900.000 Liter Benzin an Bord: Tanker explodiert

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Ein Tanker im Hafen der Erdöl-Raffinerie von BP in Lingen (Landkreis Emsland) steht in Flammen.

Lingen - Ein Tankschiff ist im Hafen von Lingen an der Ems explodiert. Nach der Explosion nahe einer Raffinerie sank das Schiff - im Hafenbecken brannte es noch lange weiter.

Ein mit 900.000 Liter Benzin gefülltes Tankschiff ist beim Beladen im Werkshafen der Erdöl-Raffinerie Emsland im niedersächsischen Lingen in Brand geraten. Dabei kam es am späten Montagabend zu drei größeren Verpuffungen, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag sagte. Die Feuerwehr löschte den Brand und verhinderte das Übergreifen des Feuers auf zwei bereits beladene Tankschiffe. Die fünf Besatzungsmitglieder des brennenden Tankers brachten sich rechtzeitig in Sicherheit. Einer der Männer erlitt leichte Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Das Schiff sank nach dem Brand auf den Grund des etwa 3,50 Meter tiefen Hafenbeckens am Dortmund-Ems-Kanal. Der noch aus dem Wasser ragende Teil des Schiffes wurde von der Feuerwehr zeitweilig mit Wasser gekühlt. Zur Ursache und Schadenshöhe konnte der Unternehmenssprecher zunächst keine Angaben machen. Unklar war zunächst auch, ob sich noch geladenes Benzin in den Schiffstanks befindet.

Tankschiff im Hafen von Lingen explodiert

Tankschiff im Hafen von Lingen explodiert

Laut Polizei verteilte sich das aus dem Havaristen ausgelaufene Benzin im Hafenbecken und brannte ebenfalls. Das Feuer wurde mit Schaum gelöscht und abgebunden. Mit Ölsperren wurde eine Ausbreitung des Benzinteppichs verhindert. Später wurde damit begonnen, das explosive Benzin-Wasser-Gemisch aus dem Hafenbecken abzupumpen und in Tanks zu leiten.

Der Dortmund-Ems-Kanal sowie die nähere Umgebung waren nach Polizeiangaben zunächst bis auf weiteres gesperrt. Der Schiffsverkehr wurde eingestellt, ebenso der Schleusenbetrieb, um eine Ausbreitung des Bezinfilms auf dem Wasser zu verhindern.

Die Bevölkerung war nach dem Ausbruch des Feuers durch Radio- und Lautsprecherdurchsagen aufgefordert worden, wegen der Rußentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Brand war kurz vor 7.00 Uhr gelöscht. Rund 250 Einsatzkräfte waren am Brandort.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück erste Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung aufgenommen, wie ein Sprecher am Dienstag sagte.

dapd

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