugefügt.

Titandioxid gilt als krebsverdächtig. Immer mehr Zahnpasta-Hersteller verzichten auf den umstrittenen Stoff - es gibt allerdings auch Ausnahmen.

Kassel - Titandioxid ist in Deutschland nicht verboten. Allerdings hat die Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) den Stoff als „nicht sicher“ eingestuft. Eine Folge: Immer mehr Zahnpasta-Hersteller streichen den Aufheller freiwillig aus ihren Produkten - im Gegensatz zu einer anderen Marke.

Anfang Mai stufte die Efsa den umstrittenen Stoff als „nicht sicher“ ein. Das sorgte für viel Diskussion. Denn: Einige halten das Weißpigment für unbedenklich. Andere gehen davon aus, dass Titandioxid krebserregend oder erbgutschädigend wirken kann - so wie beispielsweise die Europäische Chemikalienagentur.

Titandioxid in Zahnpasta: Stoff ist krebsverdächtig

Laut dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) wird Titandioxid meist nur in geringen Mengen über die Nahrung aufgenommen. Jedoch müsse viel Zeit verstreichen, damit der Körper den Stoff ausscheidet. Die Gefahr: Die Substanz könne sich im Gewebe anreichern.

Diese Einstufung betrifft in erster Linie Lebensmittel - keine Produkte wie Zahnpasta. Wie bedenklich die Substanz in Kosmetika ist, könne das BfR nicht konkret einschätzen. Noch ist das Weißpigment nicht verboten.

Titandioxid\tWeißpigment
Chemische Formel\tFormel: TiO2
Wird eingesetzt zur\tAufhellung von Kaugummis, Hustenbonbons, Zahnpasta oder glänzender Überzug bei Tabletten und Süßigkeiten
Ist Titandioxid verboten?\tIn Deutschland nicht, in Frankreich schon.

Unternehmen lassen Produkte wie Zahnpasta weißer strahlen

Unternehmen nutzen das chemische Element in der Lebensmittelindustrie, um ihre Produkte aufzuhellen - oder helle Farben weiß strahlen zu lassen. Der umstrittene Stoff findet sich unter anderem in folgenden Proukten:

  • Sonnencreme
  • Zahnpasta
  • Tattoofarbe

In der Lebensmittel-Produktion wird der Stoff verwendet, um beispielsweise Kaugummis, Dragees und Bonbons mit einem weißen Überzug zu versehen. Auch in Fertig-Soßen, Käse und Backwaren wird das Farbpigment genutzt.

Verbraucher finden Titandioxid unter der Bezeichnung „CI 77891“ auf den Inhaltsbeschreibungen der Lebensmittel und Kosmetika - er ist zudem als Lebensmittelzusatzstoff E 171 zugelassen. Nach der Efsa-Einstufung hatten einige Zahnpasta-Hersteller angekündigt, auf Titandioxid in ihren Produkten zu verzichten. Das berichtet Buzzfeed.de. Allerdings bezogen nicht alle Unternehmen eine klare Stellung - und ein Zahnpasta-Hersteller hat genau das Gegenteil veranlasst.

Buzzfeed deckt auf: Zahnpasta enthällt plötzlich krebsverdächtigen Stoff

Das Unternehmen warb laut Buzzfeed.de damit, die Rezeptur seiner Zahncreme angepasst zu haben. Kunden dürften sich nun auf einen „verbesserten Geschmack“ freuen. Was auffällt: Die Zahncreme von Parodontax enthält nun Titandioxid. Das fand der Journalist Martin Rücker heraus.

Konkret geht es dabei um die Zahnpasta „Extra Frisch der Marke Parodontax“. Sie wird von der Firma GlaxoSmithKline (GSK) mit Sitz in London hergestellt und vertrieben. Rücker fragte bei dem Unternehmen nach, was der Grund für die Rezeptur-Änderungen sei.

Krebs-Gefahr in Zahnpasta: Unternehmen antwortet mit „nichtssagendem Statement“

Die Antwort lässt zu wünschen übrig. Der Konzern habe die Frage mit einem „nichtssagendem Statement“ beantwortet“, schreibt Rücker auf Twitter. Der Journalist habe die Zahnpasta genau unter die Lupe genommen - mit dem Ergebnis: Die Farbe der Zahnpasta sei nun nicht mehr dunkelrosa - sondern hellrosa. (Jan Wendt) *buzzfeed.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Zuletzt hatte es mehrere Rückrufe wegen erhöhter Krebs-Gefahr gegeben. Betroffen waren unter anderem ein beliebtes Dessert und ein Nudel-Produkt.

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