1. Startseite
  2. Welt

Lebendes Kaninchen samt Käfig im Plastikmüll entsorgt: Anwohner entdeckt traurige Szenerie

Erstellt:

Von: Niklas Hecht

Kommentare

In Aschaffenburg findet ein Mann ein quicklebendiges Kaninchen in seiner Mülltonne. Ohne seinen Retter wäre das Tier vermutlich bald verhungert.

Aschaffenburg - Einen traurigen Fund machte der Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Aschaffenburg, als er am Dienstag (10. Januar) seinen Plastikmüll wegbringen wollte. In dem dafür vorgesehenen Container entdeckte er ein Kaninchen samt Käfig und Transportbox, das dort offenbar „entsorgt“ werden sollte. Der Mann informierte sogleich die Polizei, die wiederum das örtliche Tierheim benachrichtigte. Beim Eintreffen habe das kleine Tier neugierig aus der Mülltonne geschaut, berichtete Tierpflegerin Christiane Eisenbach den Reportern von 5vision.news vom Eintreffen am Fundort. „Für die Umstände war das Kaninchen aber nicht sonderlich schockiert“, zitiert merkur.de den Bericht.

Der kleine Kerl, ein Männchen, habe etwas zu lange Krallen und ein verfärbtes Fell, was auf eine schlechte Haltung schließen lasse. Zudem sei das Kaninchen etwas verschnupft. „Wir hoffen, dass da nichts kommt, weil es war nicht so warm draußen und das Tier war ein bisschen nass geregnet“, erklärte Eisenbach weiter. Nun befindet sich die gerettete Fellnase, die ohne seinen Finder vermutlich verhungert wäre, in der Obhut des Tierheims Aschaffenburg, wo sie aufgepäppelt, geimpft und kastriert werden soll. „Und wenn alles so weit um ist, dann sucht er natürlich ein neues Zuhause“, hofft Eisenbach auf eine bessere Zukunft für das Kaninchen, das das Team des Tierheims - in Anlehnung an einen großen Mülltonnenhersteller - auf den Namen „Sulo“ getauft hat.

Der Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Aschaffenburg fand das Kaninchen in einem Müllcontainer.
Der Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Aschaffenburg fand das Kaninchen in einem Müllcontainer. © 5.vision.media

Aschaffenburg: Kaninchen im Müll entsorgen ist „kein Kavaliersdelikt“

Menschen, die ein Tier nicht mehr haben möchten, rät Eisenbach, auf die Tierheime zuzugehen. Die „berüchtigte Abgabegebühr“ liege bei Kaninchen bei maximal 20 Euro und bei Menschen, die sich diese Summe nicht leisten könnten, finde man auch so eine Lösung. Alexandra Kieser, die stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins, bekräftigte diese Aussage gegenüber 5vision.news nochmals. Die Hemmschwelle sei bei einer Tierabgabe sicherlich hoch, aber bei ihnen werde niemand angeprangert. „Jeder Tierhalter sollte bis zuletzt die Verantwortung für sein Tier übernehmen, auch wenn es unbequem wird. Ein Lebewesen im Müll zu entsorgen ist unmenschlich und kein Kavaliersdelikt.“

Tatsächlich muss der ehemalige Besitzer von „Sulo“, sollte er denn gefunden werden, mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro rechnen, denn das Aussetzen von Tieren steht unter Strafe. (nhe)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion