Moritz Schäfer über politisch korrektes Essen

Angemerkt zum Zigeunersaucen-Urteil: "Quatsch mit Sauce"

Moritz Schäfer

Sinti und Roma sind mit der Forderung nach einer Umbenennung der Zigeunersauce gescheitert. Die Hersteller sehen in dem Begriff keine Diskriminierung. HNA-Volontär Moritz Schäfer über politisch korrektes Essen.

Auf deutschen Tellern ist kein Platz für Fremdenfeindlichkeit, wohl aber für jede Menge Problembewusstsein. So auch in Hannovers städtischen Kantinen. Dort heißt das Zigeunerschnitzel neuerdings Balkanschnitzel.

Grund: Das Hannoversche Forum der Sinti und Roma verlangte, man möchte doch bitte den diskriminierenden Begriff „Zigeuner“ aus Speisekarten und Produktbezeichnungen verbannen.

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Das ist das stärkste Ding seit der Umbenennung des Negerkusses, aber sicher nicht das letzte. Bald kämpft die Antidiskriminierungsbehörde des Bundes wohl mit weiteren Beschwerden: Ostpreußische Heimatverbände stoßen sich am plumpen Klang des Klopses. Der Polizeigewerkschaft stößt die Bullette sauer auf. Das Europäische Parlament gibt zu bedenken, dass die Birne Helene nicht den Vorgaben zur Energieeffizienz gerecht wird. Kosakenverbände rufen bundesweit zu konspirativen Zipfeltreffen auf, und in süddeutschen Klöstern beschweren sich die Ordensschwestern: Ihnen stinkt es, dass ein Schmalzgebäck den Namen Nonnenfürzchen trägt.

In dieser Flut droht das Problem mit der Zigeunersauce allerdings unterzugehen, denn die zuständige Behörde arbeitet alle Beschwerden in alphabetischer Reihenfolge ab.

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