Baden – Landschaft zwischen Tradition und Fortschritt

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Baden beeindruckt mit seiner landschaftlichen und kulturellen Vielfalt – Blick auf die Hegauberge mit Hohenkrähen und die Festung Hohentwiel.

Baden gehört mit dem Markgräflerland, der Rheinebene und dem Bodensee zu den schönsten Regionen Deutschlands. In diesem Jahr feiert Baden 900-jähriges Jubiläum. Eine Landesausstellung und das Buch „Nur ein Blick auf Baden“ – erschienen im Hirmer Verlag – widmen sich der Vielfalt des Landstrichs.

„900 Jahre Baden“ in der Landesausstellung

Ein roter Teppich führt den Besucher der Ausstellung zu einer Urkunde von Kaiser Heinrich V. aus dem Jahr 1112: Darin wird der Titel „Markgraf von Baden“ erstmals erwähnt. Die lange und bewegte Geschichte des Landes Baden, die damit vor 900 Jahren begann, steht im Mittelpunkt der großen Landesausstellung. Noch bis 11. November zeigt das Badische Landesmuseum Karlsruhe mehr als 400 Objekte auf rund tausend Quadratmetern – vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Anhand von Landkarten kann der Besucher nachvollziehen, wie aus Baden ein einheitliches Land wurde: Noch im 18. Jahrhundert stand der Markgraf Carl Friedrich von Baden vor der großen Herausforderung, aus einem „Flickenteppich“ von Kleinstaaten ein Land mit eigener Identität zu schaffen. Knapp hundert Jahre später nahm Baden nach einer Reihe von wirtschaftlichen und politischen Reformen eine Vorreiterrolle unter den deutschen Staaten ein.

Von der Rheinbegradigung Johann Gottfried Tullas bis hin zur Herstellung des ersten Automobils durch Carl Benz – die Ausstellung greift viele historische Begebenheiten auf, die die Entwicklung Badens zum „Musterländle“ veranschaulichen. Erst 1952 ging die Region Baden politisch im Bundesland Baden-Württemberg auf. Das bestärkte die Menschen in Baden darin, an ihren Bräuchen und Traditionen festzuhalten.

„Nur ein Blick auf Baden“

Um die kulturelle und geschichtliche Bedeutung Badens geht es auch in dem Buch „Nur ein Blick auf Baden“, das im Hirmer Verlag erschienen ist. Die Herausgeber Bernhard Prinz von Baden und Christoph Graf Douglas machen darin auf die kulturelle Vielfalt und die Schätze in Baden aufmerksam. Dazu gehören die Persönlichkeiten, die Baden geprägt haben, wie der Markgraf Berthold von Baden, der Architekt Friedrich Weinbrenner oder der südbadische Mundartdichter Johann Peter Hebel. Ihnen sind eigene Kapitel im Buch gewidmet.

Auch die landschaftlichen Besonderheiten, die die Menschen mit ihrer Heimat verbinden, prägen ein Land. Die Aufnahmen der Fotografen Achim Mende, Barbara Klemm und Siegfried Lauterwasser zeigen eindrucksvoll die Schönheiten der Gegend von der Residenz in Karlsruhe über das Rheinufer bis zum Heidelberger Schloss.

Gleichzeitig sehen die Herausgeber die Region durch den Fortschritt der modernen Zeit bedroht: Es entstehen monotone Siedlungen, die keinen individuellen Charakter haben. Schnell wachsende Industriegebiete und der Bau von Schnellstraßen zerstören langsam gewachsene Landstriche. Deshalb wollen sie die Menschen, die sich dieser Region verbunden fühlen, für den Erhalt ihrer Heimat Baden sensibilisieren: „Dieses Land hat viele Besonderheiten, die es zu bewahren gilt: sein unvergleichliches Landschaftsbild und seine vielfältige Kultur. All das will gepflegt und für die nächste Generation bewahrt werden“, schreiben sie in ihrem „Blick auf Baden“.

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