Verbraucherzentrale gibt Tipps

Giftige Zucchini aus eigenem Garten können der Gesundheit massiv schaden - darauf sollten Sie achten

Die Verbraucherzentrale warnt derzeit: Wer Zucchini falsch anbaut, setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Ein giftiger Stoff kann sich bilden.

Kassel – Sie sind grün oder gelb und äußerst lecker. Derzeit ist Zucchini-Zeit. Seit Mitte Juni können Hobbygärtner auch in Deutschland das beliebte Gemüse frisch aus dem heimischen Garten ernten und in Quiche, Ratatouille und Co. verzehren. Um Zucchini unbedenklich genießen zu können, müssen Hobbygärtner allerdings einiges beachten.

Bei falschem Anbau und falscher Pflege kann das leckere Gemüse den Giftstoff „Cucurbitacin“ bilden, warnt die Verbraucherzentrale. Diese Giftstoffe können unter anderem Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe und Durchfall hervorrufen. „In seltenen Fällen wurden Vergiftungen mit tödlichem Verlauf beschrieben“, teilte die Verbraucherzentrale bereits im Jahr 2017 mit.

Die Experten verwiesen auf einen Fall aus dem Jahr 2015. Damals war ein 79-jähriger Mann nach dem Verzehr von Zucchini an einer „Cucurbitacin“-Vergiftung gestorben. Das Gift könne in hoher Konzentration die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt auflösen. Im Jahr 2017 kam darüber hinaus eine Rentnerin aus Schleswig-Holstein wegen des Verzehrs eines Stücks giftiger Zucchini in ein Krankenhaus.

Lecker, aber manchmal auch leider giftig: Zucchini können den Giftstoff Cucurbitacin bilden. (Symbolfoto)

Zucchini: Verbraucherzentrale warnt vor Giftstoff Cucurbitacin

Doch wie lässt sich vermeiden, dass Zucchini den Bitterstoff „Cucurbitacin“ bildet? Die Verbraucherzentrale rät Hobbygärtnern, beim Anbau des Gemüses ausschließlich Samen aus dem Handel zu verwenden. Durch professionelle Züchtung werde gezielt die Bildung von „Cucurbitacinen“ verhindert, heißt es.

Zudem sollte Zucchini nicht in der Nähe von Zierkürbissen aufgezogen werden, da es zu Rückkreuzungen kommen und sich Cucurbitacin in der Zucchini bilden könne.

Zucchini
HerkunftIn Italien gab es bereits im 17. Jahrhundert Zucchini
Vitamine und MineralstoffeKalzium, Vitamin C, Eisen, Beta Karotin
Energie pro 100 Gramm18 Kilokalorien
ErnteIn Deutschland zwischen Juli und Oktober

Gartentipps: Giftstoff Cucurbitacin in Zucchini kann Übelkeit hervorrufen

Auch große Hitze begünstigt nach Angaben der Fachleute die Entstehung von „Cucurbitacin“. Der Bitterstoffgehalt nehme zu, je reifer das Gemüse werde. Deshalb sollten Zucchini möglichst jung geerntet und vor Hitze geschützt werden. Vor hohen Temperaturen sollte zudem auch kommerziell vermarktete Ware geschützt werden. Auch Zucchini aus dem Supermarkt können in Stress geraten, der die Bildung des Giftstoffes fördern könne, teilt die Verbraucherzentrale mit.  

In Panik geraten sollte jedoch niemand. „Cucurbitacine“ sind in der Regel leicht herauszuschmecken. Deshalb gilt: Zucchini und Kürbisse sollen immer vor der Zubereitung probiert werden. Schmecken sie sehr bitter, sollten sie keinesfalls verzehrt werden, warnt die Verbraucherzentrale. Denn: „Cucurbitacine“ werden durch Kochen nicht zerstört.

Zucchini landen seit vielen Jahrhunderten auf dem Tisch. In Italien war das Gemüse bereits im 17. Jahrhundert bekannt. „Zucca“ bedeutet im Italienischen Kürbis, Zucchini sind „kleine Kürbisse“.

Neben Zucchini können auch zahlreiche andere Pflanzen in Garten und auf dem Balkon eine Gefahr darstellen. Vor allem im Juni und Juli sollte man sich vor dem Riesen-Bärenklau in Acht nehmen. (uf)

Rubriklistenbild: © zhekos/imago

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