Mindestens 27 Verletzte

Amrum: Fährschiff prallt ungebremst gegen Anleger 

+
Die "Adler Express" liegt nach der Kollision im Hafen von Amrum.

Wittdün - Der Kapitän schrie "Festhalten! Festhalten" - dann prallte eine Fähre im Hafen von Amrum ungebremst gegen einen Anleger. 27 Menschen wurden verletzt - zwei von ihnen lebensgefährlich.

Dramatisches Ende einer Ausflugsfahrt im Watt: Bei einem Fährschiff-Unglück im Hafen der nordfriesischen Insel Amrum sind am Mittwoch mindestens 27 Menschen verletzt worden, sechs von ihnen schwer. Bei zwei Verletzten bestehe Lebensgefahr, sagte der Husumer Polizeisprecher Wolfgang Boe am Mittwochnachmittag. Unglücksursache war vermutlich ein technischer Defekt.

Beim Anlegemanöver habe der Kapitän festgestellt, dass das Schiff nicht auf die Steuerbefehle reagiert habe. Die knapp 42 Meter lange „Adler-Express“ sei nahezu ungebremst gegen den Anleger geprallt. Dadurch rammte das Schiff die Pier mit einer Geschwindigkeit von rund acht Knoten (rund 15 km/h), sagte Boe. Experten müssten jetzt an Bord der Fähre die Ursachen des Unglücks ermitteln.

Fährschiff-Unglück bei Amrum - Bilder

Fährschiff-Unglück bei Amrum - Bilder

Auf dem Schiff waren nach Polizeiangaben insgesamt 233 Passagiere, darunter zahlreiche ältere Menschen und mehrere Schulklassen. Viele Passagiere standen während des Anlegemanövers an Bord und warteten auf das Aussteigen, sagte Boe. Sie stürzten bei dem Aufprall. Ob bei dem Unglück auch Crew-Mitglieder verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt.

Für die Helfer gab es Großalarm. Sie waren anfangs mit sieben Rettungshubschraubern, einem Seenotrettungskreuzer sowie mehreren Notärzten und Rettungswagen vor Ort. Unterstützt wurden sie von Kräften der Bundespolizei und der Bundeswehr. Die Schwerverletzten wurden in Krankenhäuser auf dem Festland gebracht.

Die knapp 42 Meter lange „Adler-Express“ kam vom Hafen Strucklahnungshörn auf Nordstrand und sollte über Wittdün auf Amrum weiter nach Hörnum auf Sylt fahren. Das Schiff kann maximal 420 Passagiere mit einer Geschwindigkeit von 24 Knoten (rund 45 km/h) durch das Watt transportieren. Die „Adler-Express“ wurde 1993 vom Stapel gelassen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.