Augsburger Polizistenmord: SEK nimmt zwei Verdächtige fest

Augsburg. Zwei Monate nach dem Augsburger Polizistenmord haben die Fahnder am Donnerstag zwei Tatverdächtige festgenommen. Die Männer seien vom Zugriff in Augsburg und Friedberg "vollkommen überrascht" gewesen, erklärte die Polizei.

Sie hätten bei der Aktion, die "gegen Mittag" stattfand keinen Widerstand geleistet.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll es sich um bekannte Personen aus dem Augsburger Kriminellen-Milieu handeln. Ein Zusammenhang zur sogenannten Russenmafia oder der Neonazi-Szene sei derzeit nicht erkennbar.

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In der Nacht zum 28. Oktober hatte der später getötete 41-jährige Polizist im Augsburger Siebentischwald versucht, zwei Männer auf einem Motorrad zu kontrollieren. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd mit einer Schießerei wurde der Beamte tödlich getroffen. Seine Kollegin erlitt nur leichte Verletzungen durch einen Streifschuss. Zuletzt war eine Belohnung von 100.000 Euro für Hinweise zur Klärung des Polizistenmordes ausgesetzt.

Polizei und Staatsanwaltschaft gaben am Donnerstag aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Informationen. Sie verwiesen stattdessen auf eine für Freitag 14 Uhr angesetzte Pressekonferenz, an der nach Angaben des Innenministeriums auch Innenminister Joachim Herrman und Justizministerin Beate Merk teilnehmen werden.

Polizistenmord in Augsburg

Polizistenmord in Augsburg

Wie die Münchner Abendzeitung vorab berichtete, sollen die Männer bereits seit längerem im Visier der Ermittler gewesen sein. Sie wurden dem Bericht zufolge am Donnerstag vernommen und sollten am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Wie die Augsburger Allgemeine berichtete, wurden die Männer zeitgleich von Sondereinsatzkommandos (SEK) überwältigt.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) begrüßte die Festnahmen. "Die hohe Leistungsbereitschaft, die Geduld und die Hartnäckigkeit der Ermittler zahlen sich aus", sagte er. "Ich war mir immer sicher, dass Polizei und Justiz alles tun, damit solche kaltblütigen Mörder gefasst werden."

Augsburg trauert um ermordeten Polizisten

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Der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Peter Schall, sagte, die Beamten sähen die Festnahmen "mit einem großen Gefühl der Freude und der Erleichterung". Zum einen müssten sie jetzt nicht mehr befürchten bei einer Verkehrskontrolle an die Verdächtigen zu geraten. Zum anderen nehme "jeder Polizist gerne Straftäter fest und besonders in eigener Sache". (dapd)

Rubriklistenbild: © dapd

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