"Tear down this wall!"

Lärmschutz? Ärger um "neue Berliner Mauer"

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Bei einigen werden bei dieser Lärmschutzwand Erinnerungen an die echte Berliner Mauer wach.

Berlin - Im noblen Berliner Villenviertel Dahlem soll eine Lärmschutzwand Luxuswohnungen von einer Skaterbahn abschirmen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert: "Tear down this wall!"

Fünf Meter hohe Betonwände, die eine Luxuswohnanlage im Villenviertel Dahlem vor dem Krach von Kindern und Jugendlichen abschirmen sollen, erhitzen in Berlin die Gemüter. Nach Fertigstellung fassen sie eine Skaterbahn und einen Sportplatz zu großen Teilen ein. Später sollen die Wände begrünt werden. Betroffen ist auch das Kinderhaus „Tom Sawyer“, dessen Zugang verengt wird.

"Die Skaterbahn ist laut, aber es gibt sie seit etwa zehn Jahren, noch nie hat es Beschwerden von Anwohnern gegeben", sagte die Leiterin der Einrichtung, Anne Pallada. Die meterhohen Wände hätten in der Nachbarschaft Empörung ausgelöst. "Können Sie sich das Bild vorstellen, wenn ein Sechsjähriger vor einer fünf Meter hohen Wand spielt?"

„Es ist ein Skandal, dass das Wohl von Investoren und Bewohnern von Luxuswohnungen über den Interessen von Kindern und Jugendlichen steht“, hatte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, Holger Hofmann, am Mittwoch betont. Er sprach von einem Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention und fordert in einem offenen Brief an Bürgermeister Klaus Wowereit: "Tear down this wall!" - eine Anspielung auf die historische Rede von EX-US-Präsident Ronald Reagan. Der hatte im Juni 1987 am Brandenburger Tor den damaligen Kreml-Chef Michail Gorbatschow mit diesen Worten aufgefordert, die "echte" Berliner Mauer niederzureißen. 

Baustadtrat rechtfertigt die Mauer

Der Baustadtrat des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf, Norbert Schmidt (CDU), bestritt die Vorwürfe am Donnerstag. Das Gelände, auf dem jetzt die Neubauten entstehen, sei planungsrechtlich schon lange ein Wohngebiet, aber nur nicht bebaut worden. „Die Skaterbahn wäre nie genehmigt worden, wenn es gegenüber schon Wohnungen gegeben hätte“, sagte der CDU-Politiker. „Messungen haben Lärmwerte ergeben, die wir als Behörde nicht zulassen dürfen - sie sind zu hoch für Wohngebiete. Der Bezirk will die Bahn aber erhalten, deshalb die Schutzwand.“

Auch der Investor der neuen Wohnanlage verteidigte die Bauarbeiten. Die Firma Stofanel machte in einer Stellungnahme geltend, dass die Schallschutzwände der Vorbeugung möglicher Lärmklagen betroffener Nachbarn dienten. Ohne die von der Firma bezahlten Wände hätte es vom Bezirksamt keine Baugenehmigung gegeben.

dpa

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