April verabschiedet sich mit Hitzerekorden

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Der Hofgarten in München

Berlin - Hochsommerliche Temperaturen haben das letzte Aprilwochenende bestimmt. Vor allem im Süden und Osten Deutschlands seien zahlreiche Hitzerekorde gebrochen worden.

Der April wird seinem Ruf gerecht - und macht, „was er will“. Am Samstag jagte noch ein Wetterrekord den nächsten, es gab Sonne satt und Temperaturen wie am Mittelmeer. München knackte am Samstag das Allzeithoch für den Monat April mit einem Wert von 32,2 Grad - der alte Rekord lag bei 28,7 Grad. Auch andernorts im Süden und Osten lockte strahlender Sonnenschein Tausende in Freibäder, Parks und an Seen. Der Norden und Nordwesten Deutschlands spürte vom vorgezogenen Sommerwetter nicht viel, an der Nordsee wurden oft nicht einmal 10 Grad erreicht. Bei leichtem Regen erreichten die Temperaturen kaum 20 Grad (hier geht's zum aktuellen Wetterbericht).

Wetter-Weisheiten: Welche Sprüche wirklich stimmen

Wetter Bauernregeln
Ist der Januar feucht und lau, wird das Frühjahr trocken und rau. Falsch! Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang zwischen einem feuchten Januar und einem trockenen Frühjahr – die Wahrscheinlichkeit liegt gerade mal bei 50 Prozent. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß. Stimmt! Allerdings ist dieser Zusammenhang nur sehr schwach. Für den kommenden Sommer hieße das trotzdem: viel Sonne und tropische Temperaturen, denn heuer war’s im Januar weiß und kalt. © dpa
Wetter Bauernregeln
Friert es auf Vigilius (31.1.), im Märzen Kälte kommen muss. Volltreffer! Liegen die Temperaturen Ende Januar unter dem Gefrierpunkt, ist es oft auch im März bitterkalt. Heuer gab‘s in München an diesem Tag keinen Frost, der März könnte also mild ausfallen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist der Februar sehr warm, friert man Ostern bis in den Darm. Quatsch! Auch wenn die Wortwahl das Wetter nun sehr anschaulich beschreibt: An dieser Bauernregel ist nix dran. © dpa
Wetter Bauernregeln
Scheint an Lichtmess (2.2.) die Sonne heiß, kommt noch sehr viel Schnee und Eis. Richtig! Scheint die Sonne Anfang Februar häufiger als normal, ist es mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70 Prozent im Februar und März frostig und kalt. Das liegt an der sogenannten Erhaltungsneigung des Wetters: Bringt ein Hochdruckgebiet Anfang Februar viel Sonne, bleibt das Wetter oft gleich über mehrere Wochen schön. © dpa
Wetter Bauernregeln
Felix und Petrus (21./22.2.) zeigen an, was wir 40 Tage für Wetter han. Richtig! In ganz Deutschland stimmt diese Regel in zwei Drittel aller Fälle. Regnet es an diesen Tagen nicht, bleiben auch die kommenden Wochen trocken – gleicher Zusammenhang gilt für die Temperaturen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Im Februar Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß. Schön wär’s! Auf einen kalten Februar folgt nicht zwangsläufig ein schöner Sommer – die Wahrscheinlichkeit liegt gerade einmal bei 50 Prozent. Schade eigentlich… © dpa
Wetter Bauernregeln
Im März viel Schnee und Regen bringt wenig Sommersegen. Blödsinn! Untersuchungen zeigen keinen Zusammenhang. Man darf also auch nach einem verschneiten März auf einen Super-Sommer hoffen! © dpa
Wetter Bauernregeln
Wenn es Kunigunden (3.3.) friert, sie’s noch 40 Nächte spürt. Stimmt nur tendenziell! In Süddeutschland trifft diese Regel mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent zu. © dpa
Wetter Bauernregeln
Friert es auf Gertrude (17.3.), der Winter 40 Tage nicht ruht. Stimmt überwiegend! Ist es Mitte März unterdurchschnittlich kalt, bleibt die zweite Märzhälfte zumindest mit einer Wahrscheinlichkeit von um die 60 Prozent kalt. © dpa
Wetter Bauernregeln
Wie das Wetter zu Frühlingsanfang (21.3.), ist es den ganzen Sommer lang. Stimmt! Entscheidend sind die Tage um diesen Stichtag. Wahr ist, dass es bei wenig Regen in diesen Tagen in sechs von zehn Sommern niederschlagsarm bleibt. Ist es hier zu warm und sonnig, bleiben Juni und Juli zu fast 70 Prozent schön. © dpa
Wetter Bauernregeln
Hält St. Ruprecht (28.3.) den Himmel rein, so wird es auch im Juli sein. Stimmt! Scheint dann die Sonne, ist der Juli mit über 72 Prozent Wahrscheinlichkeit sonniger als normal. Schlechtes Wetter um den 28.3. bringt mit 60-prozentiger Sicherheit auch einen trüben Juli. © dpa
Wetter Bauernregeln
Gibt’s im April mehr Regen als Sonnenschein, wird warm und trocken der Juni sein. Stimmt überwiegend nicht! Lediglich im Osten der Republik trifft die Regel in sechs von zehn Jahren zu. Prinzipiell ist aber kaum ein Zusammenhang zwischen April- und Juniwetter nachgewiesen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Wenn’s viel regnet am Amantiustag (8.4.), ein dürrer Sommer folgen mag. Stimmt nur für den Süden! Hier liegt die Wahrscheinlichkeit für einen trockenen Sommer sogar zwischen 70 und 80 Prozent, wenn es Anfang April mindestens doppelt so viel geregnet hat wie üblich. © dpa
Wetter Bauernregeln
Auf einen nassen Mai folgt ein trockener Juni. Stimmt nur für den Süden! Im Großteil Deutschlands folgen auf einen nassen Mai genauso oft feuchte wie trockene Monate, in Ostdeutschland stimmt sogar das Gegenteil. © dpa
Wetter Bauernregeln
Das Wetter am Siebenschläfertag (27.6.), sieben Wochen bleiben mag. Stimmt! Diese bekannte Regel trifft vor allem dann zu, wenn man als Datum den 7. Juli hernimmt – das ist nämlich nach der Kalenderreform der wahre Siebenschläfertag. Am meisten trifft die Regel für uns im Süden zu. Dieser Tag ist übrigens der Gedenktag für die Sieben Schläfer von Ephesus und Lostag für Bauernregeln und hat nichts mit dem Nagetier zu tun. © dpa
Wetter Bauernregeln
Gießt’s an St. Gallus (16.10.) wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass. Stimmt nicht! Hier besteht kein nachweisbarer Zusammenhang. Wieder einmal trifft die Bauernregel am ehesten für den Süden Deutschlands zu. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald. Stimmt! Durchschnittlich folgt in fast sieben von zehn Fällen auf ein kaltes Fest ein zu warmer Februar. Heuer an Weihnachten war’s in München mit Temperaturen knapp über null Grad relativ mild, der Frühling lässt noch auf sich warten. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald. Stimmt! Durchschnittlich folgt in fast sieben von zehn Fällen auf ein kaltes Fest ein zu warmer Februar. Heuer an Weihnachten war’s in München mit Temperaturen knapp über null Grad relativ mild, der Frühling lässt noch auf sich warten. © dpa

Das soll es aber vorerst gewesen sein mit der Mallorca-Stimmung: Für die kommenden Tage rechnen die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst wieder mit mehr Wolken, mit Regen und auch mit Gewittern. „Das Wetter "normalisiert" sich wieder und gewöhnliches Frühlingswetter steht uns ins Haus“, sagt Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. „Mit den Rekorden ist es sicher erstmal vorbei.“ Sei die Temperaturgrenze zwischen dem kühleren Norden und dem sommerlich-warmen Süden zuletzt noch deutlich zu spüren gewesen, so gleiche sich diese Wetterschere langsam an.

Erstaunt ist Hartmann über das Auf- und Ab der Temperaturen: „Wenn man die Höchstwerte vom Samstag betrachtet, dann ist das schon sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit.“

Nach wie vor wird das Wetter vor allem im Süden und Osten Deutschlands laut DWD stark von Strömungen aus Afrika beeinflusst. Wetter-Experte Hartmann erwartete für Sonntag Temperaturen von über 25 Grad im Süden - fürs Eisessen, Grillen und die leichte Urlaubsstimmung sollte das noch ausreichen. Zumal auch der Strandspaziergang an der Nordsee nicht mehr ganz so kühl ausfallen wird wie am Samstag: „Der Norden wärmt sich auf“, meint der DWD-Fachmann.

Zum Wochenauftakt rechnen die Meteorologen im Westen mit Temperaturen zwischen 19 und 24 Grad, im Osten 22 bis 26 Grad. Kein T-Shirt-Wetter dagegen an den Küsten, dort bleibt es mit 15 Grad weiter kühler. „In der Nacht zum Dienstag kann es im Westen auch teils ergiebiger regnen“, sagt Hartmann. „Da wird der eine oder andere Rheinländer beim Aufstellen des Maibaumes für seine Liebste eine Dusche abbekommen.“

Mitte und Ende kommender Woche werden nicht mehr als 15 Grad erreicht, es bleibt unbeständig, kühl und feucht. Immer wieder muss mit einzelnen Gewittern, starkem Regen und auch Hagel gerechnet werden.

dpa

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