War es heimtückischer Mord?

88-jährige Mutter qualvoll erstickt - Sohn vor Gericht

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Das Kölner Landgericht muss nun zu einem Urteil kommen.

Köln - Hat der Angeklagte seine Mutter umgebracht? Das Gericht will in 14 Verhandlungstagen zu einem Ergebnis kommen. Die Verteidigung hat ein Ziel - und das ist nicht der Freispruch.

Ein Mann aus Leverkusen soll seine 88 Jahre alte pflegebedürftige Mutter heimtückisch getötet haben. Am Mittwoch begann der Mordprozess gegen ihn vor dem Kölner Landgericht. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ging der 60-Jährige im vergangenen Juni nachts ins Schlafzimmer seiner Mutter und drückte ihr mit den Händen Mund und Nase zu. Als die alte Frau sich wehrte und verzweifelt nach Luft schnappte, soll er sich auf ihren Brustkorb gesetzt und sie gewürgt haben. Das Opfer sei qualvoll erstickt.

Zu den Vorwürfen äußerte sich der angeklagte Speditionskaufmann zunächst nicht. Am ersten Verhandlungstag schilderte er, das Verhältnis innerhalb seiner Familie sei nicht besonders herzlich gewesen. Beide Eltern seien in den vergangenen Jahren pflegebedürftig geworden, der Vater starb im Mai 2016. Der alleinstehende Angeklagte beschrieb sich selbst als jemanden, der stets planvoll vorgehe. „Ich habe die Idee, mein Leben mit 70 zu beenden“, sagte er. So wolle er sich mögliche Erkrankungen, Operationen oder Altersarmut ersparen.

Sein Verteidiger sagte am Rande des Prozesses, Ziel sei zwar kein Freispruch, aber auch keine Verurteilung wegen Mordes. „Dazwischen liegen mehrere Varianten, die denkbar wären.“ Für den Prozess sind 14 Verhandlungstage bis Ende Juni angesetzt.

dpa

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