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Gehirnentwicklung von ungeborenen Babys: Welche Auswirkung die Lebensumstände der Mutter haben

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Laut einer Studie können Armut und Gewalt die Gehirnentwicklung von ungeborenen Babys beeinflussen (Symbolfoto).
Laut einer Studie können Armut und Gewalt die Gehirnentwicklung von ungeborenen Babys beeinflussen (Symbolfoto). © Annette Riedl/dpa

Die Lebensumstände einer Mutter können sich auf die Gehirnentwicklung ihres ungeborenen Babys auswirken. Das haben Forschende herausgefunden.

St. Louis – Babys, deren Mütter in ärmeren Stadtteilen leben, haben bei der Geburt ein kleineres Hirnvolumen und eine verminderte Faltung der Hirnrinde. Das ist das Ergebnis einer Kohortenstudie, die in der Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurde.

Forschende hatten eine Gruppe von Schwangeren begleitet, die überwiegend in den ärmeren Stadtteilen von St. Louis (Missouri/USA) wohnen. Die Hälfte der Probandinnen war bei ihrer Krankenversicherung auf staatliche Unterstützung angewiesen oder nicht versichert. Zwei Drittel der Frauen waren alleinstehend – ein Viertel konsumierte laut eigenen Angaben Marihuana während der Schwangerschaft.

Baby: Forschende beobachten verminderte Hirnfaltung

Die Forschenden untersuchten die Säuglinge in den ersten Lebenswochen mit einem Magnetresonanztomografen (MRT). Dieses diente einerseits zur Vermessung des Gehirns. Andererseits verschaffte das Gerät auch Einblicke in die funktionellen Verbindungen des Gehirns.

Das Team um Christopher Smyser von der Washington University School of Medicine in St. Louis beobachte in den MRT-Scans, dass die Babys von ärmeren Müttern ein kleineres Hirnvolumen hatten. Zudem erkannten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine verminderte Hirnfaltung. Diese ist laut Smyser ein Zeichen einer Unreife des Gehirns. Die genaue Ursache dafür konnte die Studie nicht klären. Die Vermutung, dass ein erhöhter Psychostress für die Störung der Gehirnentwicklung verantwortlich ist, ließ sich nicht bestätigen.

Laut einer weiteren Analyse der Fachzeitschrift Biological Psychiatry kann sich zudem die Kriminalitätsrate negativ auf die pränatale Hirnentwicklung auswirken. Forschende fanden Defizite vor allem bei Babys, deren Mütter in Gegenden mit einer erhöhten Kriminalitätsrate lebten. Betroffen waren die Nervenverbindungen im limbischen System und im Frontalhirn. Diese Bereiche sind für die Verarbeitung von Gefühlen und für den Verstand wichtig.

Eine junge Frau muss sich wegen des Verdachts des Totschlags vor dem Landgericht Kassel verantworten. Die 19-Jährige soll ihr Baby nach der Geburt mit der Nabelschnur erdrosselt haben.

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