Sender-Chef verteidigt Rundfunkbeitrag

ARD: "Schon" 40 Prozent für Zwangsabgabe

+
ARD-Chef Lutz bringt der Rundfunkbeitrag ins Schwitzen

Hamburg - Der neue ARD-Vorsitzende, NDR-Intendant Lutz Marmor, hat die Einführung der pauschalen Rundfunkabgabe für alle Haushalte verteidigt.

„Zum jetzigen Zeitpunkt sind es schon 40 Prozent, die den neuen Beitrag gut finden. Bei den anderen haben wir noch eine Kommunikationsaufgabe“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ auf die Frage, warum 60 Prozent der Deutschen das Projekt ablehnten. Für jeden Haushalt in Deutschland wird ab 1. Januar ein Beitrag für den Empfang von ARD, ZDF und Deutschlandradio fällig - in der Regel 17,98 Euro im Monat.

Marmor räumte Fehler ein, so bei der erst nach Protesten zurückgenommenen Vorgabe, auch von Demenzkranken in Pflegeheimen die Gebühr einzufordern: „Als ich das hörte, war mir gleich klar: Das geht ja gar nicht. Das wäre unmenschlich und niemandem zu erklären“, sagte Marmor.

Derzeit gingen bei der ARD mehr Beschwerden als sonst ein. „Bei Firmen mit vielen Filialen kann ich die Beschwerden teilweise nachvollziehen“, räumte der ARD-Chef ein. „Es gibt aber auch Unternehmen, die weniger zahlen.“ Für 90 Prozent der Leute ändere sich jedoch nichts an der Höhe ihrer Beiträge. Verwaltungsgerichte rechneten laut dem"Focus" vom Frühjahr an mit ersten Klagen gegen Zahlungsaufforderungen.

Marmor bestritt, dass die Umstellung dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Mehreinnahmen bis zu 1,6 Milliarden Euro bringen könnte. „Wo diese Zahl herkommt, ist mir schleierhaft. Niemand weiß zurzeit genau, ob es mehr oder sogar weniger Einnahmen als heute sein werden.“ Für am wahrscheinlichsten hält es der ARD-Vorsitzende, dass sie in etwa stabil bleiben.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.