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Erdbeben in Afghanistan: Verheerendes Ausmaß - Zahl der Opfer drastisch gestiegen

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Erdbeben in einer Krisenregion: An der Grenze von Afghanistan in Richtung Pakistan spielt sich ein Drama ab. Mittlerweile wird das schlimme Ausmaß ersichtlich.

Update vom 23. Juni, 11.11 Uhr: Nach dem verheerenden Erdbeben in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion hat Regen die Rettungsarbeiten erschwert. Mindestens 1000 Tote und 1500 Verletzte beklagten die Behörden. Mit Händen gruben sich Helfer weiter vor und versorgten Überlebende mit Essen und Kleidung. Zudem wurden Massengräber ausgehoben. Das gewaltige Beben hatte zahlreiche Bewohner am frühen Mittwochmorgen aufgeschreckt.

Afghanistan-Erdbeben: Viele Verschüttete noch nicht entdeckt

Einen solchen Horror habe er noch nie erlebt, sagte Chalid Sadran, Polizeisprecher der amtierenden Taliban-Regierung, am Donnerstag. „Obwohl wir unser Leben mit Bombenexplosionen verbracht haben.“ Und weiter: „Es war nicht zu ertragen. Wir haben für sie Essen vom Armeekorps vorbereitet. Sie waren hungrig, müde und verängstigt. Dann begann es zu regnen.“

„Viele Leichen sind noch nicht geborgen worden. Einige befinden sich in den Häusern und einige unter den Trümmern“, sagte ein Bewohner der betroffenen Gebiete im Osten des Landes dem TV-Sender Tolonews. „Wir brauchen Kräne, sie sollen unsere Häuser aufbauen, und sie sollen uns Zelte bringen. Wir haben die Nacht draußen in den Bergen verbracht“, klagte der Mann.

Mehrere Hilfsorganisationen sicherten dem Land unterdessen Unterstützung zu. „Es wird erwartet, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird, da die Such- und Rettungsmaßnahmen noch andauern“, teilte das UN-Nothilfebüro (OCHA) mit.

Afghanistan: Ruine in der Provinz Paktia - Über Tausend Menschen fielen Schätzungen zufolge dem Erdbeben zum Opfer
Afghanistan: Ruine in der Provinz Paktia - Über Tausend Menschen fielen Schätzungen zufolge dem Erdbeben zum Opfer. © EPA/STRINGER

Erdbeben in Afghanistan: Todeszahl steigt drastisch - über 1000 Tote

Update vom 22. Juni, 16.11 Uhr: Nach dem Erdbeben in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion mit mehr als 1000 Toten hat sich die Bundesregierung betroffen über die Ereignisse geäußert und dem afghanischen Volk humanitäre Hilfe zugesichert. „In Afghanistan hat ein schweres Erdbeben viele hundert Menschen in den Tod gerissen und viele weitere schwer verletzt. Die Bundesregierung spricht dem afghanischen Volk ihr tiefes Mitgefühl aus“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Mindestens 1500 Bewohner im Osten Afghanistans seien zudem verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Bakhtar am Mittwoch.

Auch wenn Deutschland das Taliban-Regime in Afghanistan nicht anerkenne, so werde die Bundesregierung das Land auch weiter im Rahmen der humanitären Hilfe unterstützen, versicherte Hebestreit. Einen Kondolenzbrief habe die Bundesregierung der Taliban aber nicht zukommen lassen, da es dort auch keinen Ansprechpartner gebe.

Update vom 22. Juni, 11.12 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf 920 gestiegen. Mindestens 600 weitere Bewohner der Grenzprovinzen seien bei dem Beben am späten Dienstagabend (Ortszeit) verletzt worden, sagte der stellvertretende Taliban-Staatsminister für Katastrophenmanagement, Maulawi Scharafuddin Muslim, am Mittwoch.

Schweres Erdbeben in Afghanistan: Mehr als 250 Tote an der Grenze zu Pakistan

Erstmeldung vom 22. Juni 2022:

Kabul/Islamabad - Mindestens 255 Menschen sind bei einem heftigen Erdbeben am späten Dienstagabend (Ortszeit) in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben seien weitere 155 Personen in der Provinz Paktika im Osten Afghanistans verletzt worden.

Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur Bakhtar am Mittwoch. Ein Sprecher der regierenden Taliban sprach zudem von Dutzenden zerstörten Häusern in vier betroffenen Distrikten der an Pakistan grenzenden Provinz. Örtliche Medien berichteten, ein Dorf sei komplett zerstört worden.

Erdbeben in Afghanistan: Die US-Erdbebenwarte meldet Stärke 5,9

Die US-Erdbebenwarte (USGS) vermeldete für das Beben kurz vor 23.00 Uhr am Dienstag (Ortszeit) die Stärke 5.9 sowie ein etwas schwächeres Nachbeben.

Auf diesem von der staatlichen Nachrichtenagentur Bakhtar veröffentlichten Foto betrachten Afghanen die Zerstörung durch ein Erdbeben in der ostafghanischen Provinz Paktika.
Auf diesem von der staatlichen Nachrichtenagentur Bakhtar veröffentlichten Foto betrachten Afghanen die Zerstörung durch ein Erdbeben in der ostafghanischen Provinz Paktika. © Uncredited/Bakhtar News Agency/AP/dpa

Demnach befand sich das Zentrum des Bebens rund 50 Kilometer südwestlich der Stadt Chost nahe der Grenze zu Pakistan in rund zehn Kilometern Tiefe. Pakistanische Behörden hatten das Beben mit einer Stärke von 6.1 registriert.

Erdbeben in Afghanistan: Erschütterungen bis in Pakistans Hauptstadt Islamabad

Pakistanischen Angaben zufolge waren die Erschütterungen in weiten Teilen des angrenzenden Landes - so auch in der Hauptstadt Islamabad und selbst in Lahore im Osten des Landes - zu spüren. Mancherorts brach Panik aus, über Schäden oder Verletzte in Pakistan war nach ersten Angaben jedoch nichts bekannt. Örtliche Einsatzkräfte versuchten laut der Katastrophenschutzbehörde, sich einen Zugang in die betroffene abgelegene Bergregion zu verschaffen.

Ein US-Bericht über Afghanistan beinhaltet ein verheerendes Ergebnis: Trump und Biden ließen das Land zusammenbrechen. (dpa/kat)

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