Hochgradig ansteckend

Augengrippe breitet sich wie Epidemie in Bonn aus

Bonn. Die Wartezimmer in Bonner Augenarztpraxen sind momentan prall gefüllt. Täglich kommen neue Patienten hinzu, die an Augengrippe leiden.

Laut Robert Koch-Institut waren in der Stadt vor zwei Wochen 100 Fälle bekannt. Wie sich die Anzahl der Infektionen bis Dienstag entwickelt hat, ist noch nicht bekannt gewesen, da der 1. November Feiertag in Nordrhein-Westfalen ist.

In Nordhessen ist bislang offenbar noch nicht von einer Ausbreitung zu sprechen. Marieluise Labrie, Krankenhausdirektorin des Elisabeth-Krankenhauses in Kassel sagte: „Bei uns ist bisher kein Fall bekannt.“

Laut Berichten von Focus und WDR helfen keine Antibiotika gegen die Erkrankung. Denn Antibiotika sind gegen Bakterien wirksam. Die Augengrippe wird aber von einem Virus ausgelöst. Dabei handelt es sich um Adenoviren, die sehr ansteckend sind. In Bonn breite sich das Virus wie eine Epidemie aus. Das bestätigte der Bonner Mediziner Sven Kulus am Dienstag gegenüber dem Focus. Salben und Tropfen, die verschrieben werden, dienen der Linderung der der Symptome.

Betroffene klagen über tränende und schmerzende Augen: Es juckt, und der Augapfel ist in den meisten Fällen stark gerötet. Viele klagen auch über Lichtempfindlichkeit und Fremdkörpergefühl. In einigen Fällen können auch die Lymphknoten hinter den Ohren anschwellen. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch vergehen fünf bis zwölf Tage.

Die Augengrippe gilt als eine Art Kombination aus Binde- und Hornhautentzündung. Nach durchschnittlich zwei Wochen ist die Infektion meist ausgestanden. Es kommt fast immer zur vollständigen Ausheilung. In sehr seltenen Fällen kann in Folge der Hornhautentzündung eine Trübung entstehen, die das Sehen einschränken kann.

HINTERGRUND: Hygiene schützt

Die Augengrippe ist keine lebensbedrohliche Erkrankung, aber sie ist schmerzhaft und unangenehm. Wer das Risiko einer Ansteckung minimieren will, sollte großen Wert auf Hygiene legen. Hier haben wir Tipps:

• Regelmäßiges Händewaschen

• Tropfflaschen und Augensalben dürfen nur von einem Patienten benutz werden

• Erkrankte Personen sollten Handtücher nur separat verwenden und nicht mit anderen Teilen

• Kontakt von Hand zu Auge möglichst vermeiden

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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