Verpfuschtes Jesus-Bild

2.000 Euro für die beste Fresko-Parodie

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Links das Original-Fresko, rechts die "neue" Version

Borja - Seitdem eine Hobby-Restauratorin ein Jesus-Bild verschandelte, erlebt der spanische Ort Borja einen Touristen-Boom. Jetzt plant die Gemeinde ein Museum mit skurrilen Kopien des Fresken-Fiaskos.

Sie wollte doch nur das ramponierte Fresko aus dem örtlichen Kloster von Borja wiederherstellen. Aber diese Aktion war ein paar Nummern zu groß für die Freizeit-Pinselschwingerin Cecilia Gimenéz (85). Seitdem hat der über 100 Jahre alte leidende Jesus mit der Dornenkrone starke Ähnlichkeit mit einem Monchichi in einem schlecht sitzenden Kittel, meinen Experten. Die ganze Welt lachte über das verschandelte Werk - und kam, um sich den Kunstskandal mit eigenen Augen anzusehen. Der "Ecce Homo di Cecilia", wie das Heiligenbild seitdem heißt, wurde zur Touristen-Attraktion.

Die Gemeinde des 5000-Seelen-Ortes plant jetzt ein ganzes Museum mit den originellsten Kopien der verpfuschten Restaurierung. Für das "beste" Gemälde, von einer Fach-Jury gewählt, gibt es sogar 2.000 Euro, ist auf der Homepage des federführenden Vereins zu lesen. Mitmachen kann jeder.

Im Internet waren die unglaublichsten Parodien der Verschlimmbesserung aufgetaucht, als die Nachricht vom Monchichi-Jesus um die Welt ging. Andere Meisterwerke wie da Vincis "Abendmahl" sowie seine "Mona Lisa" oder van Goghs Selbstporträts wurden "cecilianisiert". Auch Action-Held Chuck Norris und die Muppets wurden dank Photoshop zu witzigen Fresken-Imitaten. Die Parodien wurden mit Begeisterung verbreitet. Man darf sich also auf äußerst komische Wettbewerbsbeiträge freuen.

Mit den Einnahmen aus dem Eintritt für das Museum will sich die Gemeinde übrigens nicht bereichern. Sie sollen in eine Stiftung fließen, die Menschen mit Behinderung hilft. Was mit einem richtig schlecht restaurierten Werk begann, wird jetzt also zu einer richtig guten Tat.

hn

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