Täter ist auf der Flucht

24-Jähriger erschießt bei Amoklauf drei Polizisten - Mann gilt als extrem, gefährlich

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In Tarnkleidung: Dieser Mann soll drei Polizisten in Kanada erschossen haben.

Moncton. Ein bewaffneter Mann hält die Stadt Moncton in der ostkanadischen Provinz New Brunswick in Atem. Der 24-Jährige, der am Donnerstag drei Polizisten erschossen und zwei verletzt hat, ist flüchtig und gilt als extrem gefährlich. Er soll mit Sturmgewehren ausgerüstet sein.

Nach einer offiziellen Pressekonferenz der kanadischen Bundespolizei am Donnerstagnachmittag wird bekannt, das noch immer jede Spur vom Amokläufer fehlt. Sicher ist laut eines Sprechers der örtlichen Polizei nur, dass es sich um ein "gefährliches Individuum" handelt. Das Gebiet, in dem der Verdächtige vermutet wird, wurde von der Polizei abgeriegelt. Bisher sei der Mann nicht wegen Straftaten bei der Polizei bekannt gewesen.

Aktualisiert um 16.40 Uhr

Die Polizei riet den Menschen in der Stadt, sich in Kellerräumen zu verstecken. Laut Augenzeugenberichten hatte der 24-jährige Amokläufer auch wahllos in Häuser hineingeschossen. Die beiden Polizisten, die verletzt worden waren, schweben nicht in Lebensgefahr.

Die Polizei veröffentlichte ein Foto des mutmaßliche Täters in militärischer Tarnkleidung. Eine Augenzeugin berichtete, der mutmaßliche Täter habe mehrere Gewehre und eine Armbrust bei sich gehabt. "Ich wollte die Fenster öffnen und da sah ich ihn", sagte Joan MacAlpine Stiles dem Sender CBC. "Er war gerade durch unseren Garten spaziert." Das örtliche Krankenhaus war in Alarmbereitschaft, draußen wurden Wachmänner postiert. Der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Steven Blaney, postete auf Twitter, er sei "schockiert". Die Hintergründe der Tat sind bislang noch unklar.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter laufen derzeit im Sekundentakt Beiträge zum Amoklauf ein. Unter dem Stichwort (Hashtag) #PrayForMoncton kommen immer  mehr Beileidsbekundungen und Informationen zusammen. Via Twitter veröffentliche die kanadische Polizei auch das besagte Bild es Amokläufers. Der 24-Jährige wurde von der Behörde inzwischen als Justin Bourque identifiziert.

Auch im sozialen Netzwerk Facebook beschäftigt der Fall die Mitglieder. Inzwischen gibt es sogar eine Seite zum Thema Justin Bourque. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass die Seite tatsächlich vom Amokläufer selbst stammt oder initiiert wurde. Bisher hat sie rund 320 "Fans". Zu sehen sind unter anderem makabere Montagen von Filmplakaten. Eines der Plakate trägt den Titel "The Bourque Ultimatum" - angelehnt an den Kinohit "The Bourne Ultimatum" mit Matt Damon in der Hauptrolle.

Die drei kanadischen Polizisten gehörten zur Royal Canadian Mounted Police - übersetzt: die königliche kandische berittene Polizei. Dabei handelt es sich um die kanadische Bundespolizei. Die Bevölkerung bezeichnet deren Mitglieder umgangssprachlich als "Mounties". Bekannt und populär wurde dieser Ausdruck in Deutschland in der Mitte der 1990er-Jahren durch die Serie "Ein Mountie in Chicago". Die Hauptrolle des Constable Benton Fraser spielte der kanadische Schauspieler Paul Gross.

Das kanadische Portal www.theglobeandmail.com berichtet via Live-Ticker in englischer Sprache über die Ereignisse in der kleinen Stadt. (dob/dpa)

Liveticker aus Kanada

Moncton - Ort des Amoklaufes

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