Mega-Asteroid schrammt an Erde vorbei

Pasadena - Da haben wir noch einmal Glück gehabt: Ein gewaltiger kosmischer Brocken rast am kommenden Mittwoch an unserem Planeten vorbei. Ein Einschlag ist diesmal ausgeschlossen, doch der nächste Treffer ist nur eine Frage der Zeit.

Ein 400 Meter großer Asteroid wird in der Nacht zu Mittwoch knapp an der Erde vorbeifliegen. Kurz nach Mitternacht passiert der Brocken mit 50 000 Kilometern pro Stunde die Erde innerhalb der Mondbahn. Es ist die engste Begegnung mit einem so großen Asteroiden seit 1976. Ein Einschlag ist ausgeschlossen, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA betont. “Die Bahn des Asteroiden 2005 YU55 ist durch frühere optische und Radar-Beobachtungen sehr gut bekannt, und es besteht kein Risiko, dass dieses Objekt mit der Erde oder dem Mond kollidiert“, unterstrich der NASA-Asteroidenexperte Don Yeomans am Donnerstag (Ortszeit) in einer öffentlichen Fragestunde des US-Fachmagazins “Science“ im Internet.

Brocken wird nicht mit bloßem Auge zu sehen sein

Der enge Vorbeiflug gibt den Astronomen die Gelegenheit, den kosmischen Besucher genauer zu untersuchen. Seit diesem Freitag wird sein Flug von Radioteleskopen in Nordamerika verfolgt. Während der Annäherung, die YU55 am Mittwoch um 0.28 Uhr (MEZ) bis auf 324 600 Kilometer an die Erde heranbringt, soll die Oberfläche des Asteroiden auf bis zu zwei Meter genau kartiert werden. Früheren Beobachtungen zufolge ist YU55 nahezu rund und hat einen Durchmesser von etwa 400 Metern. Er besteht zum großen Teil aus Kohlenstoffverbindungen und ist schwärzer als Holzkohle, wie die NASA berichtet. Der vorbeifliegende Brocken wird daher auch nicht mit bloßem Auge zu sehen sein.

Vermutlich begleite YU55 die Erde schon seit Jahrtausenden, erläuterte Yeomans. Auf seinem Orbit pendele der Asteroid zwischen den Bahnen von Venus und Mars, dem inneren und äußeren Nachbarplaneten der Erde. Wahrscheinlich werde er die Erde niemals treffen. Für die nächsten hundert Jahre hätten die Berechnungen einen Einschlag bereits definitiv ausgeschlossen. Auch andere Auswirkungen auf die Erde, den Mond oder Satelliten - etwa durch die Schwerkraft des Asteroiden - seien bei dem Vorbeiflug am Mittwoch nicht zu erwarten, dafür sei YU55 zu klein.

