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„Unprofessionell“: Kritik an Airline nach Urin-Attacke im Flugzeug

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Von: Jana Ballweber

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Ein Mann soll auf einem Air-India-Flug eine ältere Frau angepinkelt haben - kurz darauf wird er festgenommen. Die Fluggesellschaft äußert sich erstmals zur Kritik.

Neu Dehli – Unangenehme Sitznachbarn im Flugzeug kennen wohl die meisten Menschen aus eigener leidvoller Erfahrung. Doch was einer Frau Ende November auf einem Flug von New York nach Neu Dehli geschehen ist, stellt jedes schreiende Kind und alle stinkenden Füße in den Schatten.

Air India
An der Fluggesellschaft Air India wird nach dem Pinkel-Vorfall Kritik laut. © Kevin Frayer/AP/dpa

Ein betrunkener Mann, Mitarbeiter des US-Finanzinstituts Wells Fargo, soll die ältere Frau während des Fluges angepinkelt haben. Ihre Kleider, Schuhe und ihr Gepäck seien vom Urin durchnässt gewesen, berichtete die Frau örtlichen Medien zufolge. Obwohl sie sich direkt im Anschluss des Fluges beschwert habe und die indische Aufsichtsbehörde für zivile Luftfahrt das Verhalten der Airline als „unprofessionell“ bezeichnet hatte, äußert sich die betroffene Airline erst jetzt zu den Vorkommnissen.

Air-India handelt spät nach Urin-Vorfall im Flugzeug

„Wir haben nicht der Situation gerecht gehandelt“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) den Vorsitzenden der Tata-Group, Natarajan Chandrasekaran, dem Air-India gehört. Im Flugzeug habe die Crew der Frau einen Airline-Schlafanzug und Socken zum Wechseln gegeben und sie dann auf einen kleinen Crew-Sitzplatz gesetzt, anstatt ihr einen freien Platz in der ersten Klasse anzubieten.

Ein Flugzeug der Air India in der Luft
Ekelhafter Vorfall über den Wolken: In einer Maschine von Air India soll ein Mann eine andere Passagierin angepinkelt haben. (Symbolbild) © IMAGO / ZUMA Wire

Außerdem hat sich die Firma erst Anfang Januar an die Polizei gewandt, um den Vorfall untersuchen zu lassen, nachdem die Familie der Frau Druck gemacht hatte. „Die Reaktion von Air India hätte viel schneller sein sollen“, sagte Chandrasekaran in einer Pressemitteilung.

Festnahme in Indien: Mann soll in Flugzeug auf Frau uriniert haben

Man werde den Vorfall nun intern untersuchen. Das betroffene Kabinenpersonal wird der dpa zufolge derzeit nicht eingesetzt. Außerdem überprüfe die Airline die Richtlinien zum Alkoholverkauf an Bord der Flugzeuge.

Die Frau hat den Preis für das Flugticket von der Airline erstattet bekommen. Der mutmaßliche Täter habe seine Anstellung bei Wells Fargo verloren, wie die Firma in der vergangenen Woche mitteilte. Außerdem sei er inzwischen von der indischen Polizei festgenommen worden. Der Fall hatte vor allem in indischen Medien und in sozialen Netzwerken für Aufruhr und Entsetzen gesorgt.

Die Sicherheitsmaßnahmen in Flugzeugen sind oft viel genauer durchdacht, als es sich die meisten Passagiere vorstellen können. Warum sich der Riegel bei Klapptischen im Flugzeug nur in eine Richtung bewegen lassen, hat ein Branchendienst Anfang Januar enthüllt. (jaba/dpa)

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