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Das ist der größte Vulkan Europas – der Ätna

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Von: Joshua Schößler

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Der Ätna ist der größte Vulkan Europas und hat bereits viel Zerstörung angerichtet. Doch wie ist er eigentlich entstanden?

Sizilien – Der Ätna ist der größte aktive Vulkan Europas und befindet sich an der Ostküste der italienischen Insel Sizilien. Von den Einheimischen wird er auch als Mongibello bezeichnet. Die Schreibweise „Etna“ ist in Italien und vielen anderen Ländern üblich.

NameÄtna
Höhe3357 Meter über dem Meeresspiegel
LageSizilien, Italien
Schartenhöhe3357 Meter
TypSchichtvulkan
Letzte EruptionOktober 2021

Ätna: Um den Vulkan in Italien ranken sich viele Mythen

Es gibt viele Mythen und Legenden, die sich um den beeindruckenden Vulkan ranken. Seine Bedeutung für die Menschen in seiner Umgebung und weltweit wurde im Jahr 2013 durch die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes unterstrichen. Um die Faszination des Ätna selbst zu erleben, machen viele Touristen in Orten wie Catania, Nicoloso oder Taormina Halt.

Der Ätna ist ein beeindruckender Vulkan mit einer Höhe von 3.323 Metern über dem Meeresspiegel. Durch ständige Eruptionen kann sich seine Höhe jedoch im Laufe der Zeit verändern und beträgt manchmal 3.200 Meter, manchmal 3.350 Meter. Er überragt alle anderen Berge auf Sizilien und sein einziger Gegner in Bezug auf Höhe ist die Marmolata in den Dolomiten mit 3.343 Metern. Der Ätna hat eine Fläche von 1.250 km² und einen Umfang von etwa 250 Kilometern.

Der Ätna entstand vor 600.000 Jahren

Der Ätna ist ein Schichtvulkan (auch Stratovulkan genannt), der aus Schichten von Lava und Lockermassen besteht. Er entstand vor 600.000 Jahren durch unterseeische Eruptionen und erhob sich über einen Zeitraum von mehreren hunderttausend Jahren aus der Meeresbucht an der Ostküste Siziliens. Der Name „Ätna“ stammt vermutlich von dem indogermanischen Wort „aidh“ (brennen).

Erst später erkannten die Menschen, welche Kräfte für den Vulkanismus am Ätna verantwortlich sind. Dies liegt an der besonderen geologischen Situation Süditaliens. Sizilien befindet sich an einer Plattengrenze zwischen Afrika und Europa, wodurch ein Teil der afrikanischen Platte unter den europäischen Kontinent geschoben und im Erdmantel aufgeschmolzen wird.

Durch den Gebirgsrücken des Apennins entlang der Westküste Italiens und die Comiso-Messina-Störung entlang der Nordküste Siziliens entsteht eine Host- und Grabenstruktur mit einem Riff. Der Ätna entstand an der Kreuzung dieser beiden Störungssysteme.

Die Menschen in Sizilien sind heute noch vom Ätna bedroht

Es gibt weitere lokale Verwerfungen im Grundgebirge des Ätna, wie die Pernicana-Störung auf der Nordseite des Vulkans, die zu Erdbeben und Bodenabsenkungen führt. Diese komplexe geologische Situation begünstigt die Entstehung und den Aufstieg von Magmen und führt zu häufigen Erdbeben, wie dem großen Beben von Messina 1908, bei dem mehr als 100.000 Menschen starben. Die Menschen auf Sizilien leben ständig mit der Gefahr von Naturkatastrophen, auch die Hauptstadt Palermo ist davon betroffen.

Der Ätna im 20. Jahrhundert

Der Ätna hat in fast jedem Jahrhundert mehrere große Flankeneruptionen produziert. Im 20. Jahrhundert gab es bekannte Eruptionen in den Jahren 1928, 1950, 1971, 1981, 1983 und 1991. Diese Eruptionen führten zu Schäden an Gebäuden, wie in Masacli 1928, und in 1971 wurde die Seilbahn von Ätna-Süd zerstört.

Ätna-Ausbruch: Lavafontäne von rund 500 Meter Höhe erhellten stundenlang den Nachthimmel.
Spektakulärer Ätna-Ausbruch: Lavafontäne von rund 500 Meter Höhe erhellten stundenlang den Nachthimmel. © Screenshot @INGVvulcani

1981 und 1991 bedrohten Lavaströme die Ortschaften Randazzo und Zafferana. Versuche, die Lava durch Sprengungen zu stoppen oder umzulenken, hatten nur geringen Erfolg. 1991 konnte die Lava erst gestoppt werden, als man eine Statue der Heiligen Jungfrau Maria herbeischaffte. Eine weitere interessante Eruption fand 1999 statt, die im Februar begann und Lavaströme ins Valle del Bove fließen ließ und mehrere Wochen aktiv blieb, gefolgt von einer Serie von Paroxysmen im Herbst desselben Jahres. (jos)

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