Chikli in der Ukraine festgenommen

60 Millionen ergaunert: Betrüger nach jahrelanger Flucht geschnappt

Er brachte Großunternehmen um riesige Geldsummen. Nun wurde der Betrüger Gilbert Chikli nach Jahren der Flucht festgenommen.

Paris/Kiew - Jahre nach seiner Flucht ist in der Ukraine ein französischer Betrüger gefasst worden, der diverse Großunternehmen zur Auszahlung von Millionensummen gebracht hatte. Nach der Festnahme von Gilbert Chikli in der Ukraine stehe am Sonntag eine Anhörung zu seiner Auslieferung an Frankreich an, sagte sein Anwalt David-Olivier Kaminski am Samstag. Mit Chikli wurde ein Franko-Israeli festgenommen.

Chikli hatte von 2005 bis 2006 insgesamt 60,5 Millionen Euro ergaunert, indem er sich bei Mitarbeitern von Großunternehmen als deren Chef oder als Geheimagenten ausgegeben hatte, der gegen Geldwäsche kämpft. Unternehmen wie die Banken HSBC und Crédit Lyonnais, der Raumfahrtkonzern Dassault, der Eisenbahnbauer Alstom und das Kaufhaus Galeries Lafayette händigten Chikli freiwillig riesige Summen aus.

Von dem so erschlichenen Geld konnten 52,6 Millionen Euro zurückgeholt werden, die übrigen 7,9 Millionen Euro brachte Chikli selbst auf.

Chiklis Anwalt sagte, sein Mandant setze darauf, seine Reststrafe in Israel absitzen zu können. Der Betrüger war einige Monate in Frankreich inhaftiert gewesen, bevor ihm 2009 die Flucht nach Israel gelang. 2015 wurde Chikli in Abwesenheit von einem Pariser Gericht zu sieben Jahren Haft verurteilt. Außerdem soll er eine Million Euro Strafe und an seine Opfer 5,5 Millionen Euro Entschädigung zahlen.

In einem Interview mit dem französischen Fernsehen hatte Chikli 2010 gesagt, er habe nun einmal "eine Gabe" für Betrügereien.

afp

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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