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"Aktenzeichen XY ungelöst" berichtet über vertuschten Mord: Zahlreiche neue Hinweise

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"Aktenzeichen XY ... ungelöst" (ZDF) untersucht mysteriösen Mord: Wer erschoss Adem Bozkurt?

Vor mehr als 20 Jahren verunfallte Adem Bozkurt zwischen Friedberg und Ober-Mörlen. Neue Hinweise ergaben, dass der Türke erschossen wurde. Die ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY … ungelöst" greift das Thema auf.

Update 26.07, 10.30 Uhr: 

Im Fall eines vor mehr als 20 Jahren als Autounfall getarnten Mordes an einem 45-Jährigen in Hessen gehen die Ermittler drei bis vier aussichtsreichen Zeugenhinweisen nach. Das berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag, nannte mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen aber keine Details. Insgesamt seien seit der Veröffentlichung des Falls vor einer Woche 35 Hinweise eingegangen, davon 22 nach der am Mittwochabend ausgestrahlten ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. (Lesen Sie auch: Polizei hört verdächtige Geräusche im Laderaum - und rettet ein Leben)

Die Ermittler hatten in der Sendung den Aufsehen erregenden Fall vorgestellt und an Zeugen appelliert, sich zu melden. Sie glauben, dass es Mitwisser des Verbrechens gibt.

Opfer ist ein 45-Jähriger mit türkischer Staatsangehörigkeit aus Bad Nauheim. Der Mann war im April 1997 tot in seinem Wagen in Ober-Mörlen bei Bad Nauheim gefunden worden. Alles deutete auf einen Unfall hin, so dass die Akte geschlossen wurde. Erst vor etwa dreieinhalb Jahren gab ein Zeuge den Ermittlern zufolge den Hinweis, dass der Mann umgebracht worden sei.

Bei den folgenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass dieser offenbar durch einen Genickschuss getötet worden war. Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass zur Tatzeit neben dem Opfer mindestens noch zwei weitere Menschen in dem Auto saßen. Als Motiv für die Tat werden Streitigkeiten um das Geschäft mit Toilettenanlagen an Autobahnraststätten vermutet.

"Aktenzeichen XY" untersucht den Mordfall Adem Bozkurt

Gießen - Die Vorstellung ist unfassbar: Ein Mann ist seit mehr als 20 Jahren tot - und Freunde und Familie leben in dem Glauben, dass er bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Bis jetzt! Denn im Fall Adem Bozkurt, der in der Nähe der A5 zwischen Bad Nauheim und Ober-Mörlen verunfallte, gibt es neue Hinweise. Der damals 45-Jährige wurde mit einem Genickschuss umgebracht. Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY … ungelöst" hat sich des mysteriösen Falles am Mittwoch angenommen, darüber berichtet extratipp.com*.

Update 21.48 Uhr: Die Ermittler von "Aktenzeichen XY … ungelöst" ziehen Bilanz. Wie immer am Ende der Sendung verraten die Macher von "Aktenzeichen XY … ungelöst", ob es Hinweise noch während der Live-Sendung zu den Fällen gegeben habe. Das ist beim Mord an Adem Bozkurt der Fall. Ein Ermittler sprach sogar von einem "recht hohen Hinweis-Aufkommen". Er wiederholte, dass Staatsanwaltschaft und Polizei davon ausgehen, dass es Mitfahrer in dem angeblich verunfallten Auto gegeben habe. "Gerade hierzu sind sehr interessante Hinweise eingegangen", so der Fachmann.

Update 20.41 Uhr: Das sagen die Ermittler live bei "Aktenzeichen XY … ungelöst". Zu Gast ist Thomas Hauburger, Staatsanwalt Gießen. Er sagt: "Der Fall weist eine Besonderheit auf: Er wurde nämlich als Unfall getarnt." Auf die Frage, wieso die Ermittler damals nicht gesehen hätten, dass es ein Mord war, antwortet Hauburger: "Die Schusswunde war nur ganz minimal."

Der Staatsanwalt äußert sich bei "Aktenzeichen XY … ungelöst" auch zu einem möglichen Motiv. Bisher spreche alles dafür, dass die Tat mit der Konkurrenzsituation im Reinigungsgewerbe zu tun habe. Daher der Aufruf der Ermittler: Jede Kleinigkeit kann wichtig sein! Zwischenzeitlich wurden sogar Personen festgenommen, die mit dem Mord in Verbindung gebracht wurden. Diese mussten jedoch wieder freigelassen werden, weil sich der Tatverdacht nicht erhärtet habe.

Hauburger sagt bei "Aktenzeichen XY … ungelöst": "Es gibt auf jeden Fall Mitwisser der Tat. Da sind wir uns ganz sicher. Genau an die wollen wir uns wenden." Den Beteiligten müsse klar sein: "Es geht um das schwerste Verbrechen des Strafgesetzbuches, nämlich Mord." Die Töchter von Adem Bozkurt hätten ein Recht zu erfahren, was mit ihrem Vater passiert ist. Der Staatsanwalt versichert bei "Aktenzeichen XY … ungelöst", dass Hinweise eventuell auch vertraulich behandelt werden könnten. Und er sagt, dass man eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgelobt habe. Hinweise an die Kripo Friedberg unter Telefon (06031) 60 1234.

Hier ereignete sich der Unfall von Adem Bozkurt. Heute ist klar: Er wurde erschossen.

Was war damals passiert? Am 8. April 1997, ein Dienstag, wurde die Polizei Friedberg gegen 04.30 Uhr alarmiert. Der Grund: Ein Unfall in der Wintersteinstraße/Feldgemarkung Ober-Mörlen. Ein Auto sei in Richtung der Raststätte Wetterau an der A5 verunglückt. Als die Beamten eintrafen, fanden die Polizisten den damals 45-jährigen Adem Bozkurt in seinem schwarzen 5er BMW

Das Auto war allem Anschein nach gegen einen Baum geprallt. Nichts schien auf Fremdeinwirkung hinzudeuten. Auf eine rechtsmedizinische Untersuchung des Leichnams verzichteten die Ermittler damals. Der tote Körper von Adem Bozkurt wurde von seiner Familie nach Izmir in die Türkei überführt und dort begraben. Adem Bozkurt lebte bis zu seinem Tod in Bad Nauheim und hinterließ eine Ehefrau (inzwischen verstorben) und zwei Kinder.

Mordfall Adem Bozkurt: So können "Aktenzeichen XY"-Zuschauer helfen

Dieses Bild zeigt die Unfallstelle im Jahr 1997. Die Polizei sucht nun nach Hinweisen, wer Adem Bozkurt erschossen haben könnte.

Ein neuer Zeugenhinweis Anfang 2015, wonach Adem Bozkurt in Wahrheit erschossen worden sei, brachte die Ermittler dann auf eine neue Spur. Die Leiche des damals 45-Jährigen wurde ausgegraben und untersucht. Inzwischen ist klar: Adem Bozkurt wurde mit einem Genickschuss umgebracht. Das teilten die Staatsanwaltschaft Gießen und das Polizeipräsidium Mittelhessen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Demnach gab es auch einige Vernehmungen von Verdächtigen, doch ein Tatverdacht ließ sich nicht erhärten. Das Motiv der Tötung: Möglicherweise Streitigkeiten in der Bewirtschaftung von Toilettenanlagen an Raststätten.

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Matthias Hoffmann

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