Langlebige Batterien für Elektroautos

Batterien aus Atommüll: Unternehmen will Akkus bauen, die 28.000 Jahre halten sollen

Nahaufnahme von sichtbarer Elektrizität in einer Lampe.
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Das Unternehmen NBD möchte Batterien aus Atommüll herstellen.

Das US-Unternehmen NBD arbeitet an einer revolutionären Idee: Es möchte Batterien aus Atommüll herstellen. Diese könnten zum Beispiel die Fahrzeit von Elektroautos verlängern.

Kalifornien/USA: Es klingt nach einer kühnen Idee - Atommüll soll einfach wiederverwertet werden, um daraus langlebige Batterien zu machen. Wie praktisch: Schließlich scheiden sich an der Frage „Wohin mit radioaktivem Abfall?“ seit Jahrzehnten die Geister. Noch dazu könnte er theoretisch sogar als Rohstoff fungieren, der eine tragende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und dessen Auswirkungen* einnimmt.

Auf der ganzen Welt forschen Wissenschaftler intensiv an langlebigen Akkus, die zukünftig vor allem bei der Produktion von umweltfreundlichen Elektroautos* immer wichtiger werden. Aktuelle Modelle haben im Gegensatz zur Verbrenner-Konkurrenz derzeit eine noch viel zu geringe Reichweite und müssen schon nach vergleichsweise kurzen Strecken geladen werden*. Noch dazu haben die Batterien derzeit eine Lebensdauer von gerade mal acht bis zehn Jahren.

Akkus aus Atommüll: Ein Unternehmen aus Kalifornien möchte radioaktiven Abfall recyceln

Eine neue, langlebige Alternative zu aktuellen Akku-Modellen käme daher gerade in Bezug auf die Weiterentwicklung der Elektromobilität zum rechten Zeitpunkt. Doch ist das überhaupt möglich - die Herstellung von Batterien aus Atommüll? Diese Frage hatte bereits vor Jahren eine Gruppe britischer Wissenschaftler beantwortet und lautet: ja.

Das US-amerikanische Unternehmen Nano Diamond Battery (NDB) hat es nun jedoch geschafft, aus radioaktivem Abfall von Kernreaktoren sogenannte Nanodiamant-Batterien herzustellen. Nach Angaben der Firma mit Sitz in Kalifornien warten diese mit einer Lebensdauer von sage und schreibe 28.000 Jahren auf und können sich noch dazu selbst wiederaufladen.

Ausschlaggebender Bestandteil dieser kleinen Mini-Kraftwerke ist recyceltes radioaktives Graphit aus Nuklearreaktoren. Wer die HBO-Serie „Chernobyl“* gesehen hat, bei dem müssten jetzt direkt die Alarmglocken läuten, denn in einer der Episoden über die Nuklearkatastrophe im Jahr 1986* wird recht anschaulich dargestellt, wie gefährlich das Material für Menschen ist.

Aus genau diesem Grund musste NDB bei der Verwendung von dem Reaktor-Graphit, das im Übrigen eine Halbwertszeit von etwa 5.700 Jahren hat, für seine Super-Batterien massive Sicherheitsvorkehrungen treffen. Das Material wurde daher mit einer künstlich hergestellten Diamantschicht umhüllt, durch die nach Angaben des Unternehmens keine Radioaktivität mehr hindurchdringen kann.

Elektroautos, Smartphones, Uhren - Batterien aus Atommüll wären variabel einsetzbar

Praktisch: Angeblich können die Batterien in flexiblen Größen hergestellt werden und damit laut NDB nicht nur als Akkus in Smartphones oder Tablets, sondern auch in Drohnen, Uhren oder etwa Herzschrittmachern zum Einsatz kommen. Auch Elektroautos sind davon nicht ausgeschlossen. Nanodiamant-Batterien in dieser Größenordnung würden zudem fast zehnmal so lang halten wie aktuelle Modelle - also um die 90 Jahre.

Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es zum aktuellen Zeitpunkt leider auch noch: Bislang gibt es von der kalifornischen Firma zumindest noch keine genauen Pläne zur massentauglichen Produktion der Nanodiamant-Batterien.  *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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