Der seltene 29. Februar: Warum ist das eigentlich so?

Kassel. Bei Schaltjahren wird alle vier Jahre ein zusätzlicher Tag in den Kalender eingefügt: der 29. Februar. Warum dies so ist und wie viele Menschen in Hessen und Niedersachsen nur alle vier Jahre Geburtstag haben, lesen Sie hier.

Was ist überhaupt ein Schaltjahr?

Bei Schaltjahren verlängert sich das Jahr um einen weiteren Tag: den 29. Februar. Damit hat ein Schaltjahr nicht 365, sondern 366 Tage. Alle glatt durch vier teilbaren und durch 400 teilbaren Jahre sind Schaltjahre.

Warum gibt es denn Schaltjahre?

1940 geehrt: Als erste Afroamerikanerin erhält Hattie McDaniel einen Oscar für ihre Rolle als Scarletts Nanny in „Vom Winde verweht“.

Für einen Kalender gibt es Zeitmaße: Das Jahr als die Umlaufzeit der Erde um die Sonne, den Monat als die Umlaufzeit des Mondes um die Erde. Dazu den Tag, der durch die tägliche Sonnenbahn festgelegt wird. Das Problem: Alle diese Zahlen sind nicht rund. Das Jahr hat im Mittel 365,2422 Tage, zwischen zwei Neumonden liegen 29,5306 Tage. Schaltjahre korrigieren dies.

Wie funktionieren die Schaltjahre?

1996 gelandet: Der deutsche Astronaut Thomas Reiter und die russischen Kosmonauten Juri Gidsenko und Sergej Awdejew landeten nach 179 Tagen auf der russischen Raumstation „Mir“ mit dem Raumschiff Sojus U-2 in Kasachstan

Jeder Kalender ist wegen der Zeitmaße ein Kompromiss. Das wussten schon die Babylonier im dritten Jahrtausend vor Christus und erfanden Schaltmonate. Die Ägypter ordneten 238 vor Christus für jedes vierte Jahr einen Schalttag an. Der römische Herrscher Julius Cäsar führte im Jahr 45 vor Christus einen Sonnenkalender mit einer Schaltjahrsregel nach drei Jahren ein. Doch auch mit dieser Modernisierung war das Kalenderjahr immer noch rund elf Minuten länger als das Sonnenjahr. Das addierte sich bis ins 16. Jahrhundert auf zehn Tage. Um den Kalender der Wirklichkeit anzupassen, ließ Papst Gregor XIII. 1582 diese zehn Tage ausfallen.

Was hat es mit den seltenen Krankheiten auf sich?

Bis zu 36 Millionen Europäer haben eine seltene Krankheit. Davon ist die Rede, wenn höchstens fünf von 10 000 Menschen an ihr leiden. Der Weg zur Diagnose ist oft lang. Darauf weisen die Selbsthilfeorganisationen der Allianz chronischer seltener Erkrankungen hin. 2008 wurde der 29. Februar als Tag der seltenen Krankheiten eingeführt.

Wie viele Niedersachen feiern heute ihren ersten Geburtstag?

161 Kinder in Niedersachsen werden heute vier Jahre alt. Die 81 Mädchen und 80 Jungen seien im Schaltjahr 2008 zur Welt gekommen, so das Statistische Landesamt Niedersachsen in Hannover.

Wie viele Hessen sind an einem 29. Februar geboren?

Statistisch gesehen 4703. Warum, rechnet der Direktor des Gießener Mathematikums, Albrecht Beutelspacher, vor: Das heißt, ein Tag von 365 + 365 + 365 + 366 (= 1461) ist ein 29. Februar. „Unter der Annahme, dass an jedem Tag ungefähr gleich viele Kinder geboren werden, hat etwa jeder 1461-te an einem 29. Februar Geburtstag.“ In Hessen leben dem Statistischen Landesamt zufolge 6 871 660 Menschen. Diese Zahl teilt der Professor durch 1461 und kommt auf 4703.

Kann man auf einen anderen Tag ausweichen?

Das sei rechtlich nicht möglich, stellt Jürgen Rast, Präsident des Bundesverbandes der Standesbeamten, klar. „Wenn auf der Geburtsanzeige des Krankenhauses der 29. Februar steht, dann ist das verbindlich.“

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