April, April, die Schule brennt

Aprilscherz: Unbekannter verbreitet Nachricht über abgebrannte Schule

Sydney. Ein Aprilscherz hat am Dienstag zumindest den Eltern einer Oberschule in Sydney die Laune verdorben. Rund 1000 Eltern erhielten morgens eine SMS und E-Mail, in der es hieß, die Schule ihrer Kinder sei abgebrannt. Die Polizei sucht nun den Urheber, der Unterricht fand statt.

Australier sind für ihren manchmal durchaus deftigen Humor bekannt. Der funktioniert auch mit den neuen Medien. Die „Castle Hill High School” im Nordwesten von Sydney meldete per SMS und E-Mail, die Oberschule sei über Nacht von einem Feuer schwer beschädigt worden. Sie bleibe deswegen am Dienstag geschlossen. Ausgerechnet an dem Tag, an dem Prüfungen anstanden.

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Was den Schülern zumindest einen freien Tag hätte einbringen können, löste unter Eltern, Lehrern und bei Vertretern des Bildungsministeriums wenig Begeisterung aus. Sie reagierten sauer und geschockt auf den Streich, bei dem nicht nur eine Falschmeldung verbreitet, sondern auch das Computersystem der Schule gehackt wurde.

Abiturienten mussten trotzdem ran

Die Schule reagierte umgehend und schrieb auf ihrer Webseite, dass die Eltern die Textnachricht vom Morgen ignorieren sollten und die Schule nicht beschädigt sei. Auch die Halbjahresprüfungen, die für die Abschlussklasse an diesem Tag geplant waren, würden ganz normal stattfinden, hieß es dort. Auf die hatte der Scherzbold aber sogar Rücksicht genommen. In der SMS hieß es nach der Meldung, dass die Schule schwer beschädigt sei: „Schüler, die die Abiturprüfungen machen, müssen trotzdem zur Schule kommen, da die Schulhalle nicht abgebrannt ist.“

Die Anwohner konnten dem Scherz trotzdem nichts abgewinnen. „Viele meiner Freunde dachten, dass alles wahr sei“, sagte Karen Reus der Lokalzeitung „The Hills Shire Times“ am Dienstagmorgen. „Viele Schüler werden heute zu spät zur Schule kommen.“ Auch Bildungsminister Adrian Piccoli nahm den Aprilscherz à la „Hurra, die Schule brennt” krumm: „Aprilscherz hin oder her: Wenn es harmlose Witze sind okay, aber etwas wie das, das eine ungeheure Unterbrechung und eine ungeheure Menge an Angst bei hunderten von Eltern auslöst, ist kein Witz“, sagte er dem australischen Sender ABC. „Ich finde, es ist einfach dumm, so etwas zu machen.“

Auf den sozialen Netzwerken konnten die Leute dagegen mehr Humor in dem Streich sehen. So schrieb ein Nutzer: „Es tut mir leid, aber ich bin wegen des Streichs an der Castle Hill High School vor Lachen fast gestorben.“ Ob lustig oder nicht – für den Übeltäter wird der Streich höchstwahrscheinlich wenig angenehme Folgen haben. Die Schule hat bereits Konsequenzen angedroht, falls der Witzbold – wie zu vermuten ist – aus der Schulgemeinde stammt. Und auch die Polizei wurde eingeschaltet, weil das Computersystem der Schule gehackt wurde.

Ein Einzelfall ist der misslungene Aprilscherz jedoch nicht: Aprilscherze in Schulen sind auch in der Vergangenheit schon häufiger mal daneben gegangen. 2009 verfiel beispielsweise eine gesamte Schulklasse in Albanien in den Tiefschlaf, nachdem sie ihren Lehrer erschrecken wollten und Schlafmittel in mehrfacher Dosis genommen hatten. Der erschrockene Lehrer ließ daraufhin alle 20 Schüler ins Krankenhaus bringen. Glücklicherweise ging die Aktion glimpflich aus.

Und auch in Deutschland ging ein Scherz im gleichen Jahr kräftig daneben. Mitschüler hielten dort einen vermummten Jugendlichen, der eigentlich nur einen Kuchen von einem beliebten Lehrer „erpressen“ wollte, für einen vermeintlichen Amokläufer und riefen die Polizei. (yeu)

Rubriklistenbild: © dpa

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