Er hatte die Tat gestanden

Mörder der kleinen Christina (9) verurteilt

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Der Mörder der kleinen Christina ist verurteilt worden.

Osnabrück - Erst vergewaltigte er die kleine Christina, dann brachte er die Neunjährige um. Nun fiel das Urteil zu dem Verbrechen aus dem Jahr 1987, das erst im vergangenen Jahr aufgeklärt werden konnte.

Für den Mord an der kleinen Christina vor mehr als 26 Jahren hat das Landgericht Osnabrück einen 46-Jährigen zu einer Jugendstrafe von acht Jahren verurteilt. Der geständige Mann hatte im November 1987 die neunjährige Grundschülerin auf ihrem Weg zur Schule abgefangen und nach einer Vergewaltigung ermordet. Das Sexualdelikt ist - im Gegensatz zum Mord - inzwischen verjährt.

Der Angeklagte machte zum Zeitpunkt der Tat eine Lehre als Brückenbauer, war fast die ganze Woche über auf Montage. Nur Freitags war er in Osnabrück, er musste zur Berufsschule. Christina war mit ihren Freunden auf dem Weg zur Grundschule. Als ihre Schulkameraden auf eine Freundin warteten, ging sie allein weiter. Nur ein paar Meter weiter traf sie ihren Peiniger und Mörder, der dort gerade beim Joggen war. „Christina war ein Zufallsopfer“, stellte Richter Franz-Michael Holling fest. Nach Überzeugung der Richter erstickte der Angeklagte das Mädchen aus Furcht vor Entdeckung mit einem Schal. Christina habe gesagt, ihrer Mutter von dem Vorfall zu berichten.

Schon kurz nach der Tat gab Hinweise auf den damals 19-Jährigen. Hieb- und stichfeste Beweise gegen ihn waren Ende der achtziger Jahre aber nicht zu finden. Erst aufgrund von Fortschritten bei der DNA-Analyse konnte der Täter im vergangenen Jahr ermittelt werden.

Weil der Angeklagte zur Tatzeit 19 Jahre alt war, wurde er nach dem Jugendstrafrecht von 1987 verurteilt. Das Gericht erkannte auf Mord, nicht auf Totschlag. Dazu sei der Täter zu brutal gewesen. „Der Vernichtungswille ist offenkundig“, sagte Holling. Gutachtern zufolge war der Mann zur Tatzeit voll zurechnungsfähig. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten acht Jahre, die Verteidigung sechseinhalb Jahre Haft gefordert.

Täter spürte einen inneren Drang

Das Motiv bleibe im Dunkeln. Das Gericht hielt dem Mann zugute, dass er nach dem Tod der Mutter bei Pflegefamilien und Jugendhilfeeinrichtungen aufwuchs. Er habe sich ungeliebt gefühlt, habe Schwierigkeiten gehabt, mit seinen Gefühlen umzugehen. Psychische Probleme mit seiner Sexualität seien hinzugekommen. Der Angeklagte habe damals oft einen dumpfen inneren Drang verspürt, sagte der Richter.

„Es war eine zutiefst sinnlose und unerklärliche Tat“, sagte Holling. Für den Angeklagten spreche, dass er die Tat im Gerichtssaal gestanden habe. Zweifel an seiner Täterschaft haben die Richter nicht. „Er hat Täterwissen offenbart“, sagte Holling. So sei das Geständnis das wichtigste Beweismittel gewesen.

In der Verhandlung hatte der Angeklagte Christinas Eltern um Entschuldigung gebeten. Der Vater, der als Nebenkläger auftrat, habe sich das angehört, sagte dessen Anwalt. „Aber eine Absolution erteilt er nicht.“ „Die Zeit heilt nicht alle Wunden“, sagte der Richter in Richtung des Vaters. Er und die Mutter, die auf eine Nebenklage verzichtet hatte, hätten sich immer wieder die Fragen gestellt: „Warum musste das passieren? Warum gerade unser Kind?“

dpa

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