Bangkok: Tausende flüchten aus Notunterkunft

Bangkok - In der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat der Wasserstand des Flusses Chao Phraya am Mittwoch Rekordhöhe erreicht. Über 1.000 Menschen flüchteten vor den Wassermassen in einer Notunterkunft.

Die Sorge vor einer Überschwemmung der Innenstadt von Bangkok wächst. Das Hochwasser im Fluss Chao Phraya, der durch den dicht besiedelten Westteil der thailändischen Hauptstadt fließt, hat am Mittwoch eine Rekordmarke von 2,40 Metern erreicht. Die Flutbarrieren sind 2,50 Meter hoch. Regierungschefin Yingluck Shinawatra rief die Behörden dazu auf, den Abfluss des Wassers aus den Überschwemmungsgebieten weiter zu beschleunigen. “Wir hoffen, dass die Innenstadtbereiche trocken bleiben“, sagte sie. Anderenfalls könnte die Stadt bis zu vier Wochen unter Wasser stehen.

Kopfzerbrechen bereitet den Behörden, dass im Golf von Thailand zum Wochenende ein besonders hoher Wasserstand bei Flut erwartet wird. Das drückt in die Mündung des Chao Phraya und könnte den Wasserpegel auf 2,60 Meter erhöhen, sagte ein Sprecher der Marine im Fernsehen. Dann würde das Wasser in die tiefliegenden Stadtteile entlang des Flusses strömen.

Am Mittwoch hatte sich das Hochwasser weiter einem Terminal des zweitgrößten Flughafens der Stadt genähert. Mehr als 1.000 Menschen, die dort in Notunterkünften untergebracht waren, ergriffen bis zum Morgen die Flucht. Auch neue Warnungen von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra schürten die Sorge vor einer Verschlimmerung der Lage. In einer Fernsehansprache am Dienstagabend erklärte sie, dass die Wassermassen in Zusammenhang mit dem monatlichen Hochstand der Gezeiten am Freitag und Samstag die Schutzwälle überwinden könnten. In tiefer gelegenen Stadtteilen sei dann mit bis zu anderthalb Metern Hochwasser zu rechnen.

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Die nach heftigen Monsunregen angesammelten Wassermassen in den riesigen Überschwemmungsgebieten nördlich von Bangkok müssen in den Golf von Thailand abfließen. Dort wird aber bei der Flut am Wochenende ein besonders hoher Wasserstand erwartet. Die Flut drückt üblicherweise Wasser in die Mündung des Chao Phraya und hebt den Wasserstand dort oft um bis zu zehn Zentimeter an. Die Regierung hat die Tage von Donnerstag bis Montag zu Feiertagen erklärt. So brauchen viele Bangkoker nicht zu arbeiten und können die Stadt verlassen oder ihre Häuser und Wohnungen besser schützen.

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Das Krisenzentrum der Regierung (Froc) operiert weiter von dem wegen Hochwassers geschlossenen Don Muang-Flughafen aus. Die Mitarbeiter seien im zweiten Stock, sagte ein Sprecher. Die Behörden werden wegen chaotischer Planung und irreführender Angaben immer schärfer kritisiert. Mitarbeiter widersprechen sich gegenseitig, wo die Gefahrenzonen sind, welche Deiche halten und welche nicht.

Ein US-Flugzeugträger, der eigens mit Hubschraubern für Evakuierungen in den Golf von Thailand gekommen war, fuhr unverrichteter Dinge wieder ab, berichtete die Bangkok Post. Es sei nie eine Bitte um Hilfe eingegangen, sagte ein US-Sprecher der Zeitung.

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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