Gesundheit

Babybrei und Co: Das ist bei der Ernährung von Kindern zu beachten

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Ein Löffel für Mama, ein Löffel für Papa: Ab dem vierten Monat steht in der Regel Breikost auf dem Speiseplan.

Kinder brauchen eine gesunde Ernährung. Nur wenn sie ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden, können sie sich altersgerecht entwickeln.

  • Neugeborene sollten in den ersten Monaten gestillt werden oder Ersatzmilch trinken.
  • Etwa ab dem vierten Monat können Kinder Breikost essen.
  • Drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten werden empfohlen.

Was in welchem Stadium zu beachten ist – von der Milchernährung bis hin zum Familienessen – und welche Fehler Eltern vermeiden sollten, erklären Dr. Carmen Knöppel, Ingrid Meese-Alles, Linda Eimer und Anna-Katharina Trübestein, Mitarbeiterinnen des Klinikums Bad Hersfeld.

Mit Milch geht es los – muss es denn Muttermilch sein oder ist auch „Fertigmilch“ in Ordnung?

In den ersten Monaten sollten Neugeborene ausschließlich gestillt beziehungsweise mit Ersatzmilch ernährt werden, wobei „echte“ Muttermilch laut der Expertinnen immer zu bevorzugen ist. Sie entspricht in ihrer Zusammensetzung genau den Bedürfnissen des Babys, das noch nicht alle Nährstoffe verstoffwechseln kann. 

Muttermilch enthält wichtige Nährstoffe

Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, die für Wachstum, Entwicklung und Stärkung des Immunsystems benötigt werden. Sie ist hygienisch einwandfrei, richtig temperiert. Studien zufolge senkt Stillen zudem das Risiko des plötzlichen Kindstods ebenso wie das Adipositasrisiko, berichtet Carmen Knöppel.

Nicht zu unterschätzen sei darüber hinaus die soziale Komponente. Die intensive körperliche Nähe und die Zuwendung sollen die Mutter-Kind-Bindung stärken.

„Fertigprodukte“ können Muttermilch nicht eins zu eins ersetzen. Müssen Mütter etwa aus gesundheitlichen Gründen auf das Stillen verzichten, sollten sie laut der Expertinnen unbedingt auf die im Handel erhältlichen Säuglingsmilchnahrungen zurückgreifen und darauf verzichten, Milchnahrung selbst zuzubereiten. 

Auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund rät von der eigenen Herstellung ab. Das Risiko einer Infektion aufgrund mangelnder Hygiene oder einer Fehlernährung sei zu groß. Mit Roh- beziehungsweise Kuhmilch sollten Säuglinge ebenfalls nicht gefüttert werden. Gleiches gilt für Ziegen- oder Sojamilch.

Und wenn es mit B(r)eikost weitergeht – lieber selber machen oder tut es auch das „Gläschen“?

Etwa ab dem vierten Monat – das heißt, mit Beginn des fünften Monats –, kann mit Bei- beziehungsweise Breikost begonnen werden. Mutter- oder Säuglingsmilch allein liefert dann nicht mehr genügend Energie und Nährstoffe, vor allem fehlt Eisen. 

Eltern sollten auf die Inhaltsangaben achten

Anna-Katharina Trübestein empfiehlt zwar die frische, selbst gemachte Variante, gegen die typischen Gläschen sei aber auch nichts einzuwenden. Eltern sollten aber auf die Inhaltsangaben und Altersempfehlungen achten. So bekommen die Kinder das, was sie kalorisch brauchen.

Das FKE empfiehlt als ersten Brei einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Jeweils einen Monat später folgen Milch-Getreide-Brei und Getreide-Obst-Brei. Für Abwechslung können dabei verschiedene Gemüse- und Obstarten sorgen, eine kleine Menge Nudeln oder Fisch statt Fleisch. 

Kinder an die neue Nahrung zu gewöhnen, kann mitunter dauern. Eltern sollten deshalb nicht zu ungeduldig sein. Auch muss nicht sofort eine komplette Milchmahlzeit ersetzt werden.

Wenn Kleinkinder dann am Familienessen beteiligt werden, was sollte auf dem Speiseplan stehen?

Die Fähigkeit, auch feste Nahrung essen zu können, entwickelt sich erst mit der Zeit. Lebensmittel wie Nüsse, Karottenstücke oder Trauben sollten Eltern dem Nachwuchs im Kleinkindalter noch nicht geben, es droht Erstickungs- beziehungsweise Aspirationsgefahr. 

Produkte wie Zwieback, Brot und gegarte Kartoffeln sind geeignet

Geeignet sind Produkte wie Zwieback, Brot oder gegarte Kartoffeln, die durch Speichel schnell weich werden. Grundsätzlich sollte das Essen nicht zu salzig und nicht zu süß sein. Ideal ist eine ausgewogene Vielfalt an Gemüse, Fleisch, Fisch und Getreide. „Im Prinzip ähnlich wie bei Erwachsenen“, erklärt Linda Eimer.

Zu trinken bekommen sollten Kinder Wasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Instanttees sind laut der Kinderkrankenschwester zu zuckerhaltig. Auch vermeintlich gesunde Smoothies seien wegen des hohen Zucker- und Fruchtsäuregehalts nicht geeignet. Wenn es Schorle sein soll, dann 1:3 verdünnt. Möglichst früh sollten Kinder lernen aus dem Becher oder Glas zu trinken.

Drei Hauptmahlzeiten – gilt das für Kinder ebenso wie für Erwachsene?

Empfohlen werden drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten, gerade bei sehr aktiven Kindern. Oft werde der Kalorien- beziehungsweise Energiebedarf aber auch überschätzt. Empfohlene Portionsgröße ist die eigene Hand, das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Übergewicht schon im Kindesalter setze sich meist auch später fort, warnen die Expertinnen.

Darf es denn auch mal was Süßes zwischendurch sein?

Gegen eine kleine Nascherei ab und zu ist nichts einzuwenden. Allerdings sind zu viele Kalorien eben genauso schlecht wie zu wenig. In Maßen statt Massen, lautet das Motto bei allem. Bei Vitaminen ebenso wie bei Süßigkeiten. Viele Eltern haben immer und überall Kekse, Milchbrötchen und Co. dabei, beobachtet Anna-Katharina Trübestein. „Das muss bei einem Ausflug zum Spielplatz nicht sein“, sagt die Diätassistentin.

Welche Fehler werden häufig gemacht?

Kinder sollten grundsätzlich nicht vor dem Fernseher oder beim Spielen essen – durch die Ablenkung ist unter anderem die Gefahr, sich zu verschlucken, größer. Ein weitverbreiteter Irrtum sei, dass speziell ausgezeichnete Kinderprodukte gesund sind; oft ist das Gegenteil der Fall, warnen die Expertinnen. Kritisch stehen diese auch rein vegetarischer oder veganer Kost für Kleinkinder gegenüber. 

Diäten sollten nur nach ärztlicher Verordnung erfolgen

„Die Gefahr von Mangelernährung ist groß“, betont Ingrid Meese-Alles. Spezielle Diäten sollten nur nach ärztlicher Verordnung und Überwachung und nicht nach Selbstdiagnosen erfolgen. Sie können bei angeborenen Stoffwechselstörungen oder Allergien notwendig sein. Was Kinder im ersten Lebensjahr keinesfalls essen sollten, ist Honig. Er kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten.

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Von Nadine Maaz

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