Bald Hotel auf dem Mond?

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Ein alter Lava-Tunnel könnte Forschern künftig einmal als Mondhotel dienen.

Washington - Ein alter Lava-Tunnel könnte Forschern künftig einmal als Mondhotel dienen. Deutsche und japanische Wissenschaftler haben den Tunnel auf Aufnahmen der japanischen Mondsonde “Selene“ entdeckt.

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Die Forscher um Harald Hiesinger von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und Junichi Haruyama von der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA stellen ihre Entdeckung im US-Fachjournal “Geophysical Research Letters“ (Bd. 36, L21206) vor. “Lunare Lava-Röhren können bestens für künftige Mondstationen genutzt werden“, betont Haruyama. “Ganz gleich, ob sie nur für eine lokale Erkundung oder als Vorposten einer ständigen Mission dienen sollen.“

Die wildesten Verschwörungstheorien zur Mondlandung

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Lava-Röhren gibt es auch auf der Erde. Sie bilden sich, wenn sich die oberste Schicht des heißen Gesteinsflusses verfestigt, während das Innere weiter abfließt. Auf dem Mond waren diese Gebilde vermutet, aber bislang nicht gesichtet worden. Astronauten brauchen Schutz: vor extremen Temperaturschwankungen von bis zu 300 Grad Celsius, vor Meteoriten-Einschlägen und vor gefährlicher Strahlung. Weil der Mond keine Atmosphäre hat, kommt etwa die UV-Strahlung der Sonne ungefiltert dort an. “Der Mond ist kein Ort, wo man gerne längere Zeit verweilen wollte“, sagt Hiesinger, einer von zwei beteiligten Forschern aus Münster.

Chronik: Stationen auf dem Weg zum Mond

31. Januar 1958: Mit “Explorer 1“ schießen die Amerikaner ihren ersten Satelliten ins All. © dpa
25. Mai 1961: Präsident John F. Kennedy verkündet in einer Rede vor dem Kongress das Apollo-Projekt. Er gibt das Ziel vor, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Amerikaner auf den Mond zu schicken und heil zur Erde zurückzubringen. © dpa
20. Februar 1962: In einer “Mercury“-Kapsel umkreist John Glenn als erster Amerikaner die Erde, fast ein Jahr nach dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin. © dpa
August 1964: Eine “Ranger“-Sonde schlägt auf dem Mond auf und funkt kurz vor dem Aufprall Fotos vom Erdtrabanten zur Erde. Zwei weitere Sonden folgen in den nächsten sieben Monaten. © dpa
3. bis 7. Juni 1965: Beim Flug von “Gemini 4“ hält sich Edward White als erster Amerikaner außerhalb seiner Raumkapsel auf. © dpa
16. März 1966: Beim Flug von “Gemini 8“ gelingt den Amerikanern das erste Rendezvous- und Kopplungsmanöver im All. Im Juni landet eine “Surveyor“-Sonde auf dem Mond und übermitteln Aufnahmen und Bodenanalysen zur Erde. Vier weitere Sonden folgen. © dpa
27. Januar 1967: Die Astronauten Edward White, Roger Chaffee und Virgil Grissom verbrennen bei einem Test auf der Startrampe in einer “Apollo“-Kapsel. © dpa
11. bis 22. Oktober 1968: Erster bemannter Weltraumflug der USA nach der Brandkatastrophe. Das Raumschiff “Apollo 7“ umkreist mit den Astronauten Walter Cunningham, Walter Schirra und Don Eisele elf Tage die Erde. © dpa
21. bis 27. Dezember 1968: Mit dem Raumschiff “Apollo 8“ umrunden Frank Borman, James Lovell und William Anders als erste Menschen den Mond. © dpa
18. bis 26. Mai 1969: Generalprobe für die Mondlandung. Die Astronauten Thomas Stafford, John Young und Eugene Cernan erproben während des Fluges von “Apollo 10“ die Landefähre in einer Mondumlaufbahn. © dpa
16. Juli 1969: Start von “Apollo 11“. Pünktlich um 09.32 Uhr Ortszeit (14.32 Uhr MEZ) hebt die Saturn-V-Rakete in einem riesigen Feuerschweif vom Startgelände Cape Kennedy in Florida ab  © ap
An Bord sind die Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins. © ap
20. Juli 1969: Die Landefähre “Eagle“ mit Armstrong und Aldrin setzt auf dem Mond auf. © dpa
21. Juli 1969: 03.56 Uhr und 20 Sekunden MEZ: Armstrong betritt als erster Mensch den Mond. © dpa
24. Juli 1969: Die “Apollo-11“-Besatzung kehrt wohlbehalten zur Erde zurück. © ap

Dennoch ist er überzeugt, dass Menschen den Mond auf lange Sicht besiedeln werden. Und dann könnten Lava-Tunnel Basis für sichere Mondstationen sein. Die jetzt entdeckte lunare Lava-Röhre hat allerdings noch niemand aus der Nähe gesehen. Viele Fragen sind daher offen: Wie sieht es im Inneren aus? Gibt es Eis? Ist es kalt? Weil es auf dem Mond keine Luft zum Atmen gibt, müssten Forscher zunächst eine Blase mit einer künstlichen Atmosphäre schaffen und sie im Tunnel aufbauen. Eine Art aufblasbarer Ballon. Das sei durchaus realisierbar, sagt Hiesinger. Danach könnten Menschen und Forschungsgerät folgen. Und so sieht der Tunnel aus der Entfernung aus: Er hat einen Durchmesser von 65 Metern und ist mindestens 80 Meter tief.

Lady Di bis 11. September: Alles Verschwörung?

Verschwörungstheorien
Im Film "Illuminati" kämpft Tom Hanks gegen einen Geheimbund, der den Vatikan vernichten will. Diese Verschwörung gibt es nur im Roman. Doch andere absurde Theorien werden von gar nicht wenigen Menschen geglaubt. Ein Überblick:  © dpa
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11. September 2001 - der inszenierte Terrorismus: Wer glaubt, die Anschläge auf das World Trade Center (Bild) und das Pentagon seien von islamistischen Terroristen verübt worden, ist auf eine Lüge reingefallen. © dpa
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Verschwörungstheoretiker "wissen": In Wirklichkeit wurden die Flugzeuge ferngesteuert. Damit die WTC-Türme auch garantiert zusammenkrachten, wurde zusätzlich mit Sprengungen nachgeholfen. © dpa
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In Wahrheit steckte die Bush-Regierung hinter den "Anschlägen". Der vorgebliche "Kampf gegen den Terrorismus" musste als Grund für die Kriege gegen Afghanistan und den Irak herhalten. © dpa
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Osama bin Laden und die Terrororgansiation Al Qaida mussten als Schuldige herhalten. Nicht ohne Grund hat diese abstruse Verschwörungstheorie gerade in der arabischen Welt viele Anhänger... © AP
Der Mord an Lady Diana: Nein, es war kein Verkehrsunfall, bei dem die "Königin der Herzen" 1997 ums Leben kam. © dpa
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Lady Di wurde im Auftrag des britischen Königshauses vom Geheimdienst MI6 umgebracht. Der Unfall in Paris war Teil eines von langer Hand vorbereiteten Plans. © dpa
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Dahinter steckte das englische Königshaus mit der Queen (rechts) an der Spitze. Sie hatten von Dianas angeblicher Schwangerschaft erfahren und wollten eine Heirat mit dem Ägypter Dodi al-Fayed verhindern. © dpa
Vor allem Prinz Philipp soll den Gedanken verabscheut haben, Enkel zu haben, deren Geschwister Muslime oder Halbaraber sind. © dpa
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Deshalb wurden Diana und Dodi im Pariser Alma-Tunnel liquidiert! Einige Buchautoren haben an der These nicht schlecht verdient. Komisch, dass noch niemand Elton John als Drahtzieher im Verdacht hatte... © dpa
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Der Kennedy-Mord: Der amerikanische Präsident John F. Kennedy soll 1963 (wahlweise) von der Mafia, der CIA oder Regierungsmitgliedern ermordet worden sein. © dpa
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Verschwörungstheoretiker meinen: Nicht ein einzelner Attentäter (also Lee Harvey Oswald, der noch vor dem Prozess erschossen wurde), sondern ein Mordkommando brachte den Präsidenten um.  © dpa
Motive hatten: Die Rüstungsindustrie (Kennedys Entspannungspolitik sollte sabotiert werden), die Mafia (Kennedy arbeitete gegen das organisierte Verbrechen) oder das Castro-Regime (mit den USA verfeindet). © dpa
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Paul ist tot! Beatle Paul McCartney kam 1966 bei einem Autounfall ums Leben und wurde bei den Beatles durch einen Doppelgänger ersetzt. Das Gerücht verbreitete sich, als das Beatles-Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" erschien. © dpa
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Die vielen Blumen und Menschen auf dem Cover werden als Symbol für eine Beerdigung gedeutet. Außerdem trägt McCartney ein schwarzes Instrument aus Holz (seinen Sarg). Überdies hat er genau drei Finger auf dem Instrument - ein Hinweis auf die drei noch lebenden "echten" Beatles. © dpa
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Sollten Sie Paul McCartney also sehen, dann wissen Sie nun: Der Echte kann es nicht nicht sein, denn der ist seit über 40 Jahren tot. Oder doch nicht? © dpa
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Bielefeld gibt es nicht! Die Existenz dieser Stadt (325.000 Einwohner) ist eine Lüge. Dahinter stecken die CIA, der israelische Geheimdienst oder Außerirdische. Im Internet wird ausgiebig darüber diskutiert. © dpa
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Vor allem zum Vergnügen des Informatikers Achim Held. Dem kam 1994 auf einer Party die Schnapsidee, dieses Gerücht in die Welt zu setzen. Er wollte sehen, ob sich auch derart abstruse Verschwöungstherorien verbreiten. Und ob! © dpa
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Die Khomeini-Verschwörung: Der Ayatollah Khomeini war ein entschiedener Gegner der USA. Mag sein. Aber die Amis haben den Ultra-Islamisten im Iran immerhin an die Macht gebracht. © dpa
US-Präsident Jimmy Carter soll 1979 den Sturz des Schahs betrieben und Khomeini gefördert haben. Er wollte gegen als Gegengewicht zur benachbarten Sowjetunion ein islamistisches Regime installieren. © dpa
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Dass im Iran kurz darauf wurden 52 US-Diplomaten 444 Tage lang als Geiseln gehalten wurden, war offensichtlich nichts als ein unbeabsichtigter Nebeneffekt der Khomeini-Aktion. © dpa
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Die inszenierte Mondlandung: Obwohl die Landung 1969 von 500 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt wurde, glauben Verschwörungstheoretiker, dass sie nie stattgefunden hat. © dpa
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Alles soll nur im TV-Studio stattgefunden haben. Das "beweisen" fragwürdige Details: etwa die wehende US-Flagge (wo gibt es Wind auf dem Mond?) oder unlogisch verlaufende Schatten. © dpa
Sinn der Inszenierung: Die US-Weltraumbehörde  NASA habe ein Erfolgserlebnis gebraucht, um ihre millionenschwere Weiterfinanzierung zu sichern. Wer's glaubt... © dpa
Aids-Verschwörung: Das HI-Virus soll nicht durch zufällige Mutation entstanden sein, meinen Verschwörungstheoretiker. Vielmehr wurde es in geheimen CIA-Labors gezielt gezüchtet. © dpa
Die CIA soll das Virus zur Bevölkerungskontrolle in der Dritten Welt sowie als biologischen Kampfstoff gegen Homosexuelle und Drogensüchtige genutzt haben. © dpa
Urheber der perfiden Theorie ist wohl die Stasi. 1992 erklärten zwei EX-DDR-Geheimdienstler: Auf Initiative der Sowjetunion hätten sie die AIDS-Lüge erfunden und für deren Verbreitung gesorgt. © dpa

Sein Eingang liegt in der Nähe des Kraters Marius auf dem westlichen Teil der der Erde zugewandten Seite des Mondes. Wie das Loch genau entstand, ist den Forschern noch nicht klar. Möglich ist, dass es von einem Meteoriten geschlagen wurde oder sich während eines Mondbebens oder durch die Gravitationskräfte der Erde entwickelte. Schärfere Bilder vom Lava-Tunnel versprechen sich die Wissenschaftler von der NASA-Mondsonde “Lunar Reconnaissance Orbiter“ (LRO), die den Mond seit Juni 2009 umkreist, um dort mögliche Wasservorräte aufzuspüren. Ob die US-Raumfahrtbehörde die neu entdeckte Röhre tatsächlich als Unterschlupf für künftige Missionen nutzen will, ist noch nicht bekannt. Die NASA plant innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Rückkehr zum Mond. Bis 2025 will sie dort eine Station errichten.

dpa

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