Amok-Alarm in Leipzig: Polizei gibt Entwarnung

Leipzig - Großalarm in Leipzig: Bei der Polizei geht ein Alarmruf der Leipzig International School ein. Polizei und Rettungskräfte rücken an. Das Gebäude wird durchsucht. Dann konnten die Beamten Entwarnung geben.

Ein Alarmruf der Internationalen Schule in Leipzig hat am Mittwoch einen Großeinsatz von Polizei- und Rettungskräften ausgelöst. Befürchtungen, es habe einen Amoklauf gegeben, bestätigten sich aber nicht. Es gab nach ersten Erkenntnissen der Polizei keine Verletzten. Warum der sogenannte technische Alarm gegen 15.40 Uhr bei der Polizei einging, war auch am Abend noch unklar. Gegen 18.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. “Wir haben kein Ergebnis, es ist alles in Ordnung“, sagte Polizeisprecherin Anke Fittkau.

Bei der Durchsuchung des gesamten Schulgebäudes und einer Turnhalle sei nichts gefunden worden. Es habe auch keine Amokdrohungen gegeben. Auch sei niemand in die Schule eingedrungen. Um einige verängstigte Kinder kümmerten sich Mediziner oder Kriseninterventionsteams.

Die schlimmsten Amokläufe an Schulen

Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
19. Februar 2002: In Freising erschießt ein 22-Jähriger drei Menschen und dann sich selbst. Unter den Opfern ist der Direktor der Wirtschaftschule, von der er suspendiert worden war. © dpa
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19. Februar 2002: Erst erschießt der Amokläufer zwei Männer von einer Dekorationsfirma in Eching, dann fährt er in seine ehemalige Schule. © dpa
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19. Februar 2002: In der Wirtschaftsschule in Freising tötete der Amokläufer den Schulleiter, verletzte einen Lehrer schwer und tötete anschließend sich selbst. © dpa
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19. Februar 2002: Der Screenshot aus einem Polizeivideo zeigt ein Klassenzimmer mit Computern in der Freisinger Wirtschaftsschule. Vor dem Raum hatte der Amokläufer eine Rohrbombe gezündet. © dpa
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19. Februar 2002: Polizeiaufgebot vor der Wirtschaftsschule in Freising. © dpa
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Schüler bringen ein Trauerplakat am Eingang der Wirtschaftsschule in Freising an. © dpa
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19. Februar 2002: Die Polizei sucht mit Sprengstoffhunden nach weiteren Spuren des Amoklaufs in Freising.  © dpa
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Die Tatwaffen vom Amoklauf in Freising. © dpa
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Mehrere hundert Menschen besuchten in Freising im Hohen Dom den Trauer-Gottesdienst. © dpa
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26. April 2002: Ein Blumenmeer an der Eingangstür des Erfurter Gutenberg-Gymnasium erinnert an die Opfer des Schulmassakers von Erfurt. Bei der Bluttat erschoss ein 19-Jähriger 16 Menschen und sich selbst. © dpa
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26. April 2002: Die Polizei sichert die Umgebung des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums. © dpa
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26. April 2002: In einem Fenster des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums ist ein Zettel mit der Aufschrift "Hilfe" angebracht, während im Hintergrund ein Polizist den Raum untersucht. © dpa
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Der 19-Jährige Amokläufer von Erfurt: Robert Steinhäuser. © dpa
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Am Freitag, den 26. April 2002  stürmte Steinhäuser das Gymnasium und tötete während eines Amoklaufes 16 Menschen und sich selbst. © dpa
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Ein Absperrband der Polizei trennt am 27. April 2002 vor dem Gutenberg-Gymnasium in Erfurt die Presse von den Trauernden. © dpa
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26. April 2002: Der ehemalige Schüler hatte zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, ein Polizisten und anschliessend sich selbst erschossen. Gegen 11 Uhr hallte die ersten Schüsse durch das Schulgebäude. © dpa
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Coburg, 2. Juli 2003: Schüler Florian K. tötete sich nach Schüssen auf zwei Lehrer. Eine Schülerin legt einen Zettel an ein Trauergebinde vor der Coburger Realschule 2. © dpa
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Das Bild vom zeigt die Coburger Realschule 2 von oben. © dpa
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2. Juli 2003: Ein Großaufgebot an Rettungskräften steht vor der Coburger Realschule 2. © dpa
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Coburg, 2. Juli 2003: Schüler flüchteten panikartig aus dem Klassenzimmer im ersten Stock. Die Lamellen gingen dabei zu Bruch.  © dpa
Bestatter tragen am Mittwoch (02.07.2003) den Sarg mit dem Leichnam eines 16-jährigen Schüler der Coburger Realschule 2 aus dem Gebäude. © dpa
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2. Juli 2003: Eine Lehrerin versuchte noch den Schüler davon abzuhalten sich selbst zu erschießen. © dpa
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Mit dieser Pistole Walther PPK, schoss Florian am 2. Juli 2003 auf die Lehrer. Mit dem Colt (l) der Marke Python 357 Magnum erschoss sich der 16-Jährige dann selbst. © dpa
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20. November 2006: Ein 18-jähriger Amokläufer verletzt in seiner ehemaligen Schule in Emsdetten 37 Menschen und nimmt sich danach das Leben. © dpa
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20. November 2006: Im Kampfanzug und Waffe posierte Sebstian B. im Internet. Er wollte einmal der Größte sein. © dpa
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20. November 2006: Sondereinsatzkräfte der Polizei im Einsatz an der Geschwister-Scholl-Schule in Emsdetten. © dpa
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20. November 2006: Selbstporträt des Schülers. Nach seiner Tat richtet er sich mit einem Schuss in den Kopf selbst. © dpa
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20. November 2006: Mit dieser Perkussionswaffe, 15 mm Laufdurchmesser nahm sich der Amokläufer das Leben.  © dpa
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Im Internet veröffentlichte der Täter Parolen. © dpa

Nach dem Alarmruf der Schule waren Dutzende Polizei- und Rettungskräfte angerückt, darunter auch ein Spezialeinsatzkommando. Das Gebäude wurde weiträumig abgesperrt. Straßenbahnen fuhren nicht mehr. Anwohner, die in ihre Häuser wollten, wurden von Polizisten begleitet.

Berechtigt für die Auslösung des technischen Alarms seien die Lehrer, sagte die Polizeisprecherin. Wie genau das erfolgte, konnte sie aber nicht sagen. “Wir wissen jetzt noch nicht, wer den Alarm ausgelöst hat und warum“, sagte Fittkau. “Was hinter diesem Alarm steckt, das müssen die Ermittlungen in den nächsten Tagen klären.“

In der Schule und dem dazugehörigen Kindergarten befanden sich am Nachmittag noch rund 200 Kinder. Sie blieben, so wie es eine Anweisung der Schule vorsieht, zunächst in ihren Klassen. Die Räume wurden von Lehrern verschlossen, die Schule etagenweise durchsucht. Die Eltern der Kinder waren verständigt worden und holten sie später ab. Ein Schülerin erzählte, sie habe in ihrem Klassenraum festgesessen. “Es war heiß, und wir konnten nicht raus.“

Die Schule selbst gab keine Auskunft zu den Vorgängen. Unklar war am Mittwochabend auch noch, ob am Donnerstag normal unterrichtet werden sollte. Die Leipzig International School mit integriertem Kindergarten gibt es seit 1992. Sie ist in freier Trägerschaft und hat nach Stadtangaben mehr als 500 Schüler aus 40 Nationen. Unterrichtssprache ist englisch. Die Lehrer sind Muttersprachler. 2007 war das vierstöckige Schulgebäude für rund 13,5 Millionen Euro saniert worden.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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