Amateurvideo: Panik auf Unglücksschiff

Giglio - Schreie, Gedränge, Kampf um Schwimmwesten – ein Amateurvideo, aufgenommen von Passagieren der vor der italienischen Küste havarierten "Costa Concordia", dokumentiert die Reaktion der Menschen an Bord.

Über 4.200 Menschen drängten bei dem Schiffsunglück vor Italien von Bord. Auf dem Kreuzfahrtsschiff brach Panik aus, das zeigt jetzt ein dramatisches Amateurvideo (siehe oben). Die Passagiere sollen sogar versucht haben, sich gegenseitig die Schwimmwesten wegzunehmen.

Der Verbleib von sechs Besatzungsmitgliedern und elf Passagieren sei ungeklärt, sagte der toskanische Regionalpräsident Enrico Rossi am Sonntag.

Wahrscheinlich keine Deutschen mehr an Bord

An Bord der gekenterten „Costa Concordia“ sind nach Angaben des Veranstalters Costa Kreuzfahrten wahrscheinlich keine Deutschen mehr. „Nach Lage der Dinge gehen wir nicht davon aus“, sagte Sprecher Werner Claasen am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Zwischen 40 und 50 der 560 deutschen Passagiere seien vermutlich noch in Italien. Zu sechs von ihnen habe das Unternehmen keinen Kontakt. Die Rückreise organisiere Costa unter anderem zusammen mit dem Auswärtigen Amt. An welchen Flughäfen die Reisenden landen werden, wollte der Sprecher nicht sagen.

„Viele Leute haben keine Pässe mehr“, sagte Claasen. Die Passagiere seien aus ganz Deutschland gekommen, es gebe keinen regionalen Schwerpunkt. Genaue Angaben zu der Herkunft der Reisende werde das Unternehmen nicht veröffentlichen.

Auch zu den Ursachen des Unglücks machte der Sprecher keine Angaben. Es werde aber möglicherweise am Sonntag eine Stellungnahme oder Pressekonferenz des Unternehmens und der Behörden geben.

Zwei Vermisste melden sich in Rom - Blackbox gefunden

Zwei der vermissten Passagiere der gekenterten „Costa Concordia“ haben sich in Rom gemeldet. Die beiden Japaner seien nach der Rettung von Bord in einen Bus gestiegen, ohne sich von den Behörden registrieren zu lassen. Das berichtete der Präfekt der Region Grosseto, Giuseppe Linardi, am Sonntag. Die italienische Küstenwache hat inzwischen auch die Blackbox des Schiffes gefunden und beschlagnahmt. Davon erhoffen sich die Ermittler Aufklärung über die Route des Kreuzfahrtschiffes.

Verschmutzung durch Treibstoff aus dem Schiff gibt es nach Behördenangaben derzeit nicht. Gefahr könnte erst bei einer Änderung des Wetters bestehen, heißt es.

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Das Kreuzfahrtschiff war Freitagnacht mit mehr als 4.200 Menschen an Bord auf Grund gelaufen und auf die Seite gekippt. Drei Todesopfer wurden bisher bestätigt. Drei Menschen wurden mehr als 24 Stunden nach dem Unglück leben gerettet: ein frisch vermähltes Ehepaar aus Südkorea und ein italienisches Besatzungsmitglied, das am Sonntagnachmittag per Hubschrauber in Sicherheit gebracht wurde.

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tz/dpa

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