Au-pair-Mädchen schwanger: Gastfamilie trägt Risiko

+
Für das Verwaltungsgericht in Düsseldorf steht fest: Da die Gastfamilie eine Verpflichtungserklärung unterschrieben hat, muss sie für den Lebensunterhalt des Mädchens in Deutschland aufkommen. Foto: Roland Weihrauch

Eine Düsseldorfer Gastfamilie verpflichtet ein Au-pair-Mädchen aus Peru. Es soll die vier Kinder der Familie betreuen. Stattdessen bringt es ihr eigenes Kind zur Welt. Für die Kosten muss nun die Gastfamilie aufkommen.

Düsseldorf (dpa) - Wer ein Au-pair-Mädchen beschäftigt, muss für unvorhergesehene Kosten aufkommen, auch wenn er getäuscht wurde. Das hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Donnerstag (26. März) dem Gastvater eines Au-pair-Mädchens aus Peru klar gemacht. Der zog daraufhin seine Klage gegen die Stadt zurück. Die 19-Jährige war hochschwanger nach Deutschland eingereist und hatte kurz nach ihrer Ankunft ein Kind zur Welt gebracht.

Die Peruanerin war mit ihrem Baby nach der Geburt elf Wochen von der Stadt untergebracht worden. Die Kosten von insgesamt rund 2400 Euro muss nun die Gastfamilie tragen. Er habe das Au-pair-Mädchen zur Betreuung seiner eigenen vier Kinder verpflichtet und sei arglistig getäuscht worden, hatte der Gastvater argumentiert.

Die Gastfamilie hatte sich vor der Einreise wie üblich bei der Ausländerbehörde verpflichten müssen, für den Lebensunterhalt des Mädchens in Deutschland aufzukommen. Dies ist Voraussetzung für die Erteilung des notwendigen Visums. Hätte er von der Schwangerschaft der Peruanerin gewusst, hätte er weder den Au-pair-Vertrag noch die Verpflichtungserklärung unterschrieben, argumentierte der Gastvater.

Der Richter sagte, die Gastfamilie habe sogar noch Glück gehabt, dass die Peruanerin freiwillig ausgereist sei. Die Kosten hätten deutlich höher ausfallen können. Mit dem Unterschreiben der Verpflichtungserklärung gehe jede Gastfamilie ein hohes Risiko ein (Az.: 8 K 8570/14).

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.