Deutsche Entwicklungshelfer getötet

Al-Kaida bekennt sich zu Angriff im Jemen

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Menschen vor einem Krankenhaus nach einem Anschlag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Sanaa - Nach dem Tod von zwei deutschen Entwicklungshelfern bei einem Terroranschlag im Jemen holt das Auswärtige Amt Mitarbeiter staatlicher Organisationen zurück nach Deutschland.

Der Krisenstab des Ministeriums habe entschieden, die Sicherheitsstufe für das arabische Land hochzusetzen, sagte Ministeriumssprecher Martin Schäfer am Freitag in Berlin. Betroffen sind 10 bis 15 Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Zu dem Angriff auf das jemenitische Verteidigungsministerium, bei dem nach offiziellen Angaben 52 Menschen getötet und 167 verletzt wurden, bekannte sich die Terrororganisation Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP). Unter den Opfern des Anschlags vom Donnerstag waren zwei deutsche GIZ-Experten sowie ein jemenitischer Mitarbeiter.

Die Zahl der deutschen Entwicklungshelfer nicht staatlicher Organisationen im Jemen ist unbekannt. Ihnen empfiehlt die Bundesregierung ebenfalls die Rückkehr nach Deutschland. Die deutsche Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wird nur noch im Notbetrieb weiterarbeiten. Die Bundesregierung will die Entwicklungshilfe für den Jemen grundsätzlich aber fortsetzen.

Top-Terrorristen der Al-Kaida

ABU JAHJA AL-LIBI, Juni 2012: Die Nummer Zwei des Terrornetzwerks stirbt bei einem US-Drohnenangriff in Nord-Waziristan. © dpa
ANWAR AL-AWLAKI, September 2011: Der Al-Kaida-Hassprediger mit US-Pass wird im Jemen getötet. Er soll Terroristen zu Anschlägen angestachelt haben und war im weiteren Kreis als ein möglicher Nachfolger Bin Ladens im Gespräch. © dpa
ATIYAH ABD AL-RAHMAN, August 2011: Zur Nummer Zwei bei Al-Kaida aufgestiegen, wird der Libyer bei einem US-Drohnenangriff nahe der Grenze zu Afghanistan im nordwest-pakistanischen Waziristan getötet. © dpa
FAZUL ABDULLAH MOHAMMED, Juni 2011: Der Vertraute Bin Ladens galt als der meistgesuchte Terrorist Afrikas. Er wird an einer Straßensperre in Mogadischu (Somalia) getötet. Mohammed war der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) 1998. © dpa
MOHAMMAD ILYAS KASHMIRI, Juni 2011: Der pakistanische Top-Terrorist stirbt bei einem US-Drohnenangriff im Grenzgebiet zu Afghanistan. Der 47-Jährige mit engen Verbindungen zu Al-Kaida und den Taliban soll auch Terroristen für Anschläge in Deutschland angeworben haben. © dpa
ABDELHAMID ABOU ZEID, Februar 2013: Das Führungsmitglied der Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) kommt bei Kämpfen zwischen französischer Armee und islamistischen Rebellen in Nordmali ums Leben. Erst im März bestätigt Frankreich den Tod nach einem Gentest. © picture alliance / dpa

Jemenitische Medien meldeten, die Al-Kaida-Terroristen hätten den Angriff unter anderem mit US-Drohnenangriffen begründet. Die jemenitischen Streitkräfte kooperieren bei der Bekämpfung islamistischer Terroristen mit der US-Armee. Die Angriffe von US-Kampfdrohnen auf mutmaßliche Al-Kaida-Angehörige sind im Jemen umstritten, da es mehrfach auch zivile Opfer gegeben haben soll.

Die beiden deutschen Entwicklungshelfer hätten der Bevölkerung bei der Trinkwasserversorgung und Ernährungssicherung geholfen, sagte am Freitag ein GIZ-Mitarbeiter. Sie hätten im Jemen „klassische Entwicklungszusammenarbeit“ geleistet. Die deutsche Entwicklungshilfe genießt in dem südarabischen Land einen guten Ruf.

Die GIZ engagiert sich im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung seit 1969 im Jemen. Seit 1983 unterhält sie in Sanaa ein eigenes Büro. Die Arbeit konzentriere sich „auf die entwicklungspolitischen Schwerpunkte Wasser und Grundbildung“, heißt es auf der GIZ-Homepage. Daneben engagiere sich die Organisation für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Berufsbildung, Ernährungssicherung, Biodiversität, gute Regierungsführung und im Gesundheitswesen.

dpa

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