Anklägerin von Harvey Weinstein

MeToo-Aktivistin räumt Sex mit Minderjährigem ein - und nennt ihn „verlorene Seele“

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Musiker Jimmy Bennett (l.) soll von Asia Argento sexuell genötigt worden sein.

Asia Argento hat Hollywood-Produzent Harvey Weinstein öffentlich der Vergewaltigung beschuldigt. Unter ihrer Mitwirkung entstand dadurch die #MeToo-Debatte. Plötzlich steht die Schauspielerin am Pranger.

Schauspielerin Asia Argento: MeeToo-Aktivistin hatte Sex mit Jimmy Bennet

Update, 1. Oktober 2018, 06.30 Uhr:

Anders als bislang von ihr behauptet hatte die #MeToo-Aktivistin Asia Argento doch Sex mit dem US-Schauspieler Jimmy Bennett, der Missbrauchsvorwürfe gegen die Italienerin erhoben hat. Allerdings deutete sie im Interview des italienischen Senders La 7 am Sonntagabend an, der zum damaligen Zeitpunkt noch minderjährige Bennett habe sie überrumpelt. Inzwischen empfinde sie neben Wut vor allem Mitleid mit Bennett, den sie als „verlorene Seele“ bezeichnete.

Argento (43) gehört zu den bekanntesten Stimmen der #MeToo-Bewegung, die sich gegen sexuelle Belästigung und Missbrauch in der Unterhaltungsindustrie und darüber hinaus einsetzt.

Video: Argento hatte sich mit Bennett auf Zahlung geeinigt

Die „New York Times“ hatte Ende August berichtet, Argento habe Bennett 2013 in einem kalifornischen Hotel missbraucht, als er 17 und sie 37 Jahre alt war. Sexuelle Handlungen mit Unter-18-Jährigen sind in dem US-Bundesstaat strafbar.

Nach dem Vorfall habe sich Argento mit Bennett auf die Zahlung von umgerechnet 330 000 Euro geeinigt, um die Missbrauchsvorwürfe auszuräumen. Argento bestätigte der Zeitung zwar, dass Geld an Bennett floss, bestritt aber zugleich jegliche „sexuelle Beziehung“ zu dem 20 Jahre jüngeren Schauspieler.

Asia Argento und Jimmy Bennet: MeeToo-Aktivistin wollte „keine schlüpfrigen Details ausbreiten“

In der Sonntagssendung räumte sie nun ein, der „New York Times“ in einer ersten Reaktion auf den Bericht etwas anderes erzählt zu haben, um „keine schlüpfrigen Details ausbreiten“ zu müssen. Tatsächlich habe sie damals einem Treffen mit Bennett zugestimmt, um ihm bei den Vorbereitungen für eine Probe zu helfen. „Er ist dann regelrecht auf mich gesprungen“, sagte Argento dem italienischen Sender, und sie sei „eingefroren“. Nach eigenen Worten war ihr damals nicht klar, dass der Jungschauspieler erst 17 Jahre alt war.

Bennett hatte vor einer Woche ebenfalls bei La 7 seine Vorwürfe gegen Argento bekräftigt. Auf die Frage des Moderators, ob er bei seiner Version bleibe, wonach Argento ihn sexuell missbraucht habe, sagte der mittlerweile 22-Jährige: „Ja, das stimmt.“ Später fügte er hinzu: „Eine Frau kann schön und attraktiv sein und trotzdem einen Mann missbrauchen.“ Die Schauspielerin gleiche US-Filmproduzent Harvey Weinstein, dem mehrere Frauen sexuelle Gewalt vorgeworfen hatten. „Auch Asia hat ihre Macht missbraucht“, sagte Bennett dem Sender.

#MeToo-Kämpferin Asia Argento wird selbst des sexuellen Übergriffs beschuldigt

Meldung vom 20. August 2018:

Los Angeles - Die italienische Schauspielerin Asia Argento, eine der führenden Stimmen der #MeToo-Debatte, wird nach Presseinformationen selbst beschuldigt, sich an einem Mann sexuell vergangen und Schweigegeld bezahlt zu haben. Wie die "New York Times" am Sonntag berichtete, erhielt der Schauspieler und Rockmusiker Jimmy Bennett 380.000 Dollar (333.000 Euro).

Die Zeitung beruft sich auf ihr vorliegende Unterlagen, deren Herkunft sie nicht benennt. Argento war eine der ersten Frauen gewesen, die den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigten.

Sexueller Übergriff in Hotel

Bennett zufolge erfolgte der sexuelle Übergriff 2013 in einem Hotel in Kalifornien. Argento war damals 37 Jahre alt, Bennett war zwei Monate zuvor 17 geworden. Das gesetzliche Mindestalter für einvernehmlichen Sex liegt in Kalifornien bei 18 Jahren. Die Zeitung versuchte nach eigenen Angaben wiederholt vergeblich, eine Stellungnahme von Argento oder ihren Vertretern zu bekommen.

Den von der Zeitung eingesehenen Dokumenten zufolge kam der Deal zwischen Argento und Bennett im April zustande. Drei mit dem Fall vertraute Persönlichkeiten bestätigten der "New York Times" die Echtheit der Unterlagen.

Argento droht Klage

Argentos Anwältin Carrie Goldberg sagte, mit dem Geld habe Bennett "geholfen" werden sollen. Für Bennetts Anwälte war der Vorfall in dem Hotel eine "sexuelle Nötigung", durch das der einstige Kinderdarsteller traumatisiert wurde - mit Folgen für seine geistige Gesundheit und sein Einkommen. Beabsichtigt ist der Zeitung zufolge, Argento wegen sexuellen Angriffs und Nötigung auf Schadenersatz in Höhe von 3,5 Millionen Dollar zu verklagen.

Sie berichtete öffentlich, dass Weinstein sie 1997 während des Filmfestivals von Cannes in seinem Hotelzimmer vergewaltigte, als sie 21 Jahre alt war. Der Hashtag #MeToo wurde später unter ihrer Mitwirkung zum Sammelruf für den Kampf gegen sexuelle Gewalt. Beim diesjährigen Festival von Cannes hielt Argento eine emotionale Ansprache, in der sie ankündigte, dass Weinstein "niemals mehr in Cannes willkommen sein" werde.

Angesichts der Vorwürfe gegen Weinstein kehrte ihm seine Ehefrau Georgina Chapman den Rücken. Sie gab die Trennung vom Vater ihrer beiden Kinder bekannt.

Eine Woche nach dem umstrittenen Aufruf gegen die #MeToo-Bewegung hat die französische Schauspielerin Catherine Deneuve die Opfer sexueller Gewalt um Entschuldigung gebeten.

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AFP

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