Schuh-Attacke auf Attentäter Breivik

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Anders Breivik (r.) mit einem seiner Verteidiger

Oslo - Eklat beim Beivik-Prozess: Der Bruder eines Opfers hat am Freitag einen Schuh in Richtung des geständigen Attentäters geschleudert. Er traf den Falschen.

„Mörder! Du hast meinen Bruder getötet! Fahr zur Hölle!“, schrie ein junger Mann am Freitag während der Verlesung der letzten Obduktionsberichte. Der Schuh verfehlte Islamhasser Breivik und traf stattdessen seine Anwältin, Vibeke Hein Baera. Verletzt wurde sie nicht.

Breivik sei ruhig geblieben und habe gelächelt, als Sicherheitsleute den Angreifer aus dem Gerichtssaal führten. Einige Zuschauer hätten geklatscht und “Bravo“ gerufen, sagte Akerman. Andere hätten geweint. Der Prozess wurde kurz unterbrochen.

Bei dem Angreifer handelte es sich nach Medienberichten um einen Kurden aus dem Nordirak, der seinen 18 Jahre alten Bruder bei dem Massaker auf der Insel Utøya im Sommer 2011 verloren hatte. Der Wutausbruch sei Ausdruck tiefer Verzweiflung und Trauer gewesen, sagte der Anwalt der Familie des jungen Kurden. Der Schuhwerfer war so aufgewühlt, dass er ärztlich untersucht werden musste. Ob seine Attacke rechtliche Folgen haben wird, stand zunächst nicht fest.

Breivik-Prozess: Hier ist der Mörder zu Tränen gerührt

Zum ersten Mal seit Beginn des Prozesses zeigt Andres Breivik Gefühle. © dpa
Der Grund: Das Gericht zeigt ein Video, dass der Attentäter im Internet hochgeladen hatte. © dpa
Dem 33-Jährigen traten Tränen in die Augen, als er das Machwerk wieder sah, das er vor den Anschlägen von Oslo und Utøya mit 77 Toten im Internet hochgeladen hatte. © dpa
Am Montag hat in Norwegen die Verhandlung gegen Anders Behring Breivik begonnen. Die Richter müssen vor allem entscheiden, ob Breivik zurechnungsfähig ist. © dpa
Das wird für den weiteren Prozess entscheidend sein. © dpa
Im Gerichtssaal streckte der geständige Attentäter seinen Arm mit geballter Faust aus. © dpa
Breivik
Im Gerichtssaal streckte der geständige Attentäter seinen Arm mit geballter Faust aus. © dpa
Die Richterin Wenche Arntzen eröffnete die Verhandlung. © dpa
Anders Behring Breivik machte deutlich, dass er das Gericht nicht anerkennt © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Die Staatsanwältin Inga Bejer Engh trägt die Anklageschrift vor © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Breivik mit seinem Verteidiger Geir Lippestad © dpa
Breivik mit seinem Verteidiger Geir Lippestad © dpa
Breivik Prozess Bilder
Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss sich ab Montag für den Tod von 77 Menschen verantworten. © dapd
Breivik Prozess Bilder
Vor dem Gericht wurde zum Gedenken der Opfer eine Rose festgebunden. © dpa
Breivik Prozess Bilder
Anders Breivik wird vom Gefängnis zum Gericht gebracht. © dpa
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Anders Breivik wird vom Gefängnis zum Gericht gebracht. © dpa
Breivik Prozess Bilder
Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
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Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
Breivik Prozess Bilder
Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
Breivik Prozess Bilder
Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss sich ab Montag für den Tod von 77 Menschen verantworten. Vor dem Amtsgericht Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm.Oslo ist er wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. © dpa
Breivik Prozess Bilder
Das psychiatrische Expertenteam im Gerichtssaal. © dpa
Breivik Prozess Bilder
Das psychiatrische Expertenteam im Gerichtssaal. © dpa
Das öffentliche Interesse am Prozess ist groß: Journalisten im Presseraum des Gerichtsgebäudes. © dpa
Von dort verfolgen Reporter aus der ganzen Welt den Prozess auf großen Leinwänden. © dpa
Die Anwälte des wegen Massenmordes Angeklagten Norwegers Anders Behring Breivik, (l-r) Odd Ivar Groen, Tord Jordet, Vibeke Hein Baera und Geir Lippestad © dpa
Die Anwälte des wegen Massenmordes Angeklagten Norwegers Anders Behring Breivik, (l-r) Geir Lippestad, Vibeke Hein Baera, Odd Ivar Groen und Tord Jordet © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa

Nach der zehnminütigen Pause habe Breivik gesagt: “Wenn jemand etwas auf mich werfen will, kann er das tun, wenn ich hereinkomme oder herausgehe.“ Polizeichef Rune Björsvik nannte den Angriff eine “spontane und emotionale Reaktion“. Der Wurf mit dem Schuh habe kein Sicherheitsrisiko dargestellt.

Es war der erste Gefühlsausbruch eines Zuschauers im Prozess gegen Breivik, der im vergangenen Juli bei einem Doppelanschlag in Oslo und auf der Insel Utöya 77 Menschen getötet hatte. Das Werfen von Schuhen gilt in vielen Ländern aus Ausdruck tiefster Verachtung. Ein Angriff mit einem Schuh auf den damaligen US-Präsident George W. Bush bei einer Pressekonferenz in Bagdad hatte 2008 ein weltweites Medienecho ausgelöst.

dapd/dpa

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