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Affenpocken eine „globale Notlage“? WHO beruft Notfallkomitee erneut ein

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Von: Sarah Neumeyer

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Die WHO berät am Donnerstag erneut über mögliche Maßnahmen zur Eindämmung des Affenpocken-Virus. Auch eine Alarmstufe könnte ausgerufen werden.

Genf – Die Affenpocken breiten sich weltweit aus. Nun hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Donnerstag (21. Juli) erneut eine Sitzung des Notfallkomitees einberufen. Es ist die zweite Sitzung innerhalb von vier Wochen. Ist die Lage so gefährlich, dass die WHO das Ausrufen einer „Notlage von internationaler Tragweite“ empfehlen wird?

In Deutschland sind seit Mitte Mai mehr als 2100 Fälle gemeldet worden. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat für dieses Jahr schon mehr als 14.000 Fälle in Ländern gezählt, in denen das Virus bislang praktisch unbekannt war. „Wir wollen nicht warten, bis die Situation außer Kontrolle geraten ist“, sagte WHO-Spezialist Ibrahima Socé Fall, als der Ausschuss im Juni das erste Mal einberufen wurde.

Affenpocken breiten sich weltweit aus: WHO über Häufung der Infektionen besorgt

In der Sitzung am Donnerstag wird der WHO-Notfallausschuss nun voraussichtlich über Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit beraten. Die Expertinnen und Experten sollen beurteilen, ob die öffentliche Gesundheit in größerem Umfang bedroht ist. Bei seiner letzten Dringlichkeitssitzung im Juni hatte das Notfallkomitee von einer Ausrufung einer „Notlage internationaler Tragweite“ abgeraten, doch die WHO ist über die Häufung der gemeldeten Fälle besorgt. Für die Erklärung einer Notlage spricht, dass sich das Affenpocken-Virus anders verhält als bislang bekannt. Allrdings steigen die Infektionszahlen nicht explosiv, weil die Übertragung nach jetzigem Kenntnisstand deutlich schwieriger ist als bei Corona.

Die Affenpocken breiten sich weltweit aus.
Die Affenpocken breiten sich weltweit aus. © Andrea Männel

Die Erklärung einer Notlage (PHEIC - Public Health Emergency of International Concern) ist die höchste Alarmstufe, die die WHO ausrufen kann. Unmittelbare Auswirkungen hat das jedoch nicht. Vielmehr soll dies die Aufmerksamkeit der 194 Mitgliedsländer erhöhen. Der Expertenrat kann empfehlen, dass Kliniken und Praxen nach Fällen Ausschau halten und mit Aufklärung dafür sorgen sollen, dass sich möglichst wenig Menschen anstecken. Der Rat begutachtet auch das Risiko einer internationalen Ausbreitung und Risiken für den Reiseverkehr. Welche Schlüsse Regierungen daraus ziehen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Pocken, die üblicherweise in West- und Zentralafrika vorkommt. Seit Mai breiten sich die Affenpocken aber auch in anderen Ländern aus, vor allem in Westeuropa, darunter auch Deutschland. (sne mit AFP/dpa)

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