Breivik-Prozess: Oslos Zentrum war "Kriegsgebiet"

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Der Prozess um den Massenmörder Anders Breivik kann noch Monate dauern.

Oslo - Der Einsatzleiter der norwegischen Polizei hat vor Gericht das Chaos nach dem Bombenanschlag in Oslo im vergangenen Sommer beschrieben. Ein Wachmann erzählte von einer ganz besonderen Schrecksekunde.

Tor Langli erklärte, nach ersten Informationen sei er von zwei Tätern ausgegangen und zwei weiteren Sprengsätzen, die noch nicht explodiert seien. Dem angeklagten Attentäter Anders Behring Breivik war es gelungen, nach dem Anschlag auf die Insel Utöya zu fahren und dort in einem Jugendlager 69 Menschen zu töten.

Breivik-Prozess: Hier ist der Täter zu Tränen gerührt

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Langli sagte, zuerst habe er Angaben über einen Verdächtigen mit nichtnordischem Aussehen erhalten, der den Tatort im Regierungsviertel von Oslo verlassen habe. Später habe es dann geheißen, ein Verdächtiger mit nordischem Äußeren sei gesehen worden. Deshalb sei er von zwei Täter ausgegangen. Langli erklärte weiter, später habe er von den Schüssen auf Utöya erfahren. “Ich dachte, dass es eine Verbindung gibt“, sagte er. “Aber ich hatte dafür keine Beweise." Und an Breivik gewandt: “Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es zwei Menschen mit so vielen verrückten Ideen gibt.“

Tatort als Kriegsgebiet beschrieben

Ein Wachmann bezeichnete die Lage in der Innenstadt von Oslo nach dem Bombenanschlag mit acht Todesopfern als Kriegsgebiet. Tor Inge Kristoffersen sagte am Dienstag aus, er habe am Tag der Tat mit Kollegen im Untergeschoss eines Hochhauses im Regierungsviertel Dienst gehabt. Sie hätten gerade eine Sicherheitskamera neu ausgerichtet, um das Nummernschild eines verdächtigen Fahrzeugs zu kontrollieren, als der Wagen explodiert sei. “In dem Moment, als wir an das Nummernschild herangezoomt hatten, explodierte das Auto“, sagte Kristoffersen.

Der Sprengstoffexperte Svein Olav Christensen zeigte vor Gericht Fotos vom Tatort. Die Bombe riss Löcher in den Beton unter dem Auto und das Kellergeschoss darunter.

Breivik hat die Taten gestanden, weist aber eine Schuld im juristischen Sinn von sich. Der Prozess soll noch weitere neun Wochen dauern.

dapd

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