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Amerikanerin schenkt Zoo 26 Millionen Euro – weil Kölner ihren Mann retteten

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Von: Johanna Werning

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26 Millionen Euro bekommt der Kölner Zoo von einer in Köln geborenen Amerikanerin. Ihr letzter Wille offenbart aber auch eine Bedingung für das Ausgeben des Geldes.

Köln – Der Kölner Zoo ist nicht nur für die Kölnerinnen und Kölner eine echte Herzensangelegenheit. Aus dem ganzen Rheinland und NRW und teilweise von noch weiter weg zieht es die Zoo-Fans in den Kölner Tierpark. Wie groß die Liebe zum Kölner Zoo ist, zeigt sich jetzt: Denn eine US-Amerikanerin schenkt dem Zoo nun mehrere Millionen Euro – und das hat einen emotionalen Grund, berichtet 24RHEIN.

Amerikanerin schenkt Zoo 26 Millionen Euro – weil Kölner ihrem Mann das Leben retteten

Eine Elefantenherde vor dem neuen Elefantenhaus des Kölner Zoos. Im Kreis sieht man Christopher Landsberg und  Elizabeth Reichert.
Die US-Amerikanerin Elizabeth Reichert (r.) vererbt dem Kölner Zoo 26 Millionen Euro. Christopher Landsberg (l.), Vorstand des Kölner Zoos, gründete die entsprechende Stiftung. (IDZRW-Montage). © Kölner Zoo & Achim Scheidemann/dpa

Rund 26 Millionen Euro hinterlässt Elizabeth Reichert dem Kölner Zoo. Die US-Amerikanerin wurde in Köln geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sie jedoch zusammen mit ihrem Mann Arnulf in die Vereinigten Staaten. Dort starb sie im Februar 2022. Da die 96-Jährige keine Kinder hatte, hat sie ihr Geld dem Kölner Zoo vererbt – aufgrund ihrer „Dankbarkeit Köln gegenüber“ und ihrer „Liebe zu Tieren“, erklärt der Zoo.

Denn den Zweiten Weltkrieg überlebten Elizabeth Reichert und ihr Mann „nur dank der Hilfe mutiger Kölner, die dem Juden Arnulf Reichert Verstecke boten.“ In den USA bauten sie dann einen Zoogroßhandel auf. Das millionenschwere Vermögen soll darum nun an den Kölner Zoo gehen. Auch „weil sie mit dem Erbe möglichst vielen Menschen im Rheinland langfristig Nutzen bringen wollen“, teilt der Zoo weiter mit.

Amerikanerin schenkt Kölner Zoo 26 Millionen Euro – allerdings gibt es eine Bedingung

Bereits seit Jahren habe es eine enge Beziehung zwischen Reichert und dem Kölner Zoo gegeben. Allerdings gibt es eine besondere Bedingung für das Erbe an den Kölner Zoo. Es war ferner Wunsch von Elizabeth Reichert, dass das Geld ausschließlich in die tierhalterische Weiterentwicklung des Zoos fließt – also alles „för de Dierche“, so der Zoo weiter. Das dürfte jedoch kein Problem sein. Immerhin engagiert sich der Zoo seit Jahren für verschiedene Tierschutzprojekte. Im Fokus steht dabei vor allem die Nachzucht bedrohter Tierarten unter artgemäßen Haltungsbedingungen.

Die 26 Millionen Euro werden allerdings nicht sofort ausgezahlt. Das Geld wurde in eine Stiftung eingebracht und aus der erhält der Zoo fortan eine jährliche Dividendenausschüttung. „Mit dieser Ewigkeitsregelung ist sichergestellt, dass der Zoo über einen sehr langen Zeitraum und für viele kommende Generationen von diesem Erbe profitieren kann.“ Allein die erste Ausschüttung lag bei über 700.000 US-Dollar. In den kommenden Jahren sollen es so sogar 1 bis 1,5 Millionen Euro pro Jahr sein.

„Wir gedenken Herrn und Frau Reichert in Ehren“, sagt Dr. Ralf Unna, Aufsichtsratsvorsitzender des Zoos. „Gleichzeitig danke ich im Namen des Aufsichtsrats unserem Vorstand Christopher Landsberg, dass er alle mit diesem Erbe verbunden Fragen über viele Jahre mit Ausdauer und Fachwissen erfolgreich geregelt und zu einem für unseren Kölner Zoo so bedeutenden Abschluss geführt hat.“

Kölner Zoo
Adresse:Riehler Straße 173, 50735 Köln
Öffnungszeiten:Montags bis sonntags, von 9 bis 16:30 Uhr

Kölner Zoo bekommt Millionen vererbt – nicht nur von Elizabeth Reichert

Nicht nur Elizabeth Reichert vererbt ihr Vermögen dem Kölner Zoo. So schüttete allein die „Hans-und-Waltraud-Korbmacher-Stiftung“ 2022 rund 250.000 Euro an den Zoo aus. Insgesamt erhielt der Kölner Zoo knapp eine Million Euro durch verschiedene Stiftungen.

„Den Zoo macht es sehr froh, auf diese Art bedacht zu werden. Es zeigt, wie viel Vertrauen uns als Kölner Institution entgegengebracht wird, und dass wir beim Thema Erbschaften und Fundrainsing professionell aufgestellt sind“, so die Zoovorstände Prof. Theo B. Pagel und Christopher Landsberg. „Wir danken den Stiftern im Namen aller Beschäftigten und halten das Gedenken an sie in Ehren.“ (jw)

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