"Land ohne soziale Disziplin"

Angst vor Gewalt: 16 Städte sagen Karneval in Brasilien ab

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Geschlossene Geschäfte in Vitoria. Ein Streik der Polizei hatte dort zu einer Mordwelle geführt. Foto: Tânia Rêgo/Agencia Brazil

Vitoria (dpa) - Aus Angst vor einer Gewalteskalation haben 16 Städte im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo die Karnevalsfeiern abgesagt. Grund sei die Krise der öffentlichen Sicherheit, berichtete das Portal "O Globo".

Während eines Streits um Gehaltserhöhungen war es in dem Bundesstaat zuletzt zu einem Streik der Polizei gekommen. Während des Ausstandes wurden über 130 Menschen ermordet, es kam zu Plünderungen, Schulen blieben geschlossen. Auch im Polizeiapparat in Rio de Janeiro gärt es, dorthin wurden 9000 Soldaten geschickt.

Die Bundesstaaten sind nach einer Rezession in großer finanzieller Not und unter Spardruck. In Rio gibt es dieses Jahr mit 450 Karnevalsumzügen rund 50 weniger als noch im Vorjahr.

Die fragile Lage hatte letzte Woche sogar den Chef der brasilianischen Streitkräfte auf den Plan gerufen. "Vom ethischen und moralischen Standpunkt her sind wir ein Land ohne ein Minimum an sozialer Disziplin", sagte General Eduardo Dias da Costa Villas Bôas. Rio erwartet trotzdem zu den offiziell am Freitag startenden Feierlichkeiten rund eine Million Touristen.

Bericht Globo

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