Wie im Actionfilm

Autobahn-Überfall auf Lkw bei voller Fahrt

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Hildesheim - Waghalsige Räuber haben auf der Autobahn 7 bei Hildesheim versucht, einen fahrenden Lastwagen zu überfallen. Die actionfilmreife Masche ist nicht neu.

Die Räuber in Hildesheim hatten allerdings keinen Erfolg, als sie in der Nacht zu Mittwoch versuchten, einen mit Zigaretten beladenen Transporter zu plündern. Der Lkw war alarmgesichert und mit Zusatzschlössern ausgerüstet, der Raubzug scheiterte, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei der Nachrichtenagentur dpa.

Als die Täter die Hecktüren aufbrachen, habe es Alarm in der Unternehmenszentrale gegeben. Ein Mitarbeiter rief den Fahrer an und warnte ihn, dass die Türen offen stünden. Als der Fahrer daraufhin stoppte, stellte er fest, dass Unbekannte sie gewaltsam geöffnet hatten. Weil der Zugang zur Ladefläche durch weitere Vorrichtungen und Schlösser gesichert war, seien die Täter in diesem Fall aber ohne Beute geblieben, sagte der Polizeisprecher.

Raubserie in NRW als Vorbild?

Nach Angaben des Landeskriminalamtes in Hannover ist dies der erste Fall dieser Art in Niedersachsen. In Nordrhein-Westfalen schlugen Unbekannte in den vergangenen Monaten schon rund 50 Mal zu und machten Beute im Wert von einer Viertel Million Euro.

Deutsche Autobahn: Rekorde und Mythen

REKORDE: Als älteste deutsche Autobahn gilt die Berliner Avus (Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße), erbaut zwischen 1913 und 1921. Die nur knapp 10 Kilometer lange Strecke zwischen den heutigen Ortsteilen Halensee und Nikolassee gilt damals als die weltweit schnellste Rennstrecke für Automobile. Mit ihrer geringen Länge ist sie aber eher ein Autobahn-Prototyp. © dpa
Die erste „echte“ gibt es in Deutschland seit dem 6. August 1932 zwischen Köln und Bonn, damals mit dem hübschen Namen „Nurautomobilstraße“, heute A555. Die erste Autobahn in Europa war sie aber nicht. Die bauten die Italiener 1924 von Mailand Richtung Varese (Ligurien) - schon damals mit Maut. © dpa/Wolfgang Weihs
Blick auf die erste Autobahnanschlussstelle Europas in Wesseling vor der Eröffnung (Archivfoto von 1932). © dpa
Das Archivbild des Landschaftsverbandes Rheinland zeigt die Feier zur Eröffnung von Europas erster Autobahn in Köln im August 1932. In den Bau der jetzigen A 555, die Köln und Bonn verbindet, wurden während der dreijährigen Bauarbeiten 8,6 Millionen Reichsmark investiert. © dpa
HITLERS AUTOBAHNEN: Historiker haben belegt, dass am Autobahnmythos der Nationalsozialisten („Straßen des Führers“) kaum etwas dran ist. Die vermeintliche Tatsache, dass Hitler die erste deutsche Autobahn erbaut habe, ist eine NS-Propagandalüge. Denn das war 1932 Konrad Adenauer, damaliger Oberbürgermeister von Köln. Mit den Worten „Jeben Se Jas“eröffnete Adenauer die erste Autobahn. © dpa
Zwar wurden zwischen 1933 und 1942 rund 3860 Kilometer Autobahnen medienwirksam eröffnet. Die Planungen stammten aber bereits aus den 1920er Jahren. Die Nazis hätten es auch nicht geschafft, die versprochenen 600 000 Arbeitsplätze im Autobahnbau zu schaffen, schreiben Forscher. Mehr als 250 000 Menschen seien zu keinem Zeitpunkt beschäftigt gewesen.  © dpa
LÄNGE: Unter den nationalen Autobahnen hält Australien den Weltrekord. Rund 14.500 Kilometer misst der „National Highway“, der den gesamten Kontinent umrundet. © dpa
Deutschland als Transitland punktet dagegen mit einem dichten Netz vieler Autobahnen, das heute rund 12 845 Kilometer umfasst. Obwohl Autobahnen damit nur einen Anteil von sechs Prozent an allen Fernstraßen haben, rollt über sie fast ein Drittel des Gesamtverkehrs. Zwischen 2001 und 2011 wurden in Deutschland noch einmal rund 1000 Kilometer Autobahnen für mehr als 12 Milliarden Euro neu gebaut. © dpa
KULTURGUT AUTOBAHN: Ein heiteres Denkmal setzte die Düsseldorfer Elektronik-Band „Kraftwerk“ den Autobahnen 1974. Auf dem Album „Autobahn“ machte der Titelsong Furore - gekürzt sogar bis in die US-Hitparade. Der Refrain „Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn“ hatte nicht nur Blödel-Potenzial. Er drückte auch das aus, was sich bei langen Autobahnfahrten einstellen kann: Langeweile und Monotonie. © dpa

Die Ermittler halten es für möglich, dass es inzwischen mehrere Banden gibt, die mit der neuen Masche Geld machen wollen. Sie gehen davon aus, dass die Täter mit drei Fahrzeugen unterwegs sind. Und so läuft die Masche: Ein Auto setzt sich vor den Laster und bremst ihn aus, ein zweites Fahrzeug fährt dicht hinter den Laster. Einer der Täter steigt dann bei voller Fahrt durch ein Schiebedach auf die Motorhaube, flext den Lastwagen auf, klettert auf die Ladefläche und wirft einem Komplizen im Auto Beute zu. Ein drittes Fahrzeug sichert die nur wenige Minuten dauernde Aktion ab.

dpa

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