Rührende Geste findet bitteres Ende

Bäcker feuert Obdachlosen, der sein Nachfolger werden sollte

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Der ehemalige Obdachlose Jerome hätte die Bäckerei übernehmen sollen.

Dole - Für einen symbolischen Euro wollte ein französischer Bäcker einem Obdachlosen, der ihm das Leben gerettet hatte, seine Backstube überlassen - doch jetzt ist der Ofen aus.

"Ich habe ihn entlassen", sagte Bäcker Michel Flamant am Wochenende. Sein designierter Nachfolger Jérôme Aucant habe eine Journalistin am Telefon als "Nutte" beschimpft. "Er war besoffen wie ein Schwein und hatte gekifft."

Die Geschichte hatte zahlreiche Leser in Frankreich und im Ausland gerührt: Flamant wollte dem Obdachlosen Aucant seine Bäckerei in der ostfranzösischen Stadt Dole für nur einen Euro überlassen - also etwa für den Preis eines Baguette-Brots.

Seit zwei Jahren suchte der 62-jährige Bäcker, der sich zur Ruhe setzen will, vergeblich nach einem Nachfolger. Im Dezember dann erlitt Flamant wegen eines kaputten Ofens eine lebensgefährliche Kohlenmonoxidvergiftung. Aucant rief den Notarzt und rettete dem Bäcker so das Leben.

Zum Dank beschloss Flamant, seinen Retter in das Bäckereihandwerk einzuführen und ihm später seine Bäckerei zu überlassen. Journalisten gegenüber war er voll des Lobes über den Obdachlosen.

Bäcker Flamant verdankt Jerome sein Leben.

Doch aus der schönen Geschichte wird nichts - nach einer heftigen Auseinandersetzung feuerte Flamant seinen Lehrling. Aucant habe eine Journalistin am Telefon beschimpft, sagte Flamant der Nachrichtenagentur AFP. "Als er aufgelegt hat, habe ich ihm erklärt, dass man so nicht mit einer Frau spricht. Da hat er angefangen mich zu beleidigen, also habe ich ihm gesagt, er soll seine Koffer packen."

Als Entschuldigung habe Aucant vorgebracht, der "Druck der Medien" sei zu groß geworden, sagte der Bäcker. "Aber das entschuldigt nicht alles, und ich hatte ihn schon verwarnt."

afp

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