Angriff auf Magier und Tod des documenta-Vaters

Der 3. Oktober ist nicht nur der Tag der Deutschen Einheit

Der tag der Deutschen Einheit wird seit 1990 immer am 3. Oktober gefeiert: Der Festakt findet im Jahr 2018 in der Berliner Staatsoper statt.
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Der Tag der Deutschen Einheit wird seit 1990 immer am 3. Oktober gefeiert: Der Festakt findet im Jahr 2018 in der Berliner Staatsoper statt. Auf unserem Archivbild ist der Reichstag zu sehen.

Der 3. Oktober ist schon seit 1990 eine feste Größe im Kalender der Deutschen. Doch hinter diesem Datum verbirgt sich nicht nur der Tag der Deutschen Einheit.

Die Mauer fiel zwar schon am 9. November 1989, doch der 3. Oktober des Folgejahres ist uns Deutschen einen Feiertag wert - und zwar bundesübergreifend. Kein Wunder, denn die geschichtsträchtigen Ereignisse rund um die Wiedervereinigung Deutschlands lösen vermutlich noch heute Gänsehaut und Tränen der Rührung bei vielen Menschen aus. Nach den Jahrzehnten der Spaltung schlossen sich Familienmitglieder und Freunde, die durch die Mauer getrennt waren, endlich wieder in die Arme. 

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Die damalige DDR schloss sich offiziell am 3. Oktober der Bundesrepublik an. 1000 Seiten hatte der Wiedervereinigungsvertrag. Darin wurde beispielsweise geregelt, dass Berlin die Bundeshauptstadt ist. Folgende Bundesländer gehören seither zur BRD:

  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Brandenburg
  • Thüringen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Berlin war schon Teil der BRD, wurde aber durch Ost-Berlin und West-Staaken erweitert.

Doch Es gibt noch ein paar andere Ereignisse, die auf dieses besondere Datum Fallen. Der Tod des documenta-Vaters, ein folgenschwerer Tigerangriff und die Geburt eines Fußballers gehören unter anderem dazu. Hier kommt eine kleine Auflistung von Ereignissen, die alle am 3. Oktober passiert sind.

1946: Dr. Stefan Frank wird geboren

Er war der wohl sympathischste Gynäkologe im deutschen Fernsehen: "Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen" hieß die RTL-Serie, die von 1995 bis 2001 gezeigt wurde, um das weibliche Publikum zum Einschalten zu bewegen. Die Serie um den Mann mit der perfekt sitzenden Föhnfrisur war so erfolgreich, dass sie noch Jahre später in Kroatien und Montenegro ausgestrahlt wurde. Sigmar Solbach - so heißt der Schauspieler wirklich - wurde am 3. Oktober 1946 geboren und erlebte mit der Schmonzette seinen großen Durchbruch im TV. Wenn Solbach das Spekulum schwang, schmolzen Frauenherzen dahin.

TV-Gynäkologe im Ruhestand: Sigmar Solbach verkörperte "Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen". Auf dem Archrivbild aus dem Jahr 2012 ist er mit seine Frau Claudia in München zu sehen. Solbach wurde am 3. Oktober 1946 geboren.

Manchen ist der heute 72-Jährige vielleicht auch aus Auftritten in der "Schwarzwaldklinik" und dem "Traumschiff" ein Begriff. Als Synchronsprecher ist Solbach noch heute aktiv. Unter anderem hat er sogar schon Hollywood-Größen wie Kirk Douglas und Yul Brynner seine Stimme geliehen.

1969: Fernsehturm in Berlin wird eröffnet

Er ist  368 Meter hoch und mit diesem Maß das höchste Bauwerk in Deutschland: der Berliner Fernsehturm. Benutzt wird der Turm als Rundfunksender, Restaurant und natürlich als Aussichtsturm. Eröffnet wurde das beliebte Wahrzeichen am 3. Oktober 1969. 

Dieses Wahrzeichen erkennt man aus vielen Kilometern Entfernung: Der Berliner Fernsehturm wurde am 3. Oktober 1969 offiziell eröffnet.

Am Bahnhof Alexanderplatz hält der Turm nun unübersehbar die Stellung. Wer mag, kann das gute Stück besichtigen. Doch Achtung: Gratis ist das nicht. Wer einen Schnelleinlass für Turm und Restaurant wünscht, muss 19.50 Euro bezahlen. Ein Standard-Ticket für Erwachsene kostet 13 Euro und ist nur vor Ort zu bekommen. Wer das Geld ausgibt, bekommt allerdings etwas geboten: einen atemberaubenden Ausblick über unsere Bundeshauptstadt.

1969: Gwen Stefani wird geboren

Der rote Lippenstift ist schon seit ihrer Zeit als Sängerin bei No Doubt ihr Markenzeichen. Die US-Amerikanerin wurde mit der Single "Don’t Speak" weltbekannt. Damals - es war das Jahr 1995 - war Stefani im dunkelblauen Pünktchen-Kleid gefühlt rund um die Uhr bei irgendeinem der großen Musiksender zu sehen. Geboren wurde Gwen Renée Stefani, die inzwischen auch vier Solo-Alben auf den Markt gebracht hat, am 3. Oktober 1969 in Kalifornien.

Sie scheint kaum zu altern: US-Sängerin Gwen Stefani hat am 3. Oktober Geburtstag und ist nun 49 Jahre alt. Berühmt wurde sie als Frontfrau der Band No Doubt Mitte der 1990er.

Wie so oft ist in der Welt der Schönen und Reichen nicht nur ein Standbein erforderlich, um die Millionen zu vermehren. Gwen Stefani versucht sich deshalb schon seit Mitte der 2000er als Designerin. Die Mutter von drei Kindern war von 2002 bis 2016 mit Gavin Rossdale verheiratet. Der britische Musiker ist als Sänger der Band Bush berühmt. 

1977: Vater der documenta stirbt

Er prägte Kassel wie nur wenige andere: Arnold Bode. Er gilt als Papa der Weltkunstausstellung documenta. Am  23. Dezember 1900 wurde er in Kassel geboren. Er starb auch in Kassel: am 3. Oktober 1977. Ein gesundes Selbstbewusst sein hatte Bode allemal.  „Fehler“, sagte Bode und zog die Augenbrauen hoch, „Fehler kann der Beste machen, sogar ich.“ Bode studierte Malerei und Grafik an der Kunstakademie Kassel. Später wurde er selbst Professor für Malerei an dieser Kunstakademie.

Papa der documenta: Der Künstler und Kurator Arnold Bode starb am 3. Oktober 1977. Er studierte an der Kunstakademie in Kassel.

Bodes künstlerisches Hauptthema war die Darstellung von Landschaften. Die Grundtöne waren meist dunkel. Sein Stil wird heute dem lyrischen Realismus zugeordnet. 1955 - zeitgleich mit der Bundesgartenschau - veranstaltete Bode die erste documenta. Direkt nach dem Ende der documenta 6 starb Arnold Bode.

1978: Gerald Asamoah wird geboren

Er gehört für viele Fans zu Schalke 04 wie das klassische Logo in Blau-Weiß: Gerald Asamoah. Der Spieler dribbelte von 1999 bis 2010 in Gelsenkirchen den Ball. Geboren wurde der ehemalige Kicker allerdings nicht im Pott, sondern in Ghana. Um genau zu sein erblickte Asamoah am 3. Oktober 1978 in Mampong das Licht der Welt.

Gerald Asamoah stand oft in der Veltins Arena in Gelsenkirchen: Der Ehemalige Schalke-04-Spieler ist inzwischen selbst Trainer und engagiert sich für kranke Kinder. Geboren wurde der Sportler am 3. Oktober 1977 in Afrika.

323 Bundesligaspiele hat der Stürmer insgesamt absolviert. Vom Fußball kommt der dreifache Vater aber auch nach dem Ende seiner Spielerkarriere einfach nicht weg: Er ist inzwischen als Trainer tätig. Seine Prominenz nutzt der Sportler, um anderen zu helfen: Unter anderem betreibt er die Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder.

2003: Roy wird vom Tiger fast getötet

Es war der 3. Oktober 2003 im Hotel "Mirage" in Las Vegas: Magier Roy Horn - glitzernd, schillernd, extrovertiert - wird von einem seiner weißen Tiger angegriffen. Das Tier packte seinen vermeintlichen Meister am Hals und schleppte ihn von der Bühne. Zuvor biss ihn die Raubkatze noch in den Arm - das alles geschah vor Publikum. Roy erlitt damals im Alter von 59 Jahren während der Show auch einen Schlaganfall. Bis heute ist aber nicht geklärt, ob der Schlaganfall durch den Übergriff des Tigers ausgelöst wurde oder schon kurz zuvor eintrat.

Magie Damals und heute: Auf dem rechten Bild sieht man Siegfried (links) und Roy im Jahr 2014 in München. Nach dem Übergriff des weißen Tigers Montecore war die Show-Karriere der Zauberer vorbei. Noch heute hat Roy Horn bleibende körperliche Schäden. Das rechte Bild zeigt die Magier 1981. Bis 1998 waren die beiden Männer miteinander liiert. Das wurde bei einem Interview 2007 bekannt.

"Siegfried & Roy at The Mirage" war bis zu diesem 3. Oktober 2003 die beliebteste und wohl publikumsreichste Show in der Unterhaltungswelt von Las Vegas. Über 1,5 Milliarden Dollar verdiente das Hotel mit den deutschen Einwanderern. Doch mit dem blutigen Vorfall war die Karriere des Zauberer-Duos schlagartig vorbei. Roy kämpfte sich nur langsam zurück ins Leben - allerdings behielt er unübersehbare bleibende Schäden: Die linke Körperhälfte weist Lähmungen auf. Der Tiger wurde nicht eingeschläfert und starb vor einigen Jahren einen natürlichen Tod.

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