Archäologische Entdeckung im Regenwald von Honduras

Tegucigalpa/Bonn (dpa) - Seit Jahrhunderten wird in Honduras die Legende von der "Weißen Stadt" oder der "Stadt des Affengotts" erzählt. Jetzt haben Wissenschaftler im Regenwald des mittelamerikanischen Landes Überreste von Plätzen, Erdwällen und einer Pyramide entdeckt.

Wie die Zeitschrift "National Geographic" am Montag berichtete, liegt der Fundort in der Region La Mosquitia im Nordosten des Landes. Eines der spektakulärsten Fundstücke sei der Kopf einer Statue, die ein mystisches Wesen - halb Mensch, halb Jaguar - darstelle.

Die Fundstelle sei so gut wie unberührt, sagte der Archäologe Christopher Fisher von der US-Universität Colorado. Die Wissenschaftler datierten die Artefakte auf 1000 bis 1400 nach Christus. Im Gegensatz zu den ebenfalls in der Region heimischen Maya sei über diese Kultur so gut wie nichts bekannt.

Erste konkrete Hinweise auf die Anlage erhielten Wissenschaftler 2012 durch Luftaufnahmen. Nach der Expedition gehen die Forscher nun davon aus, dass sie nicht nur auf eine einzelne Stadt, sondern auf die Überreste einer ganzen untergegangenen Zivilisation gestoßen sind.

Der Bonner Altamerikanist Nikolai Grube warnte dagegen vor zu weitgehenden Schlüssen. Von einer Kultur könne man frühestens sprechen, wenn man ein Netz von mehreren Dörfern entdeckt habe. Auch sei der Begriff "Weiße Stadt" irreführend, da es wohl eher um Überreste eines Dorfes gehe. ""Die Weiße Stadt" ist das sicherlich nicht, sondern eine wichtige archäologische Fundstätte von einer großen menschlichen Siedlung, die vielleicht der Sitz eines Häuptlings gewesen sein könnte", sagte Grube.

Bericht National Geographic

Institut für Anthropologie und Geschichte

Website Prof. Grube

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