UFOs? Von wegen! Himmelsphänomene und ihre Ursachen

Wenn in Werner Walters Ufo-Zentrale in Mannheim das Telefon klingelt, kann er manche Himmelsphänomene ganz einfach erklären. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl. © dpa
HALE-BOPP: Er schrieb Geschichte: Hale-Bopp war für mehrere Jahrzehnte einer der hellsten und meist beobachtesten Kometen. Erstmals wurde er am 23. Juli 1995 unabhängig voneinander von Alan Hale und Thomas Bopp in den USA entdeckt. Kometen sind Schweifsterne, die die Sonne auf Bahnen umlaufen und zum Großteil aus kleinen, locker verbundenen Staub- und Mineralienteilchen sowie Eis bestehen. © dpa
Sie können einen Durchmesser bis zu 100 Kilometern haben. Wenn der Komet ins Sonnensystem dringt, entreißt ihm der Sonnenwind Gaspartikel, und der Schweif ensteht. © dpa
POLARLICHTER: Polarlichter sind rote, grüne oder blaue schweifhafte, größflächige Lichterscheinungen, die im Bereich der Pole fast täglich vorkommen. Sie entstehen, wenn Elektronen oder andere geladene Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen und schließlich als ein Strom in Spiralen entlang auf die Erde treffen. © dpa
Mark Vornhusen von Meteomedia: „Für gewöhnlich werden sie durch das Magnetfeld zu den Polen gelenkt. Wenn aber etwa alle 11 Jahre die Sonne ihre stärkste Aktivität hat, gerät das Magnetfeld durcheinander, und die Polarlichter können auch bei uns erscheinen – das ist übrigens in ein, zwei Jahren wieder der Fall.“ © dpa
GLÜHENDE HIMMELSSPINNE: Von der spektakulärsten UFO-Sichtung hat im November 2009 eine Lufthansa-Crew auf der Strecke zwischen Norwegen und Grönland berichtet. Ufologe Walter klärte damals auf, dass in ihrer Sichtweite der russische Spionagesatellit Kosmos 2455 gestartet war. © dpa
Eispartikel im Raketenschweif und die nur sehr niedrige Umlaufbahn von 195 Kilometern sorgten unter spezieller Beleuchtung für diese glühende Himmelsspinne. © dpa
VENUS: Ein leuchtendes rundes Objekt, das für einen Stern viel zu hell leuchtet! Wenn Augenzeugen dieses Phänomen beobachten, sei es oft die Venus, erklärt Wetterexperte Marc Vornhusen: „Ist sie nahe an der Sonne, sieht man sie nicht. In den Abend- oder ganz frühen Morgenstunden aber kann man sie hell leuchtend tief am West- beziehungsweise Ost-Horizont sehen.“ © dpa
Dieses Foto zeigt einen über Singapur © dpa
DIE ISS: Die Internationale Raumstation kreist in 350 Kilometern Höhe alle 90 Minuten um die Erde. © dpa
Wenn die ISS unsere Breiten überfliegt, erscheint laut Ufologe Werner Walter ein gelbliches Licht „etwas größer als ein Scheinwerfer“, das minutenlang von Westen nach Osten zieht. © dpa
DIE HALOS: Ein Halo (vom griechischen „Halo“ für „Mond“ oder „Sonne“) ist ein Lichteffekt, der durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen in Cirrus-Wolken, an fallenden Schneekristallen oder im Eisnebel entsteht. © dpa
Der Effekt kann laut Vornhusen bis zu 30 unterschiedliche Formen haben. © dpa
„Je nach Form der Kristalle, nach dem Winkel, in dem das Licht auf die Kristalle trifft und nach der Windstärke entstehen am Himmels weißliche oder farbige Kreise, Bögen, Säulen oder Flecken.“ © dpa

Die NASA betreibt ein Beobachtungsprogramm, das erdnahe Objekte aufspürt und katalogisiert. Die Forscher haben aus verschiedenen Quellen bisher 8321 erdnahe Asteroiden registriert, darunter 830 mit einem Durchmesser von mindestens einem Kilometer. Kein Objekt hat bislang eine nennenswerte Einschlagwahrscheinlichkeit. Der nächste größere Treffer ist nach Expertenansicht allerdings nur eine Frage der Zeit. “Im Schnitt wird der Einschlag eines 30 Meter großen Objekts - dem kleinsten, das Schaden am Boden anrichten könnte - alle paar Jahrhunderte erwartet“, erläuterte Yeomans. “Ein größeres Objekt mit einem Kilometer Durchmesser wird nur alle paar hunderttausend Jahre erwartet.“ Ein Asteroid wie YU55 könnte ein ganzes Land von der Landkarte wischen.

Enge Begegnungen mit Asteroiden sind keine Seltenheit. Erst am 28. Oktober ist ein 10 bis 20 Meter kleiner Brocken mit knapp 100 000 Kilometern pro Stunde in weniger als halber Mondentfernung an der Erde vorbeigerast. Große Objekte wie YU55 fliegen nach Berechnungen der Astronomen im Schnitt ungefähr alle 30 Jahre nahe an der Erde vorbei, die nächste derartige Begegnung wird im Jahr 2028 erwartet.

dpa

Rubriklistenbild: © Nasa

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