Kritik an Anzeige für spezielles Brot

Bäckerei wirbt mit Brot gegen Corona – dank Zutat ein „Wellenbrecher“?

Eine Bäckerei wirbt mit einem „Wellenbrecher“-Brot. Eine Zutat soll gegen die aktuelle Corona-Welle helfen. Das stößt auf Kritik.

„Mit diesem Brot brechen wir die Coronawelle“ — so steht es in einer Anzeige einer Bäckerei aus Baden-Württemberg. Einmal Brot essen statt zweimal impfen, Abstand halten oder Hände waschen? Das zumindest könnte die Werbung suggerieren — und genau dieser Punkt stieß Einigen offenbar sauer auf. Denn: Eine Wunderwaffe gegen Covid-19 ist das Brot freilich nicht. Warum es trotzdem diesen ungewöhnlichen Namen erhalten hat, berichtet echo24.de*.

„Wir hatten uns mit dem Thema sehr zurückgehalten bislang“, erklärt Bäcker Johannes Hirth*, Chef der Bäckerei Hirth in Bad Friedrichshall, gegenüber echo24.de* zum Coronavirus in Baden-Württemberg*. Branchenkollegen hätten schon früh Amerikaner mit Mundschutz oder Gebäck in der typischen Form des Coronavirus hergestellt.

Bäckerei wirbt mit Brot gegen Corona – dank Zutat ein „Wellenbrecher“?

Immer wieder berichteten Medien in der Pandemie darüber, dass Bäckereien mit solchen Ideen ihren eigenen Kampf gegen das Coronavirus führen. Mit Erfolg — häufig gingen diese Gebäcke den Berichten zufolge weg wie warme Semmeln. Auch andere Branchen formten ihre Werbung in dieser Hinsicht.

Mit dieser Anzeige wirbt eine Bäckerei für ihren „Wellenbrecher“.

Dass das auch nach hinten losgehen kann, zeigte der Hersteller „Your Superfoods“. Die Verbraucherzentrale Berlin hatte gegen das Unternehmen geklagt, weil es damit warb, Produkte zum Schutz vor Corona zu verkaufen. Die immunitätsfördernden Eigenschaften vom beworbenen Smoothiepulver sollten suggerieren, sie könnten auch gegen Krankheiten wie Covid-19 helfen. Ein No-Go für Verbraucherschützer.

Corona Baden-Württemberg: Bäckerei suggeriert, Brot könne gegen Corona helfen

Auch im Fall des „Wellenbrecher“-Brots könnte dieser Punkt problematisch sein. Leser hatten ihn gegenüber echo24.de* kritisiert und um Aufklärung gebeten. Nicht der Name selbst wurde infrage gestellt — wohl aber der Zusatztext der Werbung. Hier hieß es: „Mit diesem Brot brechen wir die Coronawelle, reich an natürlichen Proteinen durch die Ackerbohne.“

Eigentlich sollte es klar sein: Auch wenn die Ackerbohne wegen ihres hohen Proteingehalts oft als „Wunderpflanze“ bezeichnet wird. Wer den „Wellenbrecher“ isst, wird sich vielleicht gesünder ernähren — einen Schutz vor Corona kann das Brot selbstverständlich nicht bieten. Derzeit gibt es trotzdem Hoffnung auf ein Ende der dritten Corona-Welle.

Bäckerei verkauft „Wellenbrecher“-Brot: „Hatten keinen bösen Hintergedanken“

Dass dieser Punkt heikel sein könnte, darüber hätten sich Hirth und Kollegen vorab keine Gedanken gemacht. „Wir hatten keinen bösen Hintergedanken, wir sind auch keine Corona-Leugner. Wir wollten etwas finden, was in die Zeit passt“, erklärt Johannes Hirth. Da Corona und gesunde Ernährung beides präsente Themen seien, habe man sie miteinander verbunden.

„Falls wir da jemandem auf die Füße getreten sind, tut uns das Leid“, sagt Johannes Hirth. Allerdings habe man über Social Media oder in den Filialen bislang keinerlei negatives Feedback erhalten.

Corona: Bäckerei will mit Brot dritte Welle brechen

Als Teil der Wildbakers steht Hirth für einen modernen Einschlag* im oft mehlverstaubten Traditionsbackwerk. Dort sei eine leichte Provokation zwar durchaus denkbar, aber im Fall des „Wellenbrechers“ überhaupt nicht beabsichtigt gewesen. Hirth: „Wir sind uns selbstverständlich des Ernsts der Lage bewusst. Wir wollen als Unternehmen aber nach vorne blicken — daher auch der Name. Wir wünschen uns wie alle ein Ende der Pandemie.“ *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.