Rechtliche Schritte eingeleitet

Uni Halle wirft Kekulé raus: Virologe erhebt nun schwere Vorwürfe - Hintergründe jetzt bekannt

Die Martin-Luther-Universität Halle entbindet Virologe Alexander Kekulé vorläufig von seinen Aufgaben. Was genau dahinter steckt ist nicht klar.

Update vom 22. Dezember, 12.30 Uhr: Die Universität in Halle will sich nicht zur Personalie um den Virologen Alexander Kekulé äußern. „Prinzipiell kommentieren wir keine Personalangelegenheiten“, sagte eine Sprecherin der Hochschule am Mittwoch. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtete, hat der Rektor Christian Tietje eine „vorläufige Dienstenthebung“ für Kekulé ausgesprochen. Hintergrund sei ein Disziplinarverfahren. Dabei gehe es unter anderem um die Unterrichtsverpflichtungen des Professors. Die Sprecherin der Hochschule äußerte sich auch dazu unter Hinweis auf Interna nicht.

Kekulé hatte am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er dürfe vorerst nicht mehr an der Universität Halle forschen und lehren. Die Martin-Luther-Universität habe eine „vorläufige Dienstenthebung“ gegen ihn ausgesprochen. Kekulé leitet an der Universität seit vielen Jahren das Institut für Medizinische Mikrobiologie. Der Virologe ist bundesweit bekannt. Er hatte früh vor den Gefahren des Coronavirus gewarnt. Kekulé kritisierte zudem Politik und Wissenschaft bei der Bekämpfung der Pandemie. Der Virologe kündigte rechtliche Schritte an.

Universität Halle mit Disziplinarverfahren gegen Virologe Kekulé: Was ist passiert?

Erstmeldung vom 21. Dezember: Halle - Er ist einer der bekanntesten Virologen Deutschlands und hat sich besonders während der aktuellen Corona*-Pandemie in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Alexander Kekulé hetzt von Talkshow zu Interview, ist ständig zu sehen. Doch nun scheint er seinen eigentlichen Job als Professor an der Martin-Luther-Universität Halle zu verlieren.

Der Deutschen Presseagentur sagt der 63-Jährige, die Universität habe eine „vorläufige Dienstenthebung“ gegen ihn ausgesprochen. Grund für das Disziplinarverfahren soll scheinbar der Vorwurf von verfehlten Unterrichtspflichten des Professors gewesen sein.

Laut Kekulé scheint es dabei um ein Praktikum zu gehen, dass er laut eigener Aussage im vergangenen Jahr unter Verstoß gegen die Corona-Maßnahmen hätte halten sollen. Eine solche vorläufige Dienstenthebung kann dann ausgesprochen werden, wenn im Rahmen eines Disziplinarverfahrens abzusehen ist, dass der Beamtenstatus einer Person aufgehoben und die Person demnach entlassen wird.

Kekulé verliert scheinbar Professur: Uni Halle spricht „vorläufige Dienstenthebung“ aus

Kekulé selbst will gegen die Dienstenthebung rechtliche Schritte einleiten. Eine Universitätssprecherin sagt dazu: „Wir kommentieren prinzipiell keine Personalangelegenheiten.“ Kekulé zeigt sich dagegen weitaus offener. Am Dienstagabend sagte er zur Bild: „Das ist ein politisches Verfahren“, da er sich wiederholt kritisch gegenüber der Regierung und dem RKI geäußert habe. Die aktuellen Vorwürfe seien „an den Haaren herbeigezogen“. Er nannte den Umgang mit ihm als Professor „unmöglich“.

Als weiteren Grund für die Dienstenthebung nannte er inneruniversitäre Unstimmigkeiten: „Ich habe seit Dienstantritt dafür gekämpft, die Virologie an der Universität halbwegs vernünftig ausstatten zu lassen.“ Doch von der Universitätsleitung war scheinbar keine Hilfe zu erwarten, denn die habe die „Infektiologie unterschätzt“.

Kekulé erkennt mehrere Gründe für den Schritt: „Das ist ein politisches Verfahren“

Nachdem auch persönliche Briefe an verschiedene Stellen der Universität - unter anderem an den ärztlichen Direktor und Dekan - keine Besserung brachten, setzte sich der mittlerweile landesweit bekannte Virologe seinen Angaben nach im Sommer letzten Jahres mit dem zuständigen Minister in Verbindung. Dieser sagte zu sich zu kümmern. Das Verfahren sehe Kekulé als „unmittelbare Reaktion darauf“, erklärte er der Bild.

Der Virologe warnte kürzlich öffentlich vor der grassierenden Omikron-Variante des Coronavirus und verfolgt eine neue Strategie. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Eventpress Stauffenberg/Imago

